Reallabor Helleheide bleibt Impulsgeber für die Energiewende
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat grünes Licht für die Förderung der zweiten Projektphase des Vorhabens „Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst Oldenburg“ gegeben. Dieses zukunftsweisende Projekt setzt mit der Weiterentwicklung des Reallabors Helleheide einen Meilenstein für die Energiewende und die nachhaltige Stadtentwicklung. Gefördert wird das Projekt mit circa drei Millionen Euro.
„Ich freue mich, dass Oldenburg weiterhin ein Schrittmacher auf dem Weg hin zu nachhaltiger Energieversorgung und innovativer Stadtentwicklung sein wird“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Projekte wie das Reallabor Helleheide sind nicht nur ein Gewinn für die Forschung, sondern stärken auch unsere Stadt als lebenswerte, zukunftsorientierte und klimafreundliche Kommune“, betont Krogmann.
„Das Reallabor Helleheide bietet eine einmalige Möglichkeit, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse direkt in die Praxis zu überführen. Mit diesem Projekt treiben wir die Forschung an vernetzten sektorengekoppelten Energiesystemen voran und leisten einen wichtigen Beitrag zur Transformation hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien“, sagt Prof. Sebastian Lehnhoff, Vorstandsvorsitzender des Forschungs- und Entwicklungsinstituts für Informatik OFFIS.
Hintergrund des Projekts
Das neue Vorhaben baut auf den erfolgreichen Ergebnissen des Vorgängerprojekts „ENaQ - Energetisches Nachbarschaftsquartier“, das von 2018 bis 2024 unter dem Motto „Energie von Nachbarn für Nachbarn“ durchgeführt wurde, auf. Ziel dieses Projekts war die Entwicklung eines klimafreundlichen und zukunftsweisenden Energiekonzepts für das Quartier Helleheide und dessen Umsetzung.
Kern des ENaQ-Ansatzes ist das Konzept den Großteil des Energiebedarfs aus lokal erzeugter Energie zu decken. Dabei wurden in Helleheide verschiedene Szenarien realisiert. Im Rahmen des ENaQ-Projekts wurde Helleheide als Reallabor etabliert, um innovative Ansätze praxisnah zu erproben. Dieses Reallabor bietet die Möglichkeit, neue Forschungsfragen, Technologien und Konzepte unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln.
Ziele des neuen Vorhabens
Im Fokus des neuen Vorhabens stehen die Weiterentwicklung und Optimierung des Quartierskonzepts sowie die wissenschaftliche Evaluation von Betriebsweisen. Insbesondere soll die intelligente Steuerung des sektorengekoppelten Energieversorgungssystems über mehrere Kälteperioden hinweg verbessert werden. Weitere Schwerpunkte sind:
- Integration von Mehrpunkteinspeisungen für das lokale Nahwärmenetz,
- Förderung von Direktvermarktung und dynamischen Tarifen,
- Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner und Stakeholder in die Quartiersentwicklung sowie
- Bereitstellung von Daten für die nationale Forschungsdateninfrastruktur „NFDI4Energy“.
Wer ist an dem Projekt beteiligt?
Mit der Bewilligung der zweiten Projektphase (2025-2030) wird das Reallabor Helleheide erneut zum Impulsgeber für die Energiewende. Beteiligte sind: OFFIS e.V. als Konsortialführer, DLR e.V. mit dem Institut für Vernetze Energiesysteme, Olegeno Oldenburger Energie-Genossenschaft eG, GSG Oldenburg Bau- und Wohngesellschaft mbH, GSG Energie GmbH, Electric-Special Photronicsysteme GmbH (ESP), Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und die Stadt Oldenburg. Die Erfahrungen und Erkenntnisse sollen als Vorbild für andere Quartiere und Regionen dienen und die Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme maßgeblich vorantreiben.
Zuletzt geändert am 29. Juni 2026