Weitere Fördermittel für die Oldenburger Innenstadt
Im Rahmen des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ konnten vom städtischen Innenstadtmanagement erfolgreich 245.130 Euro für die Umsetzung von sechs „Stadtbausteinen“ eingeworben werden. Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen erfolgte zwischen 2022 und 2024. Die Fördermittel deckten 75 Prozent der Gesamtkosten.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen setzt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ um. Ziel des Programms ist es innovative Konzepte zur Stärkung der Resilienz und Krisenbewältigung in Städten und Gemeinden zu fördern.
Die Stadt Oldenburg hat sich mit sechs „Stadtbausteinen“ beworben, die den Folgen der Corona-Pandemie in der Innenstadt entgegenwirken und die Grundlage für eine resiliente Innenstadt legen sollen.
Studien/Analysen
Beauftragung
Für den brachgefallenen Standort an der 91er-Straße wurde eine Machbarkeitsstudie und für das ehemalige Wallkino eine Potentialanalyse erarbeitet, um mit richtungsweisenden Vorschlägen eine zukunftsweisende Entwicklung anzuschieben.
1. Machbarkeitsstudie 91er Straße
Um die Innenstadt stärker als vielfältigen Raum mit unterschiedlichen Qualitäten, Funktionen, Identitäten und Besonderheiten wahrzunehmen und um darauf aufbauend eine lebendige Innenstadt durch Vielfalt und abwechslungsreiche Atmosphären gestalten zu können, wurde in der Studie die Innenstadt vom Gutachter geclustert.
Zur Ermittlung des Entwicklungspotenzials wurden acht Interviews mit ausgewählten lokalen Akteurinnen und Akteuren mit unterschiedlicher fachlicher Expertisen aus den Bereichen Einzelhandel, Immobilien, Medizin, Wirtschaft und Wissenschaft durchgeführt. Hervorzuheben ist dabei die unterschiedliche Wahrnehmung der Innenstadt. Es sind unterschiedliche Bedarfe vorhanden, aus denen sich verschiedene Anforderungen an die Innenstadt ergeben.
Bürgerbeteiligung
Mit einer Online-Befragung mit geschlossenen Fragen konnten die Bürgerinnen und Bürger die vom Gutachter entwickelten Nutzungskonzepte bewerten. Insgesamt kamen diesem Angebot knapp 600 Oldenburgerinnen und Oldenburger nach und nahmen an der Befragung teil. Der Großteil der Befragten ist zwischen 30 und 65 Jahren, während sich unter-18-jährige kaum einbrachten. Auffällig ist zudem, dass rund jede und jeder zweite der Befragten bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in Oldenburg lebt.
Ergebnisse
In den Expertengesprächen als auch in der Online-Befragung wurde die Ausarbeitung eines flexiblen, nutzungsgemischten Konzepts als zentrales Element hervorgehoben. Die dadurch entstehende Multifunktionalität hat das Potenzial, einen wesentlichen Attraktivitätsfaktor für den urbanen Standort zu bilden. Als potenzielle Ankernutzung wurden vermehrt Kulturangebote und Veranstaltungsflächen genannt. Zudem wurde von den Expertinnen und Experten und der Bürgerschaft die Wichtigkeit einer hohen Aufenthaltsqualität, sowohl im Gebäude selbst als auch in den Außenbereichen der Fläche, hervorgehoben. In beiden Formaten wurde die Schaffung von Begegnungsorten gefordert, um Interaktion, Kommunikation und Austausch zwischen den verschiedenen Nutzergruppen zu fördern. Bei den städtebaulichen Anforderungen gehen die Meinungen bezüglich Höhe und Verdichtung zwar auseinander, insgesamt wird jedoch das Einfügen der Baukörper in das Stadtgefüge verlangt und eine nicht zu stark verdichtete Bebauung priorisiert.
Wollen Sie mehr erfahren? Weitere Informationen zur Fläche an der 91er-Straße.
2. Potentialanalyse ehemaliges Wallkino
Das Büro Gruppeomp hat zwei unterschiedlich attraktive und aufwendige Nutzungsalternativen des Wallkinos entworfen und die ungefähren Kosten für den Umbau und die Sanierung ermittelt. Unter der Einbeziehung realistischer Finanzierungsbedingungen wurden die Kosten in Relation zu einer erwartbaren, marktüblichen Miete gesetzt. Um das in beiden Varianten erhebliche negative Delta zwischen erforderlicher und erwartbarer Miete ausgleichen zu können, wurden Förderoptionen aus dem Bereich des Denkmalschutzes und der Wirtschaftsförderung zusammengetragen. Da sich die quantitative Höhe dieser Fördermöglichkeiten erst im Rahmen einer Antragstellung für Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen ergibt, kann die Potenzialanalyse vermutlich nicht abschließend ermitteln, ob das Projekt wirtschaftlich tragbar sein wird.
Bereits sehr hilfreich sind die in der Studie vorgestellten Vorbilder hybrider Gebäudestrukturen für öffentliche Gebäude in Städten vergleichbarer Größenordnung, wie zum Beispiel das Neue Forum in Groningen oder die LocHal in Tilburg, die dem Büro Inspirationen für den in der Studie angedachten Umbau des ehemaligen Wallkinos zum Bürgerforum geliefert haben.
Wollen Sie mehr erfahren? Neues Drehbuch für die Wiederbelebung des Wallkinos
Kulturelle Nutzung von Leerständen
Oldenburg befindet sich im Wandel – Raum auf Zeit schafft dafür kreative Freiräume. Temporär genutzte Leerstände werden zu Orten für Austausch, Experimente und neue Perspektiven, die zeigen, wie lebendig und urban die Stadt sein kann.
Gemeinsam mit Partnern wie der Oldenburger Kunstschule entstehen Räume, in denen junge Kunst gefördert wird und Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, die Innenstadt neu zu denken. So wird Oldenburg zum offenen Labor für Ideen.
3. Haarenstraße – Raum auf Zeit
RAUM AUF ZEIT, die unabhängige Agentur für Zwischennutzung, sucht für Kulturprojekte Räume auf Zeit in Oldenburg.
Oldenburg soll zur kreativen Stadt werden und zunehmend ein urbanes Lebensgefühl entwickeln: Der öffentliche Raum wird zum Ort des Austauschs und der Inspiration. Kreative Köpfe suchen diese lebendige und interaktive Straßenszenerie. Zwischennutzung bietet diesen Freiraum für Utopien, Improvisation, Trial and Error und schafft Begegnung zwischen Kreativen und Kulturinteressierten.
Dabei ist die Entwicklung einer Stadt ein zusammenhängendes Ganzes: In einer wachsenden Stadt wie Oldenburg wird Wohnraum knapper, freie Flächen werden nachverdichtet. Einerseits werden Freiräume für Kulturschaffende, Künstlerinnen und Künstler teurer, auf der anderen Seite führt gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wandel, gerade in den Innenstädten, zu häufigeren Leerständen. Die zeitlich begrenzte Nutzung der Leerstände schafft aus diesem Wandel einen positiven Mehrwert für Eigentümerinnen und Eigentümer, die Stadtgesellschaft und für die Kreativen.
4. Lange Straße – Kunstschule
Die Oldenburger Kunstschule e.V. fördert junge Kunst mit einem Projektstipendium für gesellschaftliche und zukunftsorientierte Impulse zur Entwicklung des Stadtraumes. Im Laufe von neun Monaten entstehen künstlerische Projekte, die dazu aufrufen, Bekanntes und Gewohntes aus einer neuen Perspektive zu -betrachten. Oldenburger Bürgerinnen und Bürger werden dazu eingeladen und aufgefordert, gemeinsam mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten den Lebensraum Innenstadt neu zu denken.
In Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg entstand in unserem Atelier STUDIO 10 im abgelaufenen Projektzeitraum nicht nur ein Zentrum aktueller Kunst, sondern auch ein Knotenpunkt zum gemeinsamen Denken, wie Oldenburg in der Zukunft aussehen könnte, ein Raum für gedankliche und künstlerische Experimente.
Nachhaltige wirtschaftliche Nutzung von Leerständen
Willkommen an einem Ort, an dem hochwertige Mode, Nachhaltigkeit und neue Ideen zusammenfanden. Outrare und Vintage Lab zeigten, wie inspirierend Secondhand sein kann: Luxusmarken wurden zugänglich, Ressourcen geschont und lokale Kreisläufe gestärkt. Ob besondere Designerstücke, faire Preise, Kleidertausch oder innovative Handelsmodelle – hier entstand ein modernes Verständnis von Mode, das Qualität und Verantwortung verbindet.
5. Markt 2/3 – Outrare
OUTRARE war ein Spezialist im Bereich Secondhand & Vintage Fashion mit Fokus auf Luxus-Designer-Marken à la Dior, Prada, Gucci, Louis Vuitton & Co.! Outrare wollte Oldenburg von der hohen Qualität von Vintage-Kleidung überzeugen und eine Alternative zu Fast Fashion aufzeigen. Das Ziel war hierbei hochpreisige Luxus-Marken einer breiten Masse zugänglicher zu machen und den Nachhaltigkeitsgedanken durch Secondhand zu fördern. Kleidung & Accessoires für alle; zu fairen Preisen.
6. Schlosshöfe – Vitage Lab
Ein innovativer Secondhand-Laden der eine einladende Umgebung bot, in der Kunden nicht nur Qualität fanden, sondern auch den ökologischen Fußabdruck reduzieren konnten. Kleidertauschpartys und eigene Kleidungsstücke tauschen fördern eine lokale Kreislaufwirtschaft. Das Ausleihen besonderer Kleidungsstücke für besondere Anlässe war geplant. Restbestände sollten entweder wiederverwendet oder gespendet werden. Ziel war es, alternative Handelskonzepte in Einkaufszentren zu integrieren, um Konsumbewusstsein zu schaffen.
Zuletzt geändert am 27. Juni 2026








