Tablets statt Papier und Stift

Stadt stellt Schulleitungen IT-Entwicklungskonzept vor

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann möchte, dass die Oldenburger Schülerinnen und Schüler in wenigen Jahren besser und mehr mit Computern, Notebooks und Tablets lernen können. Die Grundlage dafür legt das neue IT-Entwicklungskonzept für die 50 Schulen in der Trägerschaft der Stadt Oldenburg, das die Ausstattung vereinheitlichen und auf ein hohes Niveau heben will. Eckpunkte stellte Krogmann am Dienstag beim Empfang für Schulleitungen, der zum fünften Male im Alten Rathaus stattfand, vor. „Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam in den nächsten Jahren ein großes Stück vorankommen, um den digitalen Wandel in der Schule umzusetzen und unsere Schulen auch in diesem Bereich zukunftsfähig zu machen“, sagte Jürgen Krogmann. Der Oberbürgermeister dankte den Schulen, die aktiv an der Erstellung des Konzeptes mitgewirkt haben.

Einheitliche Ausstattung, flächendeckendes WLAN, zentrale Bildungs-Cloud
Matthias Welp, Leiter des Amtes für Schule und Bildung, präsentierte den Vertreterinnen und Vertretern der Kollegien Einzelheiten des mehr als 100-seitigen IT-Konzeptes, das seit Anfang 2017 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib) entstanden ist. Nach einer Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung wurde eine „Soll-Konzeption“ entwickelt, die in einem Planungshorizont von fünf Jahren die angestrebten IT-Standards und das Organisationsmodell beschreibt. Ziele sind unter anderem, für eine Ausstattung mit einheitlichen Komponenten (für Netzwerk, Endgeräte und Software) zu sorgen, flächendeckendes WLAN in allen Unterrichts- und Differenzierungsräumen sowie an Lehrerarbeitsplätzen sowie eine Anbindung ans Glasfasernetz zu schaffen. Auf jeweils fünf Schülerinnen und Schüler soll ein Endgerät kommen. Geplant ist, eine zentrale Bildungs-„Cloud“ mit vor Ort in den Schulen, von unterwegs und von zu Hause nutzbaren Inhalten für Oldenburg zu installieren, ein zentrales Rechenzentrum und einen übergreifenden technischen Support einzurichten.

Dreijährige Testphase an fünf Standorten
Umsetzung und Machbarkeit des Konzeptes sollen an fünf Standorten für die Dauer von drei Jahren getestet werden. Als Pilotschulen sind die BBS Haarentor, die IGS Flötenteich, das Alte Gymnasium, die Oberschule Osternburg und die Grundschule Nadorst ausgewählt worden. Als erstes soll 2019 mit der BBS Haarentor begonnen werden.

Aufwendungen in Höhe von 23 Millionen Euro
Die Aufwendungen für die Umsetzung des Medienentwicklungsplanes bezifferte Welp für den Zeitraum von 2019 bis 2023 auf etwa 23 Millionen Euro. Schon heute wendet das Amt für Schule und Bildung etwa eine Million Euro jährlich für die digitale Infrastruktur an Schulen auf. „Die Umsetzung der IT-Strategie wird uns nur mit Unterstützung des Bundes und des Landes gelingen“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Die Bundesregierung will in der aktuellen Legislaturperiode 3,5 Milliarden Euro in die Netz- und IT-Infrastruktur aller Schulen in Deutschland investieren. Es ist hoffentlich bald erkennbar, wie dies geschehen wird“, so Krogmann weiter.

Positive Weiterentwicklung der Bildungslandschaft
Schuldezernentin Dagmar Sachse hob während des Empfangs die positive Weiterentwicklung der Oldenburger Bildungslandschaft hervor. In Neu- und Umbauten, Erweiterungen, Sanierungen und Bauunterhaltung werden 2018 rund 24,5 Millionen Euro investiert. Sachse spannte den Bogen von der Neufassung des Rahmenkonzeptes für die „Kooperative Ganztagsbildung in Oldenburger Grundschulen“ bis zum im Frühjahr dieses Jahres vorgestellten Schulentwicklungsplan. „In den kommenden Jahren wird der Ausbau der Gymnasien sowie die Stärkung der Oberschulen einen Schwerpunkt bilden“, kündigte die Schuldezernentin an.