Prävention / Communities That Care

Sowohl an den Oldenburger Schulen als auch in außerschulischen Lern- und Bildungsorten werden zahlreiche Präventionsbemühungen unternommen. Um diese bedarfsorientiert aufeinander abzustimmen, wird seit 2013 die Strategie „CTC – Communities That Care“ („Gemeinschaften, die sich kümmern“) modellhaft im Stadtteil Nord umgesetzt.

Prävention meint hier, dass schwerwiegende Verhaltensprobleme von Kindern und Jugendlichen durch frühzeitiges Eingreifen verringert werden. CTC wurde ursprünglich in den USA entwickelt und wird mittlerweile in vielen anderen Ländern in hunderten Standorten eingesetzt. Der Landespräventionsrat Niedersachsen » hat diesen Ansatz in einem Modellversuch getestet und die Instrumente von CTC auf die deutsche Situation übertragen.

CTC richtet sich auf das gesamte Wohngebiet mit den dort vorhandenen Risiken und Ressourcen (Schutzfaktoren) in den Bereichen Familie, Schule, Gleichaltrige und Nachbarschaft. Es geht dabei also nicht um einzelne Problemjugendliche oder -gruppen.

Auf Basis internationaler Langzeitstudien gelang es, Risikofaktoren zu identifizieren, die in unterschiedlicher Kombination und Ausprägung die Wahrscheinlichkeit von problematischen Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen erhöhen. Den Problemverhaltensweisen wie zum Beispiel Jugendgewalt, Kriminalität oder Schulabbruch liegen also nicht unterschiedliche, sondern immer dieselben Faktoren zu Grunde. Je mehr Risikofaktoren ein Kind ausgesetzt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Problemverhalten. Schutzfaktoren nehmen positiven Einfluss auf die soziale Entwicklung von Kindern und können auch bei starken Risikobelastungen die Entwicklung problematischer Verhaltensweisen verhindern oder abmildern.

Das Ziel der Strategie besteht darin, dass alle Kinder und Jugendlichen in einer Gemeinde oder einem Stadtteil von dem CTC-Ansatz profitieren und sicher und gesund aufwachsen können. Dieses Ziel kann nur von vielen Akteuren wie zum Beispiel Eltern, Kindertagesstätten, Schulen, Jugendarbeit oder Sportvereinen gemeinsam erreicht werden. Anhand von detailliert erhobenen lokalen Daten zur Verteilung von Risiko- und Schutzfaktoren, verhilft CTC systematisch vorhandene Aktivitäten besser zu verzahnen, zu koordinieren und bestehende Lücken zu schließen.

Wo erhalte ich weitere Informationen?
Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie im Fachdienst Soziale Dienste unter 235-3224. Ausführlichere Informationen finden Sie unter www.ctc-info.de ».