Oldenburg verstärkt Anstrengungen zur Kinderbetreuung

Oldenburg will ein weiteres Ausbauprogramm für den Bau von Kitas und Krippen auf den Weg bringen. Diese mittlerweile vierte Fortschreibung des Ursprungskonzeptes von 2008 soll den weiter wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen decken. Die Stadt hat die diesjährigen Anmeldezahlen für Kindertagesstätten ausgewertet. „Trotz des immensen Ausbaus in den vergangenen 10 Jahren, in denen 1.400 zusätzliche Krippenplätze entstanden sind, reicht das Angebot aufgrund steigender Kinderzahlen und Nachfragequoten immer noch nicht aus“, sagt Sozialdezernentin Dagmar Sachse.

Vierte Fortschreibung des Ausbauprogramms reagiert auf steigende Nachfrage
Hinzu kommen die Erkenntnisse aus der neuen Einwohnerprognose für Oldenburg, die von einem stärkeren Einwohnerzuwachs (bis auf 179.000 Einwohner  im Jahr 2031) ausgeht als bisher angenommen. Für das im August beginnende Kindertagesstättenjahr geht die Verwaltung von einem Fehlbedarf von 491 Plätzen aus. Für mehr als die Hälfte (52,9%) der in Oldenburg lebenden Kinder unter drei Jahren wünschen sich Eltern einen Platz in einer Kindertagesstätte.

„Dies ist der Grund für die Verwaltung, das Konzept zum weiteren Ausbau von Kindertagesbetreuung erneut fortzuschreiben“, sagt Sozialdezernentin Dagmar Sachse.  Während bei der letzten Fortschreibung vor zwei Jahren noch eine Versorgungsquote von 48% der unter dreijährigen Kinder als bedarfsgerecht angesehen werden konnte, wird nunmehr eine Quote von 55% angestrebt.

Gestiegene Nachfrage auch im Kindergartenbereich
Für den Kindergartenbereich errechnet sich eine Zielversorgungsquote von 99,5%. Die für diese Altersgruppe gestiegene Nachfrage hängt auch mit der Änderung des Schulgesetzes im Februar 2018 zusammen. Danach können Eltern, deren Kinder zwischen dem 01.07. und dem 30.09. das sechste Lebensjahr vollenden, selbst entscheiden, ob sie die Einschulung ihres Kindes um ein Jahr nach hinten verschieben. Die Verwaltung geht davon aus, dass aufgrund dieser Regelung jährlich 70 Kinder ein Jahr länger im Kindergarten bleiben werden.

Einige Standorte stehen schon fest
Aufgrund der prognostizierten Kinderzahlen werden in Oldenburg in den nächsten Jahren noch 27 Krippen- und 26 Kindergartengruppen benötigt. Für einen Teil dieser Gruppen stehen die Standorte schon fest, und sie sind auch schon in der Finanzplanung der Stadt berücksichtigt. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Kindertagesstätten, die in den geplanten Neubaugebieten auf dem ehemaligen Fliegerhorst und Am Bahndamm entstehen sollen.

37 Gruppen, die im Rahmen der am 25. Juni 2018 vom Rat zu verabschiedenden vierten Fortschreibung des Ausbaukonzeptes bis zum Kindertagesstättenjahr 2022/2023 entstehen sollen, sind bisher noch nicht in der Finanzplanung der Stadt Oldenburg enthalten. Aufgrund der sich in einigen Jahren wieder rückläufig entwickelnden Kinderzahlen sollen 18 dieser Gruppen durch anzumietende flexible und mobile Raumsysteme bereitgestellt werden.

Zusätzliche Investition und Kosten

Mit der vierten Fortschreibung des Ausbaukonzeptes ist ein zusätzliches  Investitionsvolumen in Höhe von circa 14,87 Millionen Euro verbunden. Darüber hinaus entstehen zusätzliche jährliche Betriebskosten für 37 Gruppen in Höhe von 5 Millionen Euro netto.

Die vom Land vom 1. August 2018  an geplante Beitragsfreiheit für Kinder ab dem 3. Lebensjahr führt dazu, dass Eltern zukünftig auch für das erste und zweite Kindergartenjahr keine Beiträge zahlen. Zur Finanzierung erhalten die Kommunen eine Erhöhung der allgemeinen Finanzhilfe. Die Stadt Oldenburg wird die Beitragsfreiheit für die Betreuung nicht auf die vorgeschlagenen acht Stunden begrenzen und zudem alle Eltern gleichstellen, die ihr Kind in der Kindertagespflege betreuen möchten.