Seit dem 27. Februar 1984 besteht eine Patenschaft zwischen der Stadt Oldenburg und der Bundeswehr. Stellvertretend für alle am Standort Oldenburg vertretenen Einheiten der Bundeswehr wurde die Patenschaft zunächst mit der 11. Panzergrenadierdivision geschlossen. Nach deren Auflösung im Jahr 1993 ging die Patenschaft auf den Standortältesten über, den Kommandeur des Verteidigungsbezirkskommandos 24; im Juni 2007 wiederum auf den Kommandeur der Luftlandebrigade 31. 2016 ging die Patenschaft offiziell an die nun in Oldenburg stationierte 1. Panzerdivision über. Die Patenschaft stellt ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit zwischen der Stadt Oldenburg und der Bundeswehr dar.
Geschichtliches
Nach der Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 8. Mai 1945 wurden die Kasernen in Oldenburg von den alliierten Besatzungsmächten beschlagnahmt. Bis 1956 waren die Kasernen durch kanadische und britische Truppen belegt. Mit dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO am 9. Mai 1955 und der Verabschiedung der Wehrgesetze durch den Bundestag begann ab November 1955 der Aufbau der Bundeswehr sowie die Einberufung der ersten Wehrpflichtigen.
Im September 1956 wurde in Oldenburg ein Bundeswehrstandort eingerichtet. Die Standortverwaltung und das neu errichtete Kreiswehrersatzamt wurden in der Pferdemarktkaserne untergebracht. Da in Oldenburg bereits geeignete Kasernen- und Gebäudekomplexe vorhanden waren, konnte die Bundeswehr den Standort ohne größere Um- oder Neubauten nutzen. Ein Großteil der Bevölkerung begrüßte die Entscheidung für den Standort Oldenburg. Die Nordwest-Zeitung berichtete Ende 1958 von einem „harmonischen Einvernehmen zwischen der soldatenfreundlichen Bevölkerung und den neuen Bürgern in Uniform“.
Am 1. Mai 1959 wurde die 11. Panzergrenadierdivision in der Clausewitz-Kaserne in Ohmstede aufgestellt. Die Division entwickelte sich zur größten Bundeswehreinheit in Oldenburg und prägte über Jahrzehnte die militärische Geschichte der Stadt. Viele Soldaten fanden in Oldenburg ihre Heimat.
Bereits wenige Jahre nach ihrer Gründung stand die Division vor ihrer ersten großen Bewährungsprobe. Während der verheerenden Sturmflut an der Nordseeküste im Februar 1962 beteiligten sich die Soldaten an umfangreichen Katastropheneinsätzen und retteten rund 1.100 Menschen. Am 19. Mai 1962 wurde die 11. Panzergrenadierdivision der NATO unterstellt. Aus diesem Anlass fand eine große Feldparade auf der Cloppenburger Straße statt, die vom damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß abgenommen wurde.
Auch in den folgenden Jahren unterstützte die Division die Bevölkerung bei zahlreichen Katastrophen und Hilfseinsätzen. Dazu gehörten Einsätze bei Wald- und Moorbränden, Schnee- und Hochwasserkatastrophen. Im Sommer 1975 waren Soldaten der 11. Panzergrenadierdivision beim Großbrand in der Lüneburger Heide im Einsatz. Während des Golfkrieges unterstützte die Division von November 1990 bis Juli 1991 mit Transport-, Instandsetzungs- und Wachleistungen in den Häfen Emden und Nordenham die Verlegung amerikanischer und britischer Truppenteile.
Die Bundeswehr entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil des öffentlichen Lebens in Oldenburg. In den 1980er Jahren verfügte sie über sieben über das gesamte Stadtgebiet verteilte Standorte mit einer militärisch genutzten Fläche von insgesamt 311 Hektar, was etwa 3,6 Prozent der Stadtfläche entsprach. Schätzungen zufolge gehörten damals rund 12.000 Menschen – Soldaten, Beamte, Angestellte, Arbeiter sowie deren Familienangehörige – zur unmittelbar mit der Bundeswehr verbundenen Wohnbevölkerung.
Um die guten Beziehungen zwischen Stadt und Bundeswehr weiter zu stärken, beschloss der Rat der Stadt Oldenburg am 17. Oktober 1983, die Kontakte zu den am Standort stationierten Bundeswehreinheiten zu intensivieren. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der 11. Panzergrenadierdivision bot die Stadt der Division die Übernahme einer Patenschaft an. Diese sollte die Verbundenheit der Garnisonstadt mit ihren Bürgern in Uniform sichtbar machen und die Wertschätzung für deren Beitrag zum kommunalen Leben sowie zur Sicherung des Friedens ausdrücken.
Die Patenschaftsurkunde wurde am 27. Februar 1984 unterzeichnet. Darin wurde festgehalten, dass die bereits bestehenden guten Beziehungen zwischen der 11. Panzergrenadierdivision, den Bürgerinnen und Bürgern, dem Rat sowie der Verwaltung der Stadt Oldenburg auch künftig gepflegt und gefördert werden sollten. Die Patenschaft galt dabei stellvertretend für alle Bundeswehreinheiten am Standort Oldenburg.
Nach der Auflösung der 11. Panzergrenadierdivision im Jahr 1993 ging die Patenschaft auf den jeweiligen Standortältesten über, der stellvertretend für alle Bundeswehreinheiten am Standort Oldenburg handelte. Bis Mai 2007 war dies der Kommandeur des Verteidigungsbezirkskommandos 24, der die Belange der Bundeswehr im Raum Oldenburg koordinierte. Im Juni 2007 ging die Patenschaft auf den Kommandeur der Luftlandebrigade 31 als Standortältesten über.
Nach der Außerdienststellung der Luftlandebrigade 31 im März 2015 übernahm der Leiter des Vorkommandos der 1. Panzerdivision in seiner Funktion als Standortältester die Patenschaft. Die offizielle Übergabe an die 1. Panzerdivision erfolgte schließlich am 15. Juni 2016 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Division. Damit wurde die Tradition der engen Verbundenheit zwischen der Stadt Oldenburg und den am Standort stationierten Bundeswehreinheiten fortgeführt. Seit 1956 ist Oldenburg damit ununterbrochen ein bedeutender Bundeswehrstandort im Nordwesten Deutschlands.
Die Patenschaft
Der Rat der Stadt Oldenburg hat am 17. Oktober 1983 beschlossen, die Beziehungen zu den in Oldenburg beheimateten Einheiten der Bundeswehr zu verstärken. In Anerkennung des Auftrages und des Dienstes, den die Soldaten für alle Bürger leisten, wurde der 11. Panzergrenadierdivision anlässlich deren 25-jährigen Bestehens die Übernahme der Patenschaft angeboten. Die 11. Panzergrenadierdivision war damals die größte Einheit der Bundeswehr in Oldenburg. Hier erfahren Sie mehr über die Patenschaft.
Patenschaftsveranstaltungen
Patenschaftsveranstaltungen dienen heute der Pflege der guten Beziehungen zwischen Oldenburg und der Bundeswehr. Hier erfahren Sie mehr über die Patenschaftsveranstaltungen.
Großer Zapfenstreich
Zum 50-jährigen Standortjubiläum der Bundeswehr in Oldenburg fand am 20. Oktober 2006 auf dem Oldenburger Pferdemarkt der Große Zapfenstreich statt. Hier erfahren Sie mehr über den Großen Zapfenstreich.
Oldenburg als Garnison
Die Stadt Oldenburg als Garnison hat eine lange Geschichte, die weit über die Zeit der Bundeswehr hinausgeht. Hier erfahren Sie wie sich die Garnison Oldenburg entwickelt hat.
Patenschaft als Zeichen der Verbundenheit
Patenschaften zwischen Städten und der Bundeswehr stellen einen Beleg der Verbundenheit zwischen ziviler Bevölkerung und Soldaten dar. Im Ministerialblatt des Bundesministers der Verteidigung (VMBl) heißt es unter anderem dazu:
„1) Patenschaften von Einheiten und Verbänden der Bundeswehr mit Städten und Gemeinden in der Umgebung des Standortes sollen das Verständnis der Bürger für die Bundeswehr als Instrument einer wehrhaften Demokratie zur Friedenssicherung fördern. Sie wachsen aus dem gegenseitigen Verstehen von Gemeinde und Bundeswehr.
2) Patenschaften ergänzen die Öffentlichkeitsarbeit in Verteidigungsfragen durch das lebendige Beispiel der Truppe. Sie vertiefen die Integration der Einheiten und Verbände in ihre lokale Umwelt und tragen zum Verständnis der Bürger für die Belastungen aus dem Truppenalltag bei.
3) Patenschaften ergänzen Freizeitmaßnahmen und haben ihren Schwerpunkt im außerdienstlichen Bereich. Die Teilnahme an Maßnahmen im Rahmen der Patenschaftspflege ist für den einzelnen gleichwohl Dienst.“
Zuletzt geändert am 30. Juni 2026
