Gewerbeflächenentwicklung

Mit gezielter Flächenentwicklung reagiert Oldenburg auf den stetigen Bedarf der Wirtschaft und stärkt damit den Standort strategisch.

Wachstum braucht Fläche

Oldenburg steht – wie viele wachsende Städte – unter hohem Flächendruck. Während Wohnungsbau und Naturschutz in der öffentlichen Debatte oft dominieren, rücken gewerbliche Entwicklungen seltener ins Rampenlicht. Dabei sind sie für die lokale Wirtschaft essenziell. Neben den langfristig angelegten Flächenpotenzialen auf dem Fliegerhorst befinden sich derzeit gleich drei neue Baugebiete in Planung: Mit der Ausweisung von Flächen in Tweelbäke und am Krugweg begegnet die Stadt dem wachsenden Bedarf an Raum für unternehmerisches Wachstum – sowohl durch gezielte Unternehmensprojekte als auch durch strategisch geplante Angebotsflächen. Damit zeigt die Stadt Oldenburg, wie kommunale Planungshoheit aktiv zur wirtschaftlichen Zukunftsgestaltung beiträgt.

Flächenvermarktung mit Substanz

„Wir müssen wirtschaftliche Entwicklung immer auch räumlich denken“, betont Kersten Mittwollen, Leiter des Fachdienstes Unternehmensservice der Stadt Oldenburg. „Ohne verfügbare Flächen können Unternehmen weder wachsen noch sich neu ansiedeln – und das ist eine zentrale Herausforderung, der wir uns aktuell stellen.“

Insgesamt setzt die Stadt damit bewusst auf eine Mischung aus anlassbezogenen Entwicklungen, die auf die konkreten Bedarfe einzelner Unternehmen zugeschnitten sind, sowie auf Angebotsflächen, die mittel- bis langfristig für verschiedenste Ansprüche bereitgestellt werden. „Es geht nicht darum, möglichst schnell Flächen zu verkaufen“, erklärt Jörg Triebe, zuständig für Flächenvermarktung in der Oldenburger Wirtschaftsförderung. „Unser Ziel ist es, Unternehmen mit echter Zukunftsperspektive Raum zur Entwicklung zu bieten – sei es durch Personalintensität, Ausbildungsschwerpunkte oder technologische Innovationskraft.“

Fallbeispiel SmarAct GmbH: Wachstum mit Weitsicht

Ein Paradebeispiel für eine anlassbezogene Planung ist die SmarAct GmbH. Das Hightech-Unternehmen, das Präzisionssysteme für Forschung und Industrie herstellt, plant in Tweelbäke auf zwei jeweils rund drei Hektar großen Flächen eine langfristige Erweiterung in mehreren Bauabschnitten. „Wir danken der Stadt Oldenburg für die konstruktive Unterstützung und die planungsrechtliche Offenheit“, sagt Michael Weigel-Jech, CEO von SmarAct. „Dadurch entstehen für SmarAct in Tweelbäke entscheidende Entwicklungsmöglichkeiten, um unsere Hightech-Produktion und -Forschung weiter auszubauen. Diese Expansion stärkt nicht nur unseren Standort, sondern schafft in der gesamten Region neue hochwertige Arbeitsplätze und Impulse für Innovation, Technologie und nachhaltiges Wachstum.“

Entwicklungen wie diese haben für die Stadt eine doppelte Bedeutung: „Solche Investitionen sind ein Signal für die Innovationskraft der Region. Sie zeigen, dass Oldenburg auch für technologieorientierte Unternehmen attraktiv ist – und das langfristig“, so Mittwollen.

Krugweg: Gewerbevorrat für kommende Jahre

Parallel dazu plant die Stadt ein neues Gewerbegebiet im Stadtnorden – den Krugweg. Anders als in Tweelbäke steht hier nicht ein konkretes Unternehmen im Mittelpunkt, sondern die Verfügbarkeit von „Gewerbevorratsflächen“. Das Areal wird erschlossen und baurechtlich vorbereitet, um künftig schnell auf Unternehmensanfragen reagieren zu können. „Wenn ein Unternehmen auf uns zukommt, will es nicht erst drei Jahre auf Bebauungspläne und Erschließung warten“, betont Triebe. „Deshalb müssen wir marktfähige Flächen vorhalten – mit Planungsrecht, technischer Infrastruktur und klarer Strategie.“ Der Krugweg sei als Ergänzung zum stark ausgelasteten Patentbusch konzipiert, der sich in den letzten Jahrzehnten zu einem dynamischen Gewerbequartier entwickelt habe.

Wie wichtig solche Flächenreserven sind, zeigt das Beispiel VH Motorradtechnik GmbH, deren Geschäftsführer Helge Helms die Entwicklung im Stadtteil Etzhorn ausdrücklich begrüßt: „Nach der Umsiedlung im Jahre 2023 werden wir die nächste Erweiterung unseres Unternehmens am Steinkamp realisieren. Nur durch die Verfügbarkeit von marktfähigen Flächen ist die Wirtschaft in der Lage, am Standort Oldenburg zu expandieren, sich breiter aufzustellen und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Insofern begrüßen wir auch die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen im Bereich Krugweg.“

Kersten Mittwollen unterstreicht die strategische Bedeutung solcher Flächenpotenziale: „Es reicht nicht, nur auf aktuelle Nachfrage zu reagieren. Wir müssen vorausschauend planen, damit auch in fünf oder zehn Jahren noch Spielräume für Unternehmensentwicklung bestehen.“

Individuelle Parzellierung statt Standardlösung

Ein wesentliches Element der Oldenburger Flächenpolitik ist die bedarfsgerechte Parzellierung. Anders als im Wohnungsbau, wo Grundstücke oft standardisiert vergeben werden, erarbeitet die Stadt mit den Unternehmen ein individuelles Anforderungsprofil. Dabei spielen Faktoren wie Bebauungsdichte, Personalstruktur, Lärmemissionen oder Logistik eine Rolle.

„Wir wollen, dass Unternehmen langfristig restriktionsfrei arbeiten können“, erklärt Jörg Triebe. „Dafür ist es entscheidend, die passende Fläche zu finden – sowohl was die Bebauung als auch das Umfeld betrifft.“

Dass dieses Vorgehen funktioniert, zeigt sich in den klassischen Gewerbegebieten Oldenburgs: Leerstände sind selten, was auch auf das enge Zusammenspiel zwischen Wirtschaftsförderung und Unternehmen zurückzuführen ist. Die Stadt begleitet Investitionen über Jahre hinweg, auch nach Fertigstellung der Gewerbeobjekte, und kennt die Bedarfe und Potenziale der Betriebe genau.

Fazit: Bodenpolitik mit Weitblick

Ob technologiegetriebene Wachstumsschübe wie bei SmarAct oder schrittweise Erweiterungen wie im Fall der VH Motorradtechnik – Oldenburg setzt mit seiner Flächenstrategie ein klares wirtschaftspolitisches Ziel: Unternehmen Raum geben, um sich weiterzuentwickeln, Innovationen voranzutreiben und selbstverständlich auch qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.

Kersten Mittwollen betont dabei die Bedeutung einer frühen Kontaktaufnahme: „Unternehmen, die sich erweitern oder neu ansiedeln möchten, sollten frühzeitig das Gespräch mit uns suchen. So können wir Bedarfe gezielt prüfen und passende Optionen aufzeigen.“ Der Fachdienst Unternehmensservice der Stadt Oldenburg fungiert dabei als erste Anlaufstelle und unterstützt Betriebe von der Flächenanfrage über die Planung bis hin zur Umsetzung.

Oldenburg bleibt so eine aktive Gestalterin ihrer wirtschaftlichen Zukunft – nicht nur durch Pläne auf dem Papier, sondern durch marktfähige Flächen, vorausschauende Planung und eine verlässliche Partnerschaft mit der Wirtschaft.

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Zuletzt geändert am 15. Dezember 2025