Was bedeutet das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz für Oldenburg?

Stadt gibt Orientierung und bietet Beratung an

Die Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz liegen vor und viele Menschen fragen sich, was die geplante Gesetzesänderung für sie bedeutet. Im Rahmen des Dialogs zum Oldenburger Wärmeplan wurde vonseiten der Stadtverwaltung eine Umstellung auf Wärmepumpen empfohlen – dies gilt weiterhin. Laut Ankündigungen der Bundesregierung soll der Austausch einer bestehenden Heizung durch neue Gasheizungen weiter möglich sein – was in Teilen eine Abkehr vom bislang geltenden Gebäudeenergiegesetz darstellt.

Warum ist eine Wärmepumpe trotz der geplanten Gesetzesänderung sinnvoll?

Warum die Oldenburgerinnen und Oldenburger dennoch weiterhin auf Wärmepumpen setzen sollten, erklärt Energieberater Björn Boeke: „Wärmepumpen zeichnen sich durch eine hohe Effizienz aus und stellen für eine Vielzahl von Gebäuden die sinnvollste Art der Beheizung dar. Sie machen unabhängig von Importen fossiler Brennstoffe. Die Kosten für Heizöl und Erdgas werden aller Voraussicht nach ansteigen, was verschiedene Gründe hat: Die steigende CO2-Bepreisung ist zu nennen und auch erhöhte Netzentgelte, da die Kosten für das Gasnetz auf immer weniger Anschlüsse umgelegt werden müssen.“

Ein zunehmender Anteil an Bio-Öl und Biogas werde diese Effekte noch verstärken, so Boeke, da diese nur in begrenzten Mengen zur Verfügung stünden und deshalb auch weitaus teurer seien als herkömmliches Heizöl und Erdgas. In Bezug auf Wärmepumpen sei lediglich der Strompreis relevant. „Da immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, steigen die Stromkosten voraussichtlich viel weniger schnell als die Kosten für fossile Brennstoffe. Im Idealfall kommt der Strom sogar sehr günstig aus eigener Produktion vom Dach“, betont der Energieberater. Die Anschaffung einer Wärmepumpe wird durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und die Stadt Oldenburg gefördert. Somit kann sich die Investition schon innerhalb mehrerer Jahre amortisieren.

Die Stadtverwaltung rät den Oldenburgerinnen und Oldenburgern daher, wo es möglich und zumutbar ist, bei einem anstehenden Heizungstausch auf die Wärmepumpe umzusteigen. Von der Entscheidung für eine neue Gasheizung wird schon auf Grund der absehbar hohen Betriebskosten in jedem Fall abgeraten.

Einbau von Wärmepumpen immer gefragter

Die Zahlen bestätigen diese Einschätzung: In 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen als Öl- und Gasheizungen ans Netz gebracht. Der Markt hat also bereits entschieden, in welche Richtung die Wärmeversorgung gehen soll. Auch die Antragszahlen für das städtische Förderprogramm für Altbausanierung zeigen, dass die Wärmepumpe sehr gefragt ist: Bereits 100 Anträge sind seit Programmöffnung Mitte Februar 2026 eingegangen. Davon sind 65 Anträge auf Förderung einer Wärmepumpe.

Auch die Innung für Sanitär- und Heizungstechnik setzt weiterhin auf Wärmepumpen. Cehan San, Obermeister der Innung, erklärt: „Die Innungsbetriebe sind weiterhin davon überzeugt, dass die Wärmepumpe mit ihrer Effizienz und den gut vorhersehbaren Betriebskosten die beste Lösung für die Wärmeversorgung ist. Sowohl die Betriebe als auch die Auszubildenden sind für die Technologie qualifiziert und finden für die meisten Gebäude gute Lösungen.“

Neutrale Beratungsangebote für Eigentümerinnen und Eigentümer

Die Stadt Oldenburg bietet neutrale Beratungsangebote zum Thema Heizung an. Zu diesen gehört die kostenlose Orientierungsberatung, die als Einstiegsberatung genutzt werden kann. Hier werden die individuellen Optionen und Förderangebote dargelegt. Tiefer steigt der Gebäude- und Anlagentechnik-Check ein, mit dem die Stadt Bürgerinnen und Bürgern eine geförderte Energieberatung vor Ort organisiert. Informationen zu den Beratungsangeboten sind im Klimaportal » zu finden. Neben der Stadt Oldenburg bietet auch die Verbraucherzentrale eine neutrale Beratung an, der Kontakt ist auf der Website der Verbraucherzentrale » zu finden.

Infoabende zum Thema Wärmepumpe

Informationen zur Wärmepumpe bieten aktuell auch kostenlose Vorträge, die der Fachdienst Klimaschutz mit dem Referenten Thomas Lichtenberger anbietet. Auch in diesen Veranstaltungen werden die geplante Änderung des Gebäudeenergiegesetzes kurz eingeordnet und Fragen dazu beantwortet:

  • am Donnerstag, 12. März 2026, um 18 Uhr im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3
  • am Montag, 13. April 2026, um 18 Uhr in der Aula der Cäcilienschule, Haarenufer 11
  • am Montag, 18. Mai 2026, um 18 Uhr im Kulturzentrum PFL sowie
  • am Donnerstag, 4. Juni 2026, um 18 Uhr im Kulturzentrum PFL (Sondertermin für Mehrfamilienhäuser, Anmeldung erforderlich).

Mehr erfahren?

Weitere Informationen zu Beratungs- und Förderangeboten sowie den Vortragsterminen finden Interessierte auch im Klimaportal ». Fragen können an waermewende[at]stadt-oldenburg.de gerichtet werden.

Zuletzt geändert am 5. März 2026