Die Wirtschaftsförderung lädt seit 2024 circa alle drei Monate die Baubranche mit Wirtschaft, Hochschulen und Kommunen zum Branchentreff Kreislaufwirtschaft Bau ein, zuletzt im April 2026 zum Monumentendienst in Oldenburg. Die Aktivitäten sind eingebunden in den Bau-Circle, das 2023 gegründete Bündnis Kreislaufwirtschaft Bauwesen in der Metropolregion Nordwest mit circa 60 Unternehmen und Institutionen in der Region. Weitere Informationen sind hier zu finden.
Das zirkuläre Bauen gerät immer mehr in den Fokus, denn wie in vielen Branchen wird auch das Bauwesen im Hinblick auf Ökologie und Ökonomie neu gedacht. Ob bei Sanierung oder Neubau, Abbruch und Entsorgung, Aufbereitung und Wiederverwertung, überall bestehen große Potenziale einen spürbaren Beitrag zur Ressourcenschonung und CO2-Minderung zu leisten.
Hintergrund: In Deutschland sind der Betrieb und die Nutzung von Gebäuden für etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und 30 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Die Treibhausgasemissionen aus der Rohstoffgewinnung, der Herstellung von Bauprodukten, dem Bau und der Renovierung von Gebäuden werden dabei auf 5 bis 12 Prozent der gesamten nationalen Treibhausgasemissionen geschätzt. Der Ressourcenverbrauch in der Bauwirtschaft ist mit einem Anteil von etwa 50 Prozent der gesamten Rohstoffnutzung sehr hoch. Und gleichzeitig macht dieser Bereich den Großteil des deutschen Abfallaufkommens aus (230 Millionen Tonnen, einschließlich Straßenaufbruch).
6. Branchentreff: im Bauteillager des Monumentendiensts
Von Schatzkammern und wiederverwendeten Schätzen
Projektleiterin Kerstin Stölken stellte den in Deutschland einzigartigen Info- und Wartungsdienst für denkmalgeschützte und erhaltenswerte Gebäude (bis 1950) vor.
Dazu gehört die „Schatzkammer" für historische Baustoffe in der Stadt Oldenburg, das Bauteillager, vorgestellt von Michael Flatken. Der Monumentendienst lagert die Materialien, um sie bei Sanierungen von Gebäuden zur Verfügung zu stellen. Das Lager ist allerdings nur ein Teil der angebotenen Leistungen: Bereits seit 2004 verfolgt der Monumentendienst das Ziel, Eigentümerinnen und Eigentümern beim Erhalt ihrer historischen Gebäude aktiv und beratend zur Seite zu stehen. Mit einem speziell ausgebildeten Team von Fachleuten betreut der Monumentendienst unabhängig und objektiv über 2.000 historische Gebäude in der Region und führt Gebäude-Inspektionen durch.
Fred Melius von BSW Bauen-Sanieren-Wohnen aus Hude gab Einblicke in sein Geschäftsmodell „Sanierung mit wohngesunden, nachhaltigen, wiederverwendeten Materialien“. Das Geschäftsmodell von BSW ist der Erwerb älterer Landhäuser oder Resthöfe und eine klimaneutrale Sanierung mit nachhaltigen Materialien wie Reet, Lehm, Stroh, Hanf, alten Klinkersteinen et cetera.
Rückblick auf vorausgegangene Veranstaltungen
5. Branchentreff: Kreislaufwirtschaft in der Kommune und Wiederverwendung bei Concular
Im Januar 2026 haben zwei interessante Gäste den Branchentreff geprägt:
Klaus Schavan, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft und Hochbau, stellte unter dem Motto „Neue Narrative: Kreislaufwirtschaft und kommunales Bauen“ Potenziale, Vorbildfunktion und Verantwortung der Kommune dar und hielt ein beeindruckendes Plädoyer für eine Bauwende.
Caroline Braus, Circular Consultant bei der Concular GmbH, berichtete über regulatorische, ökologische und ökonomische Herausforderungen. So ging es um Gewährleistung, Wirtschaftlichkeit und Zeitaufwand im Vergleich zum konventionellen Bauen – und gleichzeitig um die Wertsteigerung von kreislaufgerechten Gebäuden. Gute Praxisbeispiele haben das Thema veranschaulicht.
An Thementischen fanden lebhafte Diskussionen unter den Teilnehmenden statt. Interessenten für die Präsentationen können sich bei ina.lehnert-jenisch[at]stadt-oldenburg.de melden.
4. Branchentreff: Selektiver Rückbau und vorausschauende Neugestaltung. Michael Schröder/SAR ARCHITEKTEN
Beim 4. Treff im August ging es um das Thema „Selektiver Rückbau und vorausschauende Neugestaltung“. Michael Schröder/SAR SCHRÖDERARCHITEKTEN aus Bremen gab einen Erfahrungsbericht und zeigte am Beispiel eines Bauvorhabens mitten in der Bremer City, wie der Rückbau pragmatisch, konsequent und kreativ umgesetzt wurde. Dabei zeigte er auch Spielräume zwischen Vorgaben und fehlenden Vorgaben bei der Weiternutzung von Rückbauteilen und Baustoffen auf.
Zu Gast waren auch die Projektleiterinnen vom Bau-Circle – Bündnis Kreislaufwirtschaft Bauwesen Metropolregion Nordwest: Architektin Ute Dechantsreiter und Projektmanagerin Lea von Wirth.
Gemeinsam wurden an Thementischen mit allen Teilnehmenden Fragen zu Rückbau und Wiederverwendung vertieft.
3. Branchentreff: Akteursforum „Zirkuläres Bauen" 2025 auf der NORDHAUS-Messe
Auf der NORDHAUS-Messe 2025 fand das Akteursforum „Zirkuläres Bauen“ des Bau-circle, Bündnis Kreislaufwirtschaft Bauen in der Metropolregion Nordwest, statt – und war gleichzeitig der 3. Branchentreff. In Vorträgen und an Thementischen befassten sich 50 Unternehmen und Institutionen aus der Baubranche intensiv mit dem Thema. Dabei ging es um Rückbau, die Wiederverwendung von Baustoffen und Bauteilen und das Bauen mit nachhaltigen Rohstoffen. Die Oldenburger Baudezernentin Christine-Petra Schacht führte ins Thema ein.
Teil 1: Zirkularität im Bauwesen
- Vorstellung Bündnis Kreislaufwirtschaft Bauwesen Metropolregion Nordwest
Ute Dechantsreiter, Dipl.-Ing. Architektin, Projektleitung - Selektiver Rückbau bei kommunalen Bauten – am Beispiel von Ziegelsteinen
Sandra Wentzler, Dipl.-Ing. Arch (FH), Stadt Oldenburg
Iris-Michaela Schmidtmann, Dipl.-Ing. (FH)/Keramik, Institut für Materialprüfung und Bauwerkserhaltung GmbH/Jade Hochschule
Teil 2: Innovation und Inspiration
- Bestand als Ressource – das Bestehende neu denken (online oder in Präsenz)
Prof. Andrea Klinge, Dipl.-Ing. Architektin BDA, Energy and Sustainability, Basel/Schweiz - Zukunftsfähiges Bauen mit Holz, Lehm und Stroh
Thomas Isselhard, Dipl.-Ing. Architekt, Architekten für nachhaltiges Bauen, Verden - Kreislaufgerechtes Bauen mit Holzsteinen
Alex Schmidt, NiTO Holzstein GmbH, Schwanewede
Teil 3: Thementische
- Qualitätssicherung, Materialprüfungen, Recycling-Beton/Frank Hlawatsch
- Bauen in der Praxis mit gebrauchten Materialien/Ute Dechantsreiter
- Schritte zum Rückbau/Sandra Wentzler
- Bauen mit natürlichen Rohstoffen/Thomas Isselhard
2. Branchentreff: Kreislaufwirtschaft Bau in der Jade Hochschule in Oldenburg
Beim Branchentreff im November 2024 ging es um Baustoffe: in ihrer Herstellung, bei der Prüfung und der Anwendung. Dr. Michael Fooken, Leiter Technologie bei Sievert Baustoffe SE & Co. KG in Osnabrück, hielt einen Impulsvortrag zum Thema, wie die Baustoffbranche die Transformation zur ökologischen Neutralität schaffen will. Anschließend informierte und zeigte Prof. Dr.-Ing. Sebastian Hollermann die von Studierenden komplett aus gebrauchten Bauteilen hergestellte Mobile Lernwerkstatt. Prof. Dr.-Ing. Heinrich Wigger und Iris Schmidtmann stellten das Institut für Materialprüfung und Bauwerkserhaltung vor.
1. Branchentreff: mit Rechtsanwalt Ralf Pietsch, Abbruchverband Nord e.V. zum Thema „Aufbruch im Abbruch“
Auftaktveranstaltung Kreislaufwirtschaft Bau in Oldenburg
Einen Einstieg ins Thema bot die Impulsveranstaltung im März 2024 in Oldenburg. Die Teilnahme von circa 60 Fachleuten aus Architektur, Planung, Hoch- und Tiefbau, Entsorgung und Baustoffhandel zeigte das große Interesse am Thema. Nach einer Einführung ins Thema durch die Architektin und Geschäftsführerin des Bundesverbandes bauteilnetz Deutschland e.V. und eine Projektvorstellung durch Frank Hlawatsch von der Materialprüfanstalt Bremen wurde in drei Gruppen über wirtschaftliche Bedingungen, rechtliche Fragen und technische Verfahren diskutiert. Hier können Sie das Programm einsehen » (PDF, 612 KB, barrierefrei).
Bündnis Bau-Circle aus Unternehmen und Institutionen in der Metropolregion Nordwest
Projekt „Bündnis Kreislaufwirtschaft Bauwesen in der Metropolregion Nordwest"
Die Aktivitäten Oldenburgs sind eingebunden den Bau-circle, das Bündnis Kreislaufwirtschaft Bauwesen in der Metropolregion Nordwest, der seit 2023 in einem Projekt der Bremer Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, geleitet vom Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien IWT. Es ging um
- Datenanalyse und Digitalisierung von Stoffströmen
- Rechtliche Aspekte wie zum Beispiel Anforderungen in Ausschreibungen und Qualitätsanforderungen an Sekundärrohstoffe
- Qualifizierung für Planung, Architektur, Wissenschaft, Handwerk und Bauwirtschaft
- Begleitung von Pilotprojekten
Vom Bauhandwerk über Aufbereiter bis zum Planungsbüro
Der Kreislaufgedanke muss in verschiedenen Bereichen und Branchen in die Prozesse Einzug halten, um das Thema auf allen erforderlichen Ebenen voranzubringen. Es geht um Rückgewinnung, Aufbereitung, Wiederverwendung, Zertifizierung, Recycling und den hochwertigen Wiedereinsatz von Bauteilen im „second life".
Gute Gründe für Ihre Teilnahme im Bündnis: Sie werden Teil eines großen Netzwerks in der Region, Sie bereiten sich auf die Zukunft vor und Sie erfüllen die Erwartungen vieler Kundinnen und Kund
Fakten
In Deutschland sind der Betrieb und die Nutzung von Gebäuden für etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und 30 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Die Treibhausgasemissionen aus der Rohstoffgewinnung, der Herstellung von Bauprodukten, dem Bau und der Renovierung von Gebäuden werden dabei auf 5 bis 12 Prozent der gesamten nationalen Treibhausgasemissionen geschätzt. Der Ressourcenverbrauch in der Bauwirtschaft ist mit einem Anteil von etwa 50 Prozent der gesamten Rohstoffnutzung sehr hoch. Und gleichzeitig macht dieser Bereich den Großteil des deutschen Abfallaufkommens aus (230 Millionen Tonnen, einschließlich Straßenaufbruch).
Zusammenarbeit in fünf Arbeitsgruppen
In fünf Arbeitsgruppen (AG) arbeiten Unternehmen, Institutionen und Projektleitung zu folgenden Schwerpunkten. Dort werden auch die Themen behandelt, die bei der Veranstaltung in Oldenburg zusammengetragen wurden (siehe unten).
- AG 1 Datenanalyse und Digitalisierung
– Stoffströme in der Region erfassen, Akteure identifizieren, logistische Systeme untersuchen, Leistungsprofil und Nutzungsanforderungen bezüglich Digitalisierung - AG 2 Rechtlicher Rahmen
– Anforderungen in Ausschreibungen, Belohnungs- und/oder Sanktionssystem eruieren (bezüglich Kommune, Land, Bund, Europa), Qualitätsanforderungen an Sekundärrohstoffe festlegen, Überführung in konkrete Normierungen und Standards - AG 3 Qualifizierung
– Qualifizierungsbausteine für Planung, Architektur, Wissenschaft, Handwerk und Bauwirtschaft, Veranstaltungsformate für verschiedene Zielgruppen prüfen und mit Partnern umsetzen - AG 4 Bündnis-/ Öffentlichkeitsarbeit
– Kooperationsmodelle entwickeln - AG 5 Pilotprojekte
– Initiierung und Auswertung von Pilotprojekten in den Bereichen Hochbau, Tiefbau, Landschaftsbau und Gebäudetechnik
Hier geht es zur Bau-Circle Projektwebsite. Eine gute Basis für den Einstieg ins Thema bietet ein Handlungsleitfaden, der mit Bremer Akteuren entwickelt wurde. Diesen können Sie über bauteilnetz Deutschland kostenlos erhalten
Wenn Sie in der Metropolregion Nordwest ansässig sind und im Bündnisprojekt mitarbeiten wollen, schreiben Sie bitte per E-Mail an.
Kontakt
Ina Lehnert-Jenisch
Telefon: +49 (0)441 235-2105
E-Mail: ina.lehnert-jenisch[at]stadt-oldenburg.de
Zuletzt geändert am 30. Juni 2026








