Dat löppt! Kreislaufwirtschaft als Chance
Vom Green Deal der EU über die Kreislaufwirtschaftsstrategie der Bundesregierung dringt das Thema Kreislaufwirtschaft zunehmend in die lokale Wirtschaft. Dabei bietet die Kreislaufwirtschaft für Unternehmen eine große Chance zur Innovation. Es geht um entscheidende Themen wie Recycling-Strategien, Material- und Ressourceneffizienz und das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen.
Die Wirtschaftsförderung Oldenburg und die Oldenburgische IHK haben 2025 die Reihe „Dat löppt!“ – Kreislaufwirtschaft als Chance ins Leben gerufen, um sich mit Wirtschaft und Wissenschaft intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen. Es geht darum auszuloten, wie Unternehmen ihren Betrieb und Ihre Produkte kreislaufgerecht gestalten können: Welche Prozesse können verändert werden, wo stößt man an Grenzen und wo sind ganz neue Wege und Geschäftsmodelle angebracht, um das Unternehmen ökologisch und ökonomisch zukunftsfähig aufzustellen?
Die Wirtschaftsförderung bietet eine Beratung zu Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit im Unternehmen an. Außerdem kann für Beratung und Fortbildung ebenso wie für innovative Vorhaben über die Nachhaltigkeitsförderung eine finanzielle Unterstützung beantragt werden. Die Förderung des Circular Space von Schumacher zum Beispiel gab einen entscheidenden Impuls zur Umsetzung des Vorhabens. Auch andere Unternehmen sind eingeladen, eine Förderung für innovative nachhaltige oder kreislaufgerechte Projekte zu beantragen. Sprechen Sie uns dazu gern an!
Dat löppt! Kreislaufwirtschaft in der Gastronomie: Fokus Mehrweg – September 2026
Mehrwegbehälter für Speisen und Getränke sollen Einweg in der ToGo-Gastronomie ersetzen und auf diese Weise viel Verpackungsmüll einsparen. Doch so richtig will das bisher nicht klappen. Deutschlandweit bleibt der Mehrweganteil in der Gastronomie im niedrigen Prozentbereich. Auch die gesetzliche Verankerung konnte daran bisher nichts ändern.
Engagierte Gastrobetriebe setzen sich für die Mehrwegnutzung mit einem der vielen verschiedenen Systeme ein. Im Alltag der Betriebe gilt es, praktische Hürden zu nehmen, eine gute Kundenkommunikation zu finden und die Chancen von Mehrweg gut zu nutzen.
Wie das gelingen kann und welche Kooperations- und Unterstützungsmöglichkeiten sich dafür anbieten, ist Thema unserer Veranstaltung. Freuen Sie sich auf spannende Einblicke des Start-Ups Truly Reuse, sowie Vytal und RECUP als Anbieter etablierter Mehrwegsysteme sowie von der Celona Marketing GmbH als langjährige Anwenderin verschiedener Mehrweglösungen. Anschließend werden wir gemeinsam die Chancen der Region hervorheben.
Dat löppt! Unternehmen stellen ihre zirkulären Aktivitäten vor – September 2025
Diesmal ging es darum auszuloten, wie Unternehmen ihren Betrieb kreislaufgerecht gestalten können: Welche Prozesse können verändert werden, wo stößt man an Grenzen und wo sind ganz neue Wege und Geschäftsmodelle angebracht, um das Unternehmen ökologisch und ökonomisch zukunftsfähig aufzustellen?
Als Inspiration stellten zwei Unternehmen ihre zirkulären Vorhaben vor:
Das mittelständische Unternehmen W. Schumacher New Work aus Oldenburg entwickelt einen Büroarbeitsraum, den Circular Space, bei dem von Kopf bis Fuß-Boden, über Wandbedeckung und Möbel, alles neu gedacht wird. Mit im Boot ist Florian Erdbeer von circularstudio. Schumacher baut dazu eine neue Marke auf, mit der „low emission products“ aus der Region entwickelt und vermarktet werden. Dieser Raum wird (zunächst) in der Ausstellungsfläche von Schumacher mit Informationen rund ums Thema realisiert. Das Unternehmen ist dazu mit verschiedenen Produzenten aus der Region im Gespräch. Diese Herausforderungen werden verfolgt: ökologisch (weitestgehend kompostierbar), regional, hohe Qualität und preislich vergleichbar mit anderen Produkten.
Damit baut der klassische Unternehmensbetrieb mit einem zirkulären Produkt und Prozess ein neues Standbein auf. Rügenwalder hat mit der vegetarischen Sparte seinerzeit vorgemacht, wie ein neues Geschäftsmodell längerfristig auch einen höheren Stellenwert bekommen als das bisherige Angebot.
Und PUUYU, ein Start-up aus Jever, baut seine gesamte externe Lieferkette kreislaufgerecht auf, dass von der Herstellung der Reinigungsmittel über Verpackung, Etiketten, alles nachhaltig und ressourcenschonend ist. Bei Produkten, Verpackung und der Regionalität geht sie einen kompromisslosen Weg. Sie wählt die Lieferanten entsprechend aus und bespricht die Vorgaben bis ins Detail. Nicht umsonst hat sie dafür eine Auszeichnung von der Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer erhalten. Sie sucht weitere stationäre Kooperationspartner, die eine Funktion als Nachfüllstation übernehmen.
Dat löppt! Prof. Braungart, cradle to cradle/Ein zirkulärer Tisch – Januar 2025
Der Auftakt der Reihe Dat löppt! – Kreislaufwirtschaft als Chance fand am 16. Januar 2025 mit dem Vorreiter der Kreislaufwirtschaft, Prof. Dr. Michael Braungart, statt. Wie sich Kreislaufwirtschaft durch die Wertschöpfungskette eines Produkts hindurchzieht, haben Unternehmen anschaulich dargestellt.
Prof. Dr. Michael Braungart von der Leuphana Universität Lüneburg ist ein Vorreiter der Kreislaufwirtschaft in Deutschland und zu Gast bei der ersten Veranstaltung in der Reihe. Er hat das Cradle to Cradle-Konzept (Von der Wiege zur Wiege) entwickelt. Sein Plädoyer: „Produkte und Produktionsprozesse sind so zu entwickeln, dass sie für Mensch und Natur unschädlich, im Idealfall sogar nützlich sind.“ Ziel ist es, natürliche Ressourcen zu schonen und die Abhängigkeit von endlichen Rohstoffen zu reduzieren. Durch Wiederverwendung, Recycling und Upcycling werden Materialien in einem Kreislauf gehalten, sodass weniger Abfall entsteht und gleichzeitig weniger neue Rohstoffe abgebaut werden müssen.
Ein Tisch als zirkuläres Produkt
Am Beispiel eines exemplarisch ausgewählten Produkts, eines Tischs, analysierte Florian Erdbeer von circularstudio, selbst Tischler und Designer, die einzelnen Produktphasen der Möbelproduktion und zeigte, wo die Stellschrauben im Sinne einer zirkulären Wirtschaft liegen. Unternehmensvertreter sprachen über die jeweiligen Möglichkeiten einer zirkulären Anpassung:
- Entwicklung: Florian Erdbeer, circularstudio
- Produktion: Interview mit Jochen Müller, Müller Möbelwerkstätten Bockhorn
- Handel/Vertrieb: Interview mit Sebastian Seger, W. Schumacher New Work
- Wiederverwendung: Interview mit Ernst-Heinrich Lameyer, Ich hab ne Macke GmbH
Potenzialcheck für Unternehmen für einen zirkulären Einstieg
Das Prosperkolleg bietet zu den vier Bereichen: zirkuläre Produktentwicklung, ressourceneffiziente Produktion, Lieferketten und Einkauf sowie Rückholung und Wiederaufbereitung ein intensives Programm für Unternehmen in Nordrhein-Westfalen anbieten. Der Potenzialcheck als Einstieg steht allerdings auch anderen Unternehmen online zur Verfügung. Die dort entwickelten Fragen und Antworten sind sehr aufschlussreich für den Prozess im eigenen Unternehmen.
Den zirkulären Herausforderungen haben sich die teilnehmenden Unternehmen gestellt und in der Gruppenarbeit mit den Teilnehmenden Ideen (weiter)entwickelt. Alle dürften neue Impulse für das eigene Unternehmen mitgenommen haben. Der Austausch führte bereits vor Ort zu Tipps und neuen Kontakten.
Kontakt
Ina Lehnert-Jenisch
Telefon: +49 (0)441 235-2105
E-Mail: ina.lehnert-jenisch[at]stadt-oldenburg.de
Zuletzt geändert am 27. Juni 2026

