Gut vorbereitet!

Entwickeln Sie Ihre persönliche Notfallplanung

Deutschland hat einen Notfallplan – und Sie?

Katastrophen in der Welt sind täglich in den Medien zu sehen oder zu lesen. Bilder von Zerstörung und Leid sind hier besonders prägend und wühlen auf.

Viele vergessen, dass nicht nur die großen/langfristigen Katastrophen, wie zum Beispiel ein Krieg, das Leben stark beeinträchtigen können. Auch heftige/kurzweilige Ereignisse wie ein örtlicher Starkregen, ein schwerer Sturm, in der Folge ein Stromausfall oder ein Hausbrand können für jede Person, jede Familie eine ganz persönliche Katastrophe auslösen.

Deutschland ist grundsätzlich mit der vorherrschenden Sicherheitsstruktur durch Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW) gut aufgestellt, jedoch können diese bei sehr schweren Katastrophen nicht überall sein. In der Regel sind Lebensmittel, Medikamente, Trinkwasser (auch aus dem Wasserhahn) immer verfügbar und schnell zu bekommen. Aber das kann durch Katastrophen beeinträchtigt werden oder ausfallen.

Wenn Sie sich selber gut vorbereiten, dann sind Sie im Ernstfall klar im Vorteil!

Über Übungen, Planungen und Maßnahmen

Wie lautet Oldenburgs Notfallplan zu Gasmangel und Stromausfall?

Die Stadt Oldenburg hat sich als Untere Katastrophenschutzbehörde in der Vergangenheit bereits mit Planungen, einer bundesweiten Gasmangellage » und einem damit verbundenen großflächigen Stromausfall zu begegnen, beschäftigt und entsprechende Szenarien im Rahmen der jährlich stattfindenden Katastrophenschutzübungen trainiert. Aus den Übungen und weiteren Planungen wurden Maßnahmen für die Vorbereitung auf einen Stromausfall abgeleitet. Die Stadtverwaltung steht zudem im engen und regelmäßigen Austausch mit unserem Energieversorger, der EWE. Die Stadt Oldenburg hat derzeit keine konkreten Planungen für einen längerfristigen (14-tägigen) Stromausfall erstellt, da ein solches Szenario (Blackout) von Experten als unwahrscheinlich angesehen wird. Das elektrische Energieversorgungssystem ist mehrfach redundant ausgelegt und verfügt über zahlreiche Sicherungsmechanismen, die selbst bei größeren Störungsereignissen einen völligen Zusammenbruch des Übertragungsnetzes verhindern sollen. Die Sicherungsmechanismen werden kontinuierlich auf ihre Eignung geprüft und bei Bedarf angepasst.

Dennoch gibt es Vorbereitungen und Checklisten bei der Stadt Oldenburg, um einen möglichen kurzfristigen Stromausfall, wie beispielsweise auch durch kontrollierte Stromabschaltungen (Brownout) zu begegnen. Bei einem Brownout ist es notwendig, die Nachfrage nach Strom für den Zeitraum zu reduzieren, in dem zu wenig Strom zur Verfügung steht. Ein mögliches Mittel der Energieversorgungsunternehmen besteht darin, mit einem zeitlichen Vorlauf und regional sowie zeitlich begrenzt einen Teil der Verbraucher von der Stromversorgung zu trennen, um die Nachfrage soweit zu reduzieren, dass sie mit der erzeugten Strommenge wieder übereinstimmt. Solange der Mangel besteht, erfolgt die Abschaltung von Verbrauchern reihum (diskriminierungsfrei), um die Auswirkungen auf einzelne Regionen so gering wie möglich zu halten.

Neben der kritischen Infrastruktur und sensiblen Einrichtungen, darunter Kliniken und Pflegeheime, stehen dabei auch der Betrieb von möglichen Anlaufpunkten für die Bevölkerung (Kat-Leuchtturmsystem) zur Information und einer möglichen Notrufabgabe im Fokus der aktuellen Planungen.

Weitere vorbereitende und planerische Maßnahmen für den Zivil- und Katastrophenschutz führen Bund, Länder und Kommunen kontinuierlich durch. In der Stadt Oldenburg koordiniert die Feuerwehr die Aufgaben im Bevölkerungsschutz mit den Organisationen Technisches Hilfswerk, Johanniter, Malteser, Deutsches Rotes Kreuz und DLRG. Die Ausstattung der mitwirkenden Organisationen wird durch Bund, Land und Kommunen, aber auch durch Eigenmittel der Organisationen geleistet.

Für den Fall eines Stromausfalls verfügen die Krankenhäuser über Notstromaggregate, so dass der Betrieb grundsätzlich sichergestellt ist. Als Anlaufstellen für die Bevölkerung ist die Einrichtung sogenannter Kat-Leuchttürme geplant. Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung besteht im Oldenburger Stadtgebiet ein Netz sogenannter Notbrunnen.

Welche Dokumente sind im Notfall wichtig?

Dokumente

Das Zuhause schnell verlassen – dies kann passieren, wenn es in einer Notlage um Minuten geht. Gründe hierfür könnten ein Haus- oder Wohnungsbrand oder die Entschärfung einer Bombe sein. Hierbei ist es enorm wichtig, dass Sie Ihre wichtigen Dokumente mit einem Griff einpacken und mitnehmen können, damit diese nicht zerstört werden.

Wichtige Dokumente erneuern zu lassen, kann sehr schwierig sein. Denken Sie rechtzeitig darüber nach, was für Sie wichtig ist. Stellen Sie alle wichtigen Dokumente in einer Dokumentenmappe zusammen und bewahren Sie diese griffbereit auf. Für den Notfall sollten alle Familienmitglieder über den Standort der Mappe Bescheid wissen. Außerdem ist es sinnvoll, Kopien wichtiger Dokumente digital zu sichern oder an anderer Stelle aufzubewahren.

Welche Dokumente wichtig sind, ist etwas sehr individuelles. Es hängt von Ihren persönlichen Lebensumständen ab. Hier finden Sie einige Beispiele für Dokumente, an die Sie denken sollten:

Original: Familienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden) beziehungsweise Stammbuch

Original oder beglaubigte Kopie: Sparbücher, Kontoverträge, Aktien, Wertpapiere, Versicherungspolicen, Renten-, Pensions- und Einkommensbescheinigungen, Einkommenssteuerbescheide, Qualifizierungsnachweise: Zeugnisse (Schulzeugnisse, Hochschulzeugnisse, Nachweise über Zusatzqualifikationen), Verträge und Änderungsverträge, zum Beispiel auch Mietverträge, Leasingverträge et cetera, Testament, Patientenverfügung und Vollmacht

Einfache Kopie: Personalausweis, Reisepass, Führerschein und Fahrzeugpapiere, Impfpass, Grundbuchauszüge, sämtliche Änderungsbescheide für empfangene Leistungen, Zahlungsbelege für Versicherungsprämien (insbesondere Rentenversicherung), Meldenachweise der Arbeitsämter, Bescheide der Agentur für Arbeit, Rechnungen, die offene Zahlungsansprüche belegen Mitglieds- oder Beitragsbücher von Verbänden, Vereinen oder sonstigen Organisationen

Hinweis: Mit einem Vorrat von 10 Tagen sind Sie gut gerüstet

Essen- und Getränkevorrat

Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit.

Halten Sie pro Person circa 14 Liter Flüssigkeit je Woche vorrätig.

  • Geeignete Getränke sind Mineralwasser, Fruchtsäfte, länger lagerfähige Getränke.

Wichtiger Hinweis: Halten Sie vor allem Lebensmittel und Getränke vorrätig, die Sie und Ihre Familie auch normalerweise nutzen. Bei einem Stromausfall achten Sie darauf, dass Nahrungsmittel auch ohne Kühlung länger gelagert werden können und ein Großteil Ihres Vorrats auch kalt gegessen werden kann.
Bewahren Sie Lebensmittel kühl, trocken und dunkel auf und achten Sie auf luftdichte Verpackungen. Ordnen Sie diese nach Verfallsdatum und durchforsten Sie in regelmäßigen Abständen Ihren Vorrat nach in Kürze ablaufenden Lebensmitteln, die Sie dann verbrauchen und ersetzen.

Kochen ohne Strom und Gas? Im Handel gibt es viele Alternativen wie Campingkocher et cetera.

Auch wichtig: Denken Sie bei der Bevorratung auch an die Versorgung Ihres Haustiers oder Ihrer Haustiere.

Was muss bedacht werden und wie sollte der Inhalt sein?

Hausapotheke

  • persönliche, vom Arzt verschriebene Medikamente
  • Erkältungsmittel
  • schmerz- und fiebersenkende Mittel
  • Mittel gegen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Elektrolyte zum Ausgleich bei Durchfall
  • Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand
  • Fieberthermometer
  • Splitterpinzette
  • Hautdesinfektionsmittel
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Verbandsmaterial
  • Alles, was ein DIN 13164-Verbandskasten (Autoverbandskasten) enthält:
    • Mull-Kompresse
    • Verbandschere
    • Pflaster und Binden
    • Dreiecktuch

Hinweis: Bewahren Sie Ihre Hausapotheke in einem abschließbaren Schrank oder Fach auf. Achten Sie darauf, dass Sie für Kinder nicht zugänglich ist (hoch hängen oder abschließen). Wählen Sie einen wenig beheizten und trockenen Raum.

Sauber bleiben auch ohne Wasser

Hygiene und Sauberkeit

Was ist, wenn es kein warmes Wasser mehr gibt oder kaltes Wasser nur stundenweise zur Verfügung steht? Dies kann bei Katastrophen passieren. Hier kommt es auf die Hygiene an. Auch wenn das Wasser knapp ist: Händewaschen ist trotz allem sehr wichtig für Hygiene und Gesundheit! Mangelnde Hygiene ist ein Auslöser für viele Krankheiten.

Bei lang andauernden Ausfällen der Wasserversorgung sollten Sie Wasser in allen verfügbaren größeren Gefäßen sammeln: Badewanne, Waschbecken, Eimer, Töpfe, Wasserkanister et cetera. Denken Sie hierbei auch an Wasser für die Toilettenspülung.

Gehen Sie mit dem Wasser sparsam um. Benutzen Sie bei längerer Wasserknappheit Einweggeschirr und -besteck, damit Wasser nicht zum Spülen verwendet werden muss. Machen Sie Wasser länger haltbar durch Entkeimungsmittel. Diese bekommen Sie im Campinghandel.

Halten Sie genügend Seife, Waschmittel, Zahnpasta, Feuchttücher und Toilettenpapier vorrätig.

Ein guter Tipp sind die Nutzung von Haushaltshandschuhen, Händedesinfektionsmitteln oder Haushaltspapier, statt etwas nass abzuwischen.

Weiterhin im Notfall gut informiert sein

Informationen

Es gibt Situationen, in denen es besonders wichtig ist, aktuelle Meldungen verfolgen zu können. Beispielsweise wenn starke Schneefälle oder Hochwasser Teile der Bevölkerung von der Außenwelt abschneiden oder es zu einem großflächigen Stromausfall kommt. Nehmen Sie Warnmeldungen ernst, denn diese Informationen sind dann überlebenswichtig. Die Bevölkerung ist im Notfall nur über Rundfunk, Fernsehen oder Internet erreichbar. Fernseher und Internet funktionieren jedoch nur mit Strom, der möglicherweise auch ausfällt.

So bleibt nur das Radio als Hauptwarnmittel. Wichtig ist es daher, ein batteriebetriebenes Rundfunkgerät und Reservebatterien oder ein Kurbelradio im Haus zu haben. Auch ein Solarradio oder Autoradio kann benutzt werden.

Nur Strom? Hier hängt noch viel mehr dran.

Stromausfall

Kein Strom, kein Gas, kein Öl oder Fernwärme? Ist das der Fall, dann

  • ist das Telefon tot,
  • springt die Heizung nicht an,
  • fehlt warmes Wasser,
  • streikt der Computer,
  • bleibt die Kaffeemaschine aus,
  • ist das Licht weg.

Die Aufzählung ist nicht abschließend – und wir merken, wie abhängig wir von elektrischer Energie sind!

  • Strom weg – normalerweise werden Stromausfälle in Kürze behoben. Jedoch sieht es in Notsituationen durchaus auch einmal anders aus. Hier finden Sie unter dem Stichwort „Stromausfall“ eine Informations-Broschüre bei einem Stromausfall vom Bundesamt für Katastrophenschutz »
  • Heizung aus – mit warmer Kleidung lässt sich die Heizung eine Zeitlang ersetzen. Wer einen Kamin oder Ofen hat, sollte einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz im Haus haben.
  • Kein Licht – halten Sie einen Vorrat an Kerzen und Taschenlampen (zum Beispiel eine Kurbeltaschenlampe oder auch Solar- und LED-Leuchten) sowie Ersatzleuchtmittel, Batterien, Streichhölzer oder Feuerzeuge, Kerzen et cetera im Haus.
  • Kein Kochen – kleinere Mahlzeiten können Sie auf einem Campingkocher zubereiten. Nutzen Sie einen Garten- oder Tischgrill, der mit Holzkohle oder Gas betrieben wird. Vorsicht! Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es besteht Erstickungsgefahr!
  • Akkus und Batterien – sorgen Sie dafür, dass die Akkus an Computern, Mobiltelefonen, Telefonen et cetera geladen sind. Solarbetriebene Batterie-Ladegeräte können eine Hilfe sein.
  • Bargeld – denken Sie daran, eine ausreichende Bargeldreserve im Haus zu haben, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.
  • Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio bereit.