Literarischer Landgang

David Wagner ist neuer Stipendiat

Der Schriftsteller David Wagner hat 2022 vom Literaturhaus Oldenburg auf Grundlage einer Förderung durch die Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg das Landgang-Stipendium erhalten, ein Reisestipendium durch das Oldenburger Land. Das Stipendium ist Bestandteil des Projekts Literarischer Landgang, das Literaturförderung auf hohem Niveau mit dem Bewusstsein für Regionalität verbindet.

Erkundungsreise schon im Juli 2022

Vom 4. bis zum 14. Juli 2022 hat David Wagner als Stipendiat des Literaturhauses eine Erkundungsreise unternommen, die in sieben Landkreisen und kreisfreien Städten des ehemaligen Landes Oldenburg Station gemacht hat. Seine Beobachtungen lässt er in einen Text einfließen, dessen Form er frei wählen kann.

Lesereise der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg

Im Frühjahr 2023 tritt er die Reise als Lesereise der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg ein weiteres Mal an. Bei der ersten Rundtour stellt die besuchte Region gleichsam sein Forschungsfeld dar. Bei der zweiten Reise bekommen die Besucherinnen und Besucher seiner Lesungen nicht nur zeitgenössische Literatur vermittelt: Die Literarisierung der Reiseeindrücke ermöglicht Ortskundigen zudem einen neuen Blick auf vermeintlich Vertrautes. Monika Eden, die Leiterin des Oldenburger Literaturhauses, begleitet den Schriftsteller als Projektleiterin und Moderatorin.

David Wagner

David Wagner, 1971 geboren, wuchs im Rheinland auf und studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Bonn, Paris und Berlin. Er hielt sich längere Zeit in Rom, Barcelona und Mexiko-Stadt auf und lebt derzeit als freier Schriftsteller in Berlin. Im Jahr 2000 debütierte er mit dem Roman „Meine nachtblaue Hose“. Es folgten Erzählungsbände, Prosabücher, Essaysammlungen und Romane. 2013 wurde ihm für sein Buch „Leben“ der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, 2014 erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis und war erster „Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessor für Weltliteratur“ an der Universität Bern. 2019 wurde er mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet. 2021 war er Bonner Stadtschreiber. Zuletzt erschienen 2019 bei Rowohlt „Der vergessliche Riese“ und 2021 beim Verbrecher Verlag „Verlaufen in Berlin“. Für das Berlin-Buch spazierte er durch die Stadt, um ihre Straßen und ihre verschwundenen Brachen, ihre Parkanlagen und Parkplätze, ihre Hässlichkeit und ihre Schönheit in Sprache einzufangen. Doch nicht nur sein unmittelbares Lebensumfeld nimmt der Schriftsteller immer wieder schreibend in den Blick. Nach dem Jahrhundert-Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wanderte er im September 2021 für DIE ZEIT durchs Ahrtal, um das Ausmaß der Katastrophe in Augenschein zu nehmen und vor Ort mit Menschen zu sprechen. Nun hat er mit dem Oldenburger Land ein neues Umfeld für seine Spaziergänge bekommen.

Jährliche Durchführung

Das Landgang-Stipendium wird jährlich an deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller vergeben. Ausgezeichnet wurden damit bisher Matthias Politycki, Marion Poschmann, Michael Kumpfmüller, Mirko Bonné, Judith Hermann, Jan Brandt und Iris Wolff.

Zuletzt geändert am 26. April 2022