Kita An der Beverbäke: Außenspielfläche wird gründlich untersucht

Stadt stimmt Vorgehen mit Fachleuten ab

Die Stadtverwaltung hat sich am Montag, 8. November 2021, gemeinsam mit Vertretern einer Fachfirma und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Niedersachsen auf eine grundsätzliche Vorgehensweise im Umgang mit dem Außengelände der Kindertagesstätte An der Beverbäke im Quartier Neu-Donnerschwee verständigt. Auf dem Spielplatz der Kindertagesstätte war am 29. Oktober eine aus dem Zweiten Weltkrieg stammende (und zum Glück nicht mehr funktionsfähige) Handgranate gefunden worden.

Um für die Zukunft auf Nummer sicher zu gehen, soll dieser Außenspielbereich nun von einer Fachfirma gründlich überprüft werden. Vorgesehen ist, den Sand abzutragen und den Boden etwa einen Meter tief auszuheben und zu untersuchen. Dazu ist es vorab notwendig, die im Boden verankerten Spielgeräte und die Zäune zu demontieren.

Spielfläche für die Krippengruppen wieder freigegeben

Da ortsansässige Fachfirmen zurzeit über keine Kapazitäten verfügen, um den Auftrag kurzfristig zu erledigen, sollen jetzt bundesweit Fachfirmen angesprochen werden. Die Ausführung der Untersuchungsarbeiten wird voraussichtlich drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen. Bis zum Abschluss der Arbeiten bleibt dieser Teil des Außengeländes gesperrt.

Wieder freigegeben wird hingegen ab sofort die Spielfläche für die Krippengruppen – dieses Terrain ist seinerzeit im Auftrag des vorherigen Grundstückseigentümers sondiert worden. Der Untergrund an dieser Stelle gehörte zur Fläche für das Kita-Gebäude, bei der der Aushub überwacht und die Sohle sondiert wurde. Als Freiluft-Spielalternative steht den Kindern auch der nahe gelegene öffentliche Spielplatz zur Verfügung. Dieses Areal wurde ebenfalls großflächig sondiert. Die Innenräume der Kita bleiben für die 105 Kinder geöffnet – sie werden auch während der anstehenden Arbeiten genutzt werden können.

Informationsabende für Eltern

Die Stadtverwaltung wird Informationsabende für Eltern der Kindertagesstätte sowie für Anwohnende des Quartiers anbieten, sobald der genaue Zeitplan feststeht und eine Fachfirma beauftragt werden konnte.

Die Stadt hatte das Grundstück von einem privaten Investor erworben. Aus dem 2014 abgeschlossenen Kaufvertrag ergab sich die Verpflichtung für den Verkäufer, der Stadt als Käuferin ein Kampfmittel-freies Grundstück zu übergeben. Die Erfüllung dieser Verpflichtung wurde durch zwei Kampfmittelbeseitigungsbescheinigungen nachgewiesen. Die Bescheinigungen wurden durch das Niedersächsische Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung (NLGL) auf Antrag der vom Investor beauftragten Kampfmittelbeseitigungsfirma ausgestellt. Darin ist dokumentiert, dass gegen die vorgesehene Nutzung in Bezug auf Kampfmittel keine Bedenken bestehen. In den Schriftstücken der Landesbehörde und der Kampfmittelbeseitigungsfirma wurden „Kita“ und „Freifläche westlich Kita-Neubau“ mehrfach als Räumstätte genannt. Im Bereich der Freifläche hat die Firma den Unterlagen zufolge allerdings nur Verdachtspunkte (sogenannte „Einmannlöcher“, in denen zu Kriegsende häufig Munitionsreste vergraben wurden) untersucht.

Zum Hintergrund

Die im Jahr 2017 eröffnete Kita befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Donnerschwee. Die Nutzung als militärische Einrichtung endete dort im Jahr 2007, seit Ende 2014 wurde das Areal zu einem neuen Stadtquartier („Neu-Donnerschwee“) umgebaut.

Ein Kind hatte auf dem Spielgelände der Kindertagesstätte am Freitag, 29. Oktober 2021, eine aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Handgranate im Sand ausgebuddelt, für einen Stein gehalten und mit nach Hause genommen. Der Vater des fünfjährigen Jungen hatte daraufhin die Polizei alarmiert. Die Granate, der die Sprengkapsel fehlte und die somit nicht hätte explodieren können, wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst abtransportiert.