Projekt Reallabor Urban Mining
Projektstart mit Partnern aus der Baubranche auf dem Fliegerhorst
Neues Leben für alte Baustoffe
Wie können Materialien aus alten Gebäuden zu wertvollen Ressourcen für die Zukunft werden? Das von der Metropolregion Nordwest geförderte Projekt „Reallabor Urban Mining“ (RUM) unter Leitung der Stadt Oldenburg startete Anfang Juni 2026 mit einem Kick-off-Termin. Es soll zeigen, wie durch die Wiederverwendung von Baumaterialien CO₂-Emissionen und der Ressourcenverbrauch reduziert werden können. Die gebaute Stadt gilt dabei als Quelle und Lager ihrer eigenen Rohstoffe – diese zu entdecken und zu nutzen, ist das Prinzip des Urban Mining.
Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen aus der Region werden in den kommenden zwei Jahren innovative Lösungen für eine kreislaufgerechte Bauwirtschaft erprobt. RUM wird dabei unterstützt durch bau-circle, das Bündnis Kreislaufwirtschaft Bauwesen der Metropolregion Nordwest. Das Besondere an dem Projekt ist, dass hier Akteure aus unterschiedlichen Bereichen der Bauwirtschaft Hand in Hand arbeiten und gemeinsam an einer nachhaltigen Transformation der gesamten Branche mitwirken.
Kick-off mit Projektpartnern auf dem Fliegerhorst
Zur Projektpatenschaft gehören neben den Städten Oldenburg und Bremen sowie der Jade Hochschule mehrere Unternehmen aus der Baubranche: Architekturbüro Dechantsreiter, Berding Beton, Bockhorner Klinkerziegelei, denkmalstadt Bremen, GSG Oldenburg – Bau- und Wohngesellschaft, Heidemann Recycling, PARC BAU, Sievert Baustoffe und WÆNDE Beratung. Auch Institutionen wie bau-circle, bauteilnetz Deutschland und der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik VDBUM sind dabei.
Das Kick-off-Treffen mit rund 20 aktiv in das Projekt eingebundenen Partnerinnen und -partnern fand auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände » in Oldenburg statt, auf dem aktuell ein neuer Stadtteil entwickelt wird. Bei einer Fahrradtour über das Gelände konnten sie sich einen ersten Überblick verschaffen, wie das Thema Rückbau von Gebäuden dort praktisch verortet ist. Bei anstehenden Abrissarbeiten geht es zunächst um das „Ernten“ von Ziegelsteinen für eine spätere hochwertige Wiederverwendung. Für eine kreislaufgerechte Durchführung werden jedoch alle Arbeitsschritte unter die Lupe genommen: die Bestandsaufnahme, die Formulierung der Ausschreibung, die Qualitätsprüfung der Steine, die Auswahl der (technischen) Verfahren, die Zwischenlagerung, die Bilanzierung und der direkte regionale Wiedereinbau.
Projekt will Ressourcen einsparen und Baustoffe wiederverwenden
Um CO₂-Emissionen zu vermeiden und den Ressourcenverbrauch im Bauwesen zu senken, erprobt das Projekt praxisnahe Verfahren und Lösungen, die Kommunen und Wirtschaft direkt anwenden können. Die Arbeitspakete beziehen sich auf Maßnahmen beim Rückbau von Gebäuden, bei Neubau und Sanierung und bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Es geht sowohl um technische als auch rechtliche und wirtschaftliche Fragestellungen. Standardisierte Verfahren sollen bei einer breiten Markteinführung helfen.
Finanzen und Organisation
Das Projekt wird aus dem Förderfonds der Länder Niedersachsen und Bremen gefördert, rund 117.000 Euro stellt die Metropolregion Nordwest daraus zur Verfügung. Das Projekt ist beim Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau der Stadt Oldenburg unter Leitung von Klaus Schavan angesiedelt und wird von einer Arbeitsgruppe aus Wirtschaftsförderung und Klimaschutz begleitet. Bis zur Besetzung der Projektkoordinationsstelle ist Ina Lehnert-Jenisch die Ansprechperson, erreichbar per E-Mail an ina.lehnert-jenisch[at]stadt-oldenburg.de.
Metropolregion Nordwest fördert zirkuläres Bauen
In der Jahrespressekonferenz der Metropolregion Nordwest am Freitag, 20. Februar 2026, wurden drei zukunftsweisende Projekte für die Energietransformation vorgestellt, die 2026 aus dem Förderfonds der Länder Niedersachsen und Bremen gefördert werden. Darunter befindet sich das Projekt Reallabor Urban Mining in der Metropolregion Nordwest, das die Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg beantragt hat und das vom städtischen Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau geleitet wird. 117.000 Euro stellt die Metropolregion für das zweijährige Projekt mit einem Gesamtbudget von 204.000 Euro zur Verfügung.
Mit dem Reallabor Urban Mining adressiert die Metropolregion Nordwest die Vermeidung von CO₂-Emissionen und eine Minderung des Ressourcenverbrauchs im Bauwesen. Das Projekt erprobt praxisnah die hochwertige Wiederverwendung von Baustoffen wie Ziegeln, mineralischem Bauschutt und Porenbeton, um Materialkreisläufe zu schließen. In enger Zusammenarbeit von Bauwirtschaft, Kommunen und Forschung werden technische, rechtliche und wirtschaftliche Fragestellungen untersucht sowie standardisierte Verfahren für eine breite Markteinführung entwickelt. „Das Projekt zeigt, wie konsequente Kreislaufwirtschaft im Bauwesen funktionieren kann: Baustoffe werden hochwertig wiederverwendet statt entsorgt. Das senkt CO₂-Emissionen, spart Energie und reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen deutlich. Gleichzeitig liefert das Reallabor Verfahren und Lösungen, die Kommunen und Wirtschaft direkt anwenden können – und verbindet damit konkrete Ressourcenschonung mit Innovation und regionaler Wertschöpfung“, unterstreicht Melanie Walter, Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung.
Stadtrat Holger Denckmann, Dezernent für Schule, Sport, Kultur und Gebäudewirtschaft der Stadt Oldenburg nahm den Förderbescheid entgegen: „Wir freuen uns sehr, dass in der Stadt Oldenburg am Fliegerhorst ein erstes Pilotprojekt des Reallabors Urban Mining gestartet wird und so das geballte Wissen des bau-circle Netzwerkes endlich in die Praxis überführt werden kann. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass hier Akteure aus unterschiedlichen Bereichen der Bauwirtschaft Hand in Hand arbeiten und gemeinsam an einer nachhaltigen Transformation der gesamten Branche mitwirken.“
Bei den weiteren geförderten Projekten geht es um Erdwärmenetze und die Bunkerung von Ammoniak. „Allen drei Projekten gemeinsam sind ihr hoher Praxisbezug und ihr Modellcharakter für die Region, aber auch für ganz Deutschland. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Energietransformation und positionieren die Metropolregion Nordwest als zukunftsorientierte Energieregion, in der Klimaschutz, Innovation und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen“, fasst Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, zusammen.
Zuletzt geändert am 18. Juni 2026

