Zusätzliche Personalmittel

Sprache ist der Schlüssel zur Welt und die „Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“  (Ludwig Wittgenstein, 1918).

Was es bedeuten kann, ohne Sprache in eine neue Welt, die Kindertagesstätte, zu starten, erleben wir in den Kitas immer häufiger.

Das Erlernen von Sprache und das Sprechen ist immer gebunden an Selbstwirksamkeit, Bindung, Gefühle und Emotionen. Im Fokus der (sprachbildenden) Arbeit der Oldenburger Kindertagesstätten steht, die Kita als sicheren Ort für Kinder und Familien mit und ohne Fluchthintergrund anzubieten. Das heißt, einen Ort zu schaffen, an dem mit den Kindern und Familien wertschätzend im alltäglichen Dialog, Zuhören, Lenken und Leiten die Selbstwirksamkeit und das Selbstwertgefühl gestärkt werden kann. Auch wenn nicht jedes Kind mit Fluchterfahrungen traumatisiert ist, gibt es doch Kinder und Eltern, die hoch verunsichert sind und denen wir aufgrund von sprachlichen Barrieren nicht alles wie üblich erklären können, damit sie sich in der Kita in sicheren Händen wissen.

Um diesen Familien, den Kindern und den Teams in den Einrichtungen eine Hilfestellung zu geben, ermöglicht es die Fördersumme des Landes, zusätzliche zeitliche Personalressourcen in Form von Personalstunden in den Kitas zu implementieren. Berechnungsgrundlage ist die Anzahl der Oldenburger Gruppen im Krippen und Kindergartenbereich.

In der Arbeit mit Familien mit Fluchterfahrungen stehen pädagogische Fachkräfte häufig neuen oder zusätzlichen Herausforderungen gegenüber. Eine wesentliche Ressource der pädagogischen Teams und der einzelnen Fachkraft ist das bereits geleistete, als positiv empfundene Handeln in herausfordernden Situationen. Die Reflektion darüber trägt zu einer achtsamen und professionellen pädagogischen Haltung bei. Für die Reflektion von gelungenen als auch herausfordernden Situationen können zeitliche und finanzielle Ressourcen über die oben genannten Mittel geschaffen werden.

Den Oldenburger Kitas wird die Möglichkeit gegeben, Supervision, kollegiale Beratung oder Coaching in Anspruch zu nehmen, um folgende mögliche Fragen zu bearbeiten:

  • Wie arbeite ich mit den Eltern zusammen?
  • Wie unterstütze ich Kinder mit Fluchterfahrungen beim Ankommen in Krippe und  Kita so, dass sie leicht in die deutsche Sprache kommen?
  • Welche meiner/unserer (Team-) Ressourcen sind hierbei besonders wertvoll?
  • Wie gelingt Selbstfürsorge?

Über die Voraussetzungen zur Antragstellung der Personalmittel informiert die Koordinierungsstelle Sprachbildung und Sprachförderung.

Die Antragstellung der Träger erfolgt an den öffentlichen Jugendhilfeträger zu Beginn eines Bewilligungszeitraums.