Digitalisierung betrifft nahezu jeden Menschen in Deutschland. Im Internet wird ferngesehen, telefoniert, gespielt oder sich untereinander in Social Media vernetzt. Die Haushaltsgeräte lassen sich über das Mobiltelefon steuern, Bankgeschäfte werden online abgewickelt und eingekauft wird ebenfalls über das Internet. Aber auch in Schulen wird vermehrt mit Tablets gearbeitet und in der Arbeitswelt geht es nicht mehr ohne digitale Anwendungen und Dienste.
Die Stabsstelle Digitalisierung und Nachhaltigkeit arbeitet derzeit gemeinsam mit allen Bereichen der Stadtverwaltung an der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie für die Stadt Oldenburg. Der Begriff der Digitalisierung ist dabei schon seit Jahren in aller Munde. Vielfach wird hiermit das Umwandeln von zuvor analog verfügbaren Vorgängen in digitale Formate in Verbindung gebracht. Dies trifft im Kern durchaus zu, doch bedeutet Digitalisierung inzwischen sehr viel mehr. Sie umfasst auch die zunehmende Verwendung und Vernetzung von digitalen Medien, neuen Technologien und Anwendungen, wie etwa Automatisierungen oder Künstliche Intelligenz.
Diesen Umsetzungsprozess gilt es nun für alle in Oldenburg lebenden oder arbeitenden Menschen sowie unter Berücksichtigung des Aspektes Nachhaltigkeit voranzubringen. Bislang existierte hierzu eine Vielzahl von einzelnen Konzepten, Strategiepapieren und Maßnahmenplänen. Die relevanten Inhalte sind im Jahr 2023 gebündelt und in einer gemeinsamen Neuausrichtung zu einer Digitalisierungsstrategie (PDF, 3,37 MB, barrierefrei) zusammengefasst worden. Aktuell laufen die Vorbereitungen an ersten konkreten Projekten, um diese Strategie zu verwirklichen.
Stadt baut digitale Lösungen kontinuierlich aus
Rat beschließt Umsetzungsplan – Maßnahmen und Ziele für die Jahre 2025 bis 2027
Die Stadt Oldenburg ist auf einem sehr guten Weg in die digitale Transformation, wie zahlreiche bereits bestehende erfolgreiche Lösungen zeigen. Mit der im Dezember 2023 vom Stadtrat beschlossenen Digitalisierungsstrategie sollen die etablierten digitalen Angebote zielorientiert weiter ausgebaut werden. Die Strategie umfasst wichtige Ziele, wie die Verbesserung von Transparenz, Effizienz und IT-Sicherheit, die Optimierung von Verwaltungsprozessen sowie die Stärkung der Bürgerbeteiligung. Aus den strategischen Zielen wurden konkrete Maßnahmen abgeleitet, ausgearbeitet und für die erste Umsetzungsphase, die von 2025 bis 2027 läuft, priorisiert. Den Umsetzungsplan hat der Rat am Montag, 16. Dezember 2024, verabschiedet.
Umsetzungsplan baut auf bisherige Erfolge auf
„Schon heute bietet die Stadt Oldenburg moderne digitale Lösungen, wie die beginnende Einführung papierloser Arbeitsprozesse und den Aufbau digitaler Dienstleistungen“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Als Beispiele nennt Dr. Julia Masurkewitz-Möller, Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die erfolgreiche Implementierung der elektronischen Wohnsitzanmeldung bei einem Umzug innerhalb von Oldenburg, die eine digitale und benutzerfreundliche Abwicklung ermöglicht, oder die Online-Belehrung gemäß dem Infektionsschutzgesetz. Zudem wurden Technologien wie LoRaWAN im Stadtgebiet aufgebaut. Dieses Funknetz dient dazu, Sensordaten effizienter zu übertragen und zu verarbeiten.
„Der Umsetzungsplan zur Digitalisierungsstrategie baut auf diesen Erfolgen auf und setzt klare Ziele für die kommenden Jahre. Der Fokus liegt darauf, die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger zu steigern, den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden zu erleichtern, und langfristig Effizienzgewinne zu erzielen“, betont Jürgen Krogmann.
Temporäre Projekte und dauerhafte Aufgaben
Die Maßnahmen der ersten Umsetzungsphase umfassen sowohl temporäre Projekte als auch dauerhafte Aufgaben. Dabei werden die bereits laufenden Vorhaben, wie die Modernisierung der IT-Arbeitsplätze und die Vereinheitlichung der Cloud- und Kollaborationstools, fortgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der IT-Sicherheit, um die Stadtverwaltung zukunftssicher zu machen.
Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, den Arbeitsalltag in der Stadtverwaltung durch die Cloud- und Kollaborationstools zu vereinfachen und eine datenschutzkonforme Zusammenarbeit zu ermöglichen. Darüber hinaus soll mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierungen Verwaltungsprozesse nutzerfreundlicher gestaltet werden. Dazu soll die Einführung eines KI-gestützten Chatbots, die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben durch Robotic Process Automation (RPA) und eine modernisierte Postverteilung geprüft werden.
Ein weiteres Beispiel für Maßnahmen, die im Umsetzungsplan definiert werden, ist die Anlage eines digitalen Baumkatasters als Hilfs- und Kontrollinstrument. Außerdem soll die Einrichtung von Self-Service-Terminals für Verwaltungsdienstleistungen im Bürgerbüro Mitte geprüft werden mit dem Ziel, derzeit noch wenig digitalaffine Personen gezielt an Onlineleistungen heranzuführen.
Digitale Transformation bis 2045
„Oldenburg profitiert bereits jetzt von innovativen digitalen Angeboten“, sagt Dr. Julia Masurkewitz-Möller. „Die neue Strategie ermöglicht es, diese kontinuierlich zu verbessern und so die Stadt auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Mit klaren Prioritäten, effizientem Ressourceneinsatz und fortlaufender Evaluation der Maßnahmen schafft die Stadt eine solide Grundlage für die digitale Transformation bis 2045.“
Zuletzt geändert am 29. Juni 2026