Oldenburgs Oberbürgermeister stellt seine Schwerpunkte vor
Jascha Rohr setzt auf eine neue Kultur der Zusammenarbeit
02.11.2026
Oldenburg. Gute Lösungen entstehen miteinander – davon ist Oldenburgs neuer Oberbürgermeister Jascha Rohr überzeugt. Er möchte Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft stärker zusammenbringen, Entscheidungen transparenter machen und die Ideen und Erfahrungen der Menschen in Oldenburg besser nutzen. Rohr stellte am Montag, 2. November, in einer Pressekonferenz seine Schwerpunkte für die kommende Amtszeit vor. Im Zentrum stehen zunächst drei Aufgaben: die Verwaltung weiterentwickeln, den städtischen Haushalt stärker an Zielen und Wirkungen ausrichten und wichtige Projekte verlässlich zu Ende bringen.
„Die besten Lösungen entstehen miteinander“, beschreibt Rohr sein Verständnis der neuen Aufgabe. Der 50-Jährige möchte die Zusammenarbeit zwischen den demokratischen Fraktionen im Rat, zwischen Politik und Verwaltung sowie mit der Stadtgesellschaft stärken. Dabei versteht er sich als überparteilicher Oberbürgermeister, für den das bessere Argument und das überzeugendere Konzept zählen – unabhängig davon, aus welcher Richtung ein Vorschlag kommt.
Transparenz und Beteiligung stärken
Ein besonderes Anliegen ist Rohr eine Verwaltung und Stadtpolitik, die offen kommunizieren, Entscheidungen nachvollziehbar machen und die Menschen frühzeitig in wichtige Entwicklungen einbeziehen. Bürgerbeteiligung solle dabei mehr sein als die gelegentliche Möglichkeit, eine Meinung abzugeben. Vielmehr gehe es darum, die Erfahrungen, das Wissen und die Ideen der Menschen in Oldenburg systematisch einzubeziehen und unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen.
„Die Stadt, das sind wir alle. Und nur gemeinsam werden wir diese Stadt gut gestalten können“, so Rohr. Als Chef der Stadtverwaltung möchte er eine neue Kultur der Zusammenarbeit etablieren, in der Kritik und unterschiedliche Positionen ausdrücklich Platz haben, der gemeinsame Wille zu guten Lösungen aber im Vordergrund steht. Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Vereine, Initiativen und engagierte Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Kompetenzen stärker miteinander verbinden können.
Drei Prioritäten für den Start
Um die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung Oldenburgs zu schaffen, setzt der neue Oberbürgermeister zunächst auf drei zentrale Handlungsfelder:
- Die Verwaltung weiterentwickeln: Oldenburg verfüge über eine engagierte und fachlich versierte Verwaltung. Ziel sei es, ihre Leistungsfähigkeit weiter zu stärken und sie noch stärker als verlässliche Partnerin der Bürgerinnen und Bürger aufzustellen. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen, schlankere Prozesse sowie mehr Digitalisierung und der sinnvolle Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Das bereits vorgesehene Organisationsgutachten soll unmittelbar angegangen und gemeinsam mit den Beschäftigten, den Führungskräften, dem Personalrat sowie externen Perspektiven als Entwicklungsprozess gestaltet werden.
- Den Haushalt stärker an Zielen und Wirkungen ausrichten: Angesichts enger werdender finanzieller Spielräume möchte Rohr die Haushaltsaufstellung verändern. Künftig sollen Ziele, Prioritäten und die tatsächliche Wirkung städtischer Ausgaben stärker im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam mit dem Rat soll beraten werden, welche Investitionen den größten Nutzen für die Stadt und ihre Menschen entfalten. Dabei sollen insbesondere die Einrichtungen, Initiativen und Menschen im Blick bleiben, die die Daseinsvorsorge sichern und das gesellschaftliche Leben in Oldenburg gestalten.
- Projekte verlässlich abschließen: Laufende Bauvorhaben und andere große Projekte sollen konsequenter, wirtschaftlicher und zügiger umgesetzt werden. Verzögerungen und Kostensteigerungen belasteten nicht nur den städtischen Haushalt, sondern auch das Vertrauen in Politik und Verwaltung. Rohr möchte deshalb darauf hinwirken, dass Projekte mit klaren Verantwortlichkeiten und realistischen Zeit- und Kostenplanungen zum Abschluss gebracht werden. Ziel sei es, wieder häufiger gemeinsam feststellen zu können: Vorhaben sind fertig geworden – und sie sind gut geworden.
Auf dem Fundament die Zukunft gestalten
Auf dieser Grundlage möchte Rohr die langfristige Entwicklung Oldenburgs voranbringen. Dazu gehören für ihn eine nachhaltige und klimaneutrale Stadt, ein modernes Mobilitätssystem, mehr Wohnraum, gute Bildungsangebote, eine starke Wirtschaft, innovative Unternehmensgründungen, exzellente Forschung und eine vielfältige Kultur.
Dabei sollen neben den großen Vorhaben auch die vielen konkreten Verbesserungen im Alltag stärker in den Blick genommen werden: mehr Bäume und entsiegelte Flächen, gute Bedingungen für den Mittelstand, Unterstützung für Unternehmensgründungen und ein lebendiges Miteinander in den Stadtteilen. „Ich möchte dazu beitragen, dass wir in Oldenburg schneller möglich machen, was unsere Stadt voranbringt“, beschreibt Rohr seinen Anspruch. Dafür brauche es eine Verwaltung, die gute Ideen ermöglicht, eine Politik, die Entscheidungen trifft, und eine Stadtgesellschaft, die ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Perspektiven einbringen kann.
Zusammenarbeit als Leitmotiv
Oldenburgs neuer Oberbürgermeister lädt Rat, Verwaltung und Stadtgesellschaft dazu ein, die kommenden Jahre gemeinsam zu gestalten. Unterschiedliche Meinungen und kontroverse Diskussionen gehörten zur Demokratie und seien ausdrücklich erwünscht. Entscheidend sei, sie konstruktiv zu nutzen, um Lösungen zu verbessern, statt Zusammenarbeit zu verhindern. Sein Ziel sei es, gemeinsam konkrete Ergebnisse zu erreichen und damit auch das Vertrauen der Menschen in die Handlungsfähigkeit von Politik und Verwaltung zu stärken. Oldenburg solle zeigen, dass demokratische Zusammenarbeit vor Ort funktioniert und spürbare Verbesserungen für die Menschen hervorbringen kann.

Zuletzt geändert am 2. November 2026
Zuletzt geändert am 1. September 2026