2008 hat die Stadt Oldenburg in Form einer „Zeitreise“ die erste urkundliche Erwähnung Oldenburgs im Jahr 1108 gefeiert. Das 900-jährige Stadtjubiläum war eine bunte und fröhliche Feier, die die Geschichte der Stadt für alle Bürgerinnen, Bürger und Gäste erlebbar machte. Es gab Theateraufführungen, ein Kochfestival, Konzerte, Stadtführungen, Ausstellungen, ein Familienfest und vieles, vieles mehr.
Wer die „Zeitreise“ leider verpasst hat, kann jetzt zumindest noch ein bisschen Jubiläums-Luft schnuppern: Für das Projekt „Geschichte unter Füßen“ sind Vitrinen mit historischen Funden in den Boden eingelassen worden. Diese sind auf unbegrenzte Zeit in der Innenstadt zu sehen.
Mit 90 Bund Aalen fing alles an
Im Jahr 2008 feiert die Stadt Oldenburg die erste urkundliche Erwähnung der Huntestadt. Übermittelt ist, dass im Jahre 1108 der damalige Graf Egilmar I. von Oldenburg auf seinen Wunsch hin vom Kloster Iburg mit seiner Familie in die Gebetsbrüderschaft aufgenommen wurde. Als Gegenleistung sollten künftig alljährlich durch Graf Egilmar zu Marien Geburtstag (8. September) neunzig Bund Aale an den Iburger Abt ausgehändigt werden.
Dieses geschichtliche Ereignis wurde urkundlich festgehalten und ist bedeutend für die erste Erwähnung des Namens Oldenburg, der damals als Aldenburg niedergeschrieben wurde. Die Originalurkunde existiert nicht mehr, im Kloster Iburg liegt jedoch eine Kopie der Urkunde.
Buch zur Stadtgeschichte
Gehen Sie auf Zeitreise durch über 900 Jahre Stadtgeschichte: In einer Veröffentlichung des Stadtmuseums, die im Buchhandel erhältlich ist, wird die Geschichte der Stadt von ihren Anfängen bis zur aktuellen Situation erzählt. „Oldenburg. Stadtgeschichte in Bildern und Texten. Vom Heidenwall zur Wissenschaftsstadt“ lautet der Titel der 168-seitigen Publikation mit zahlreichen Abbildungen. Sie wurde anlässlich der 900-Jahr-Feier der Stadt erarbeitet: Im Jahr 2008 feierte Oldenburg die schriftliche Erwähnung ihres Namens („Aldenburg“) im Jahr 1108.
In der Publikation finden sich Beiträge unterschiedlicher Autoren: Udo Elerd, Jana Ester Fries, Ewald Gäßler, Rainer Lisowski, Lioba Meyer, Florence Morel, Matthias Nistal, Berit Pleitner, Andreas von Seggern, Gerd Steinwascher und Joachim Tautz. Herausgeber des Bandes sind Udo Elerd, Lioba Meyer und Gerd Steinwascher (Veröffentlichungen des Stadtmuseums Oldenburg, Band 60, gebunden, 14,80 Euro, ISBN 978-3-89995-609-2).
Geschichte unter den Füßen
Oldenburg bietet „Geschichte unter den Füßen“. Anlässlich der 900-Jahr-Feier wurde eine neue Dauerausstellung der besonderen Art eingeweiht: Eingelassen in 19 Bodenvitrinen werden historische Fundstücke präsentiert.
Die Schaukästen, die an 13 Standorten in der Innenstadt in den Boden eingelassen wurden, erzählen die Oldenburger Stadtgeschichte des 8. bis 19. Jahrhunderts anhand von archäologischen Fundstücken. Die Exponate kehren dabei an den Ort ihres Fundes zurück: An der Lambertikirche werden unter anderem Keramikgefäße, ein kleiner Lederschuh, eine Spardose aus Ton, Hufeisen, Messerklinge und Kochlöffel aus Holz zu sehen sein. All diese Stücke wurden bei Umbaumaßnahmen zur Umgestaltung des Marktplatzes in den Jahren 1978/79 gefunden.
Die Nachbildungen der original Fundstücke werden in kleinen in den Boden eingelassenen und beleuchteten Edelstahlkästen ausgestellt. Zugedeckt werden diese mit bruch- und rutschfestem Sicherheitsglas, in das mit einem Laser eine kurze Erklärung und Beschriftung der Exponate eingraviert ist.
An folgenden Standorten sind die Vitrinen zu finden
- Marktplatz, St. Lambertikirche (Vitrinen 1 bis 4)
- Markt und Pistolenstraße/Baumgartenstraße (Vitrinen 5 bis 7)
- Ritterstraße (Vitrine 8)
- Achternstraße und Ritterstraße (Vitrinen 9 und 10)
- Mühlenstraße (Vitrine 11)
- Schlossplatz (Vitrine 12)
- Schlosswache (Vitrine 13)
- Staustraße/Achternstraße (Vitrine 14)
- Stauline (Vitrine 15)
- Achternstraße (Vitrine 16)
- Kleine Kirchenstraße (Vitrine 17)
- Bergstraße (Vitrine 18)
- Burgstraße (Vitrine 19)
Die genauen Standorte der Vitrinen, deren Inhalte sowie weitere Informationen zur Ausstellung „Geschichte unter den Füßen“ finden Sie in diesem Flyer (PDF, 472 KB).
Zuletzt geändert am 30. Juni 2026


