Stadt Oldenburg baut Bevölkerungsschutz weiter aus
Eigenvorsorge treffen mit Vorrat für Zuhause
Gut vorbereitet mit regelmäßigen Übungen und Leuchtturmkonzept
Die Stadt Oldenburg arbeitet intensiv daran, den Bevölkerungsschutz und die Krisenvorsorge weiter zu stärken. Jens Spekker, Leiter der Feuerwehr Oldenburg, berichtete in der Mai-Sitzung des Ausschusses für Finanzen und Beteiligungen über aktuelle Projekte und Maßnahmen. „Ein zentraler Bestandteil des Bevölkerungsschutzes ist das sogenannte Leuchtturmkonzept. Dabei entstehen sechs Anlaufstellen für die Bevölkerung im Katastrophenfall – am Pferdemarkt 14 sowie an fünf Feuerwehrgerätehäusern. Alle Standorte wurden bereits mit Notstromversorgung ausgestattet. Auch die personelle Besetzung steht fest, Schulungen laufen bereits. Parallel wird ein Einsatzplan vorbereitet. Wir sind auf einem guten Weg“, so Spekker.
Gut vorbereitet: Regelmäßige Übungen für den Ernstfall
Darüber hinaus wird der Katastrophenschutzstab organisatorisch weiterentwickelt. Vorgesehen ist künftig ein Drei-Schicht-System mit rund 150 städtischen Mitarbeitenden. Erste Schulungen und Übungen haben bereits stattgefunden, weitere Stabsübungen folgen im Laufe des Jahres 2026. Zusätzlich werden Alarmierungs- und Ausbildungskonzepte weiter ausgebaut.
Auch die Ausgabe von Jodtabletten im Krisenfall wurde vorbereitet. Die Ausgabe soll durch städtische Mitarbeitende an Grundschulen erfolgen. Hier wird die Einsatzplanung weiterentwickelt, die die Grundlage für Schulungen des Personals bildet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Planungen für einen Ernährungsnotfall. Hier wirkt die Stadt gemeinsam mit dem Land Niedersachsen, großen Lebensmittelbetrieben sowie dem Lebensmittel-Einzelhandel in einer Projektgruppe zur Sicherstellung der Lebensmittelversorgung in Krisensituationen mit. Dabei geht es unter anderem um die Organisation von Verkaufsstellen und die Steuerung der Versorgung im Ernstfall.
Warnung der Bevölkerung: Über Sirenennetz und Alarmkalender
Im Bereich der Bevölkerungswarnung arbeitet die Stadt an einem neuen Sirenennetz. Ein Gutachten hat rund 60 geeignete Standorte im Stadtgebiet identifiziert, überwiegend an städtischen Gebäuden. Aktuell werden die Ausschreibungsunterlagen vorbereitet.
Für den Zivilschutz werden Maßnahmen, die im Alarmierungsfall durchzuführen sind, durch zahlreiche städtische Ämter vorbereitet. Hierzu befindet sich die Stadt im regelmäßigen Austausch mit anderen niedersächsischen Katastrophenschutzbehörden.
Ausblick: Weitere Projekte des Bevölkerungsschutzes
Zusätzlich wird derzeit ein Ergänzungsgutachten zum Feuerwehrbedarfsplan erstellt. Untersucht werden dabei insbesondere Szenarien wie ein großflächiger Stromausfall, Betreuungslagen oder ein Ausfall der Trinkwasserversorgung. Das Gutachten soll noch 2026 vorgelegt werden.
Weitere Projekte betreffen unter anderem ein Kraftstoffnotfallkonzept, die Förderung von Hilfsorganisationen, notwendige Beschaffungen sowie ein Schutzraumkonzept.
Wichtiger denn je: Eigenvorsorge treffen
Die Stadt empfiehlt den Bürgerinnen und Bürgern, selbst Vorsorge für Krisensituationen zu treffen. Dazu gehört die Installation der kostenlosen Warn-App KATWARN. Spekker sagt dazu: „Ob beim Einkauf, im Büro, zuhause oder im Theater: Die App informiert im Gefahrenfall direkt per Smartphone über aktuelle Warnungen und Verhaltenshinweise. Während der Hochwasserlage 2023/2024 wurde KATWARN in Oldenburg intensiv genutzt – unter anderem für Warnmeldungen, Informationen zu möglichen Evakuierungen, zur Sandsackausgabe sowie für Entwarnungen. Die Zahl der registrierten Nutzerinnen und Nutzer stieg in diesem Zeitraum von rund 33.000 auf mehr als 45.000.“
Die App ist zudem an das Modulare Warnsystem des Bundes sowie an den Deutschen Wetterdienst angebunden und stellt damit eine wichtige Informationsquelle in Krisensituationen dar.
Informiert bleiben
Weitere Informationen zur Warn-App KATWARN sowie den Download der App ».
Der Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe » steht außerdem kostenlos zum Download bereit. Darin enthalten sind unter anderem Checklisten, welche Vorräte sinnvollerweise angeschafft werden sollten, um im Notfall für drei oder zehn Tage zuhause mit dem Nötigsten versorgt zu bleiben.
Zuletzt geändert am 26. Mai 2026

