Kooperationsvereinbarung vorgestellt – Fachkräfte im gemeinsamen Fokus
Die Spitzen der Jade Hochschule und der Stadt Oldenburg kamen am Donnerstag, 13. August 2026, zum siebten Jahresgespräch zusammen. Im Mittelpunkt stand die Ende Dezember 2025 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung. Sie gibt der langjährigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen beiden Partnerinnen einen verbindlichen Rahmen. Konkrete Themen waren der wachsende Raumbedarf am Campus Oldenburg, Maßnahmen zur Klimaanpassung und die mögliche Einrichtung eines weiteren Hochschulstandortes in der Innenstadt.
Zu Beginn des Gesprächs wurden die Entwicklungsperspektiven der Jade Hochschule am Campus Oldenburg erörtert. Durch die Einrichtung neuer Studiengänge und die Ausweitung der Forschung verändert sich der Raumbedarf der Hochschule. Mit dem Neubau des Werkstattgebäudes und der Aufstockung der Metallbauwerkstatt entstehen zwar zusätzliche Kapazitäten. Diese reichen jedoch nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken. Zugleich verfügt der Campus über keine weiteren Erweiterungsflächen.
Bereits 2026 nutzt die Jade Hochschule zusätzliche Räumlichkeiten am Haarenufer, im Sartoriusgang und im ehemaligen Café Klinge. Die Zahl der Studierenden ist vom Wintersemester 2022/23 mit 2.221 Studierenden auf 2.353 Studierende im Wintersemester 2025/26 gestiegen. Ein konsekutiver Masterstudiengang Raumplanung soll beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur beantragt werden. Darüber hinaus gibt es Planungen für neue Bachelorstudiengänge wie Physician Assistant, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter und Angewandte Pflegewissenschaft als grundständiges Angebot. Damit ist von einem weiteren Anstieg der Studierendenzahlen und einem wachsenden Raumbedarf in Oldenburg auszugehen.
Fünf Kernbereiche der Kooperation
In der Kooperationsvereinbarung haben sich Stadt und Hochschule auf fünf zentrale Handlungsfelder festgelegt. „Der Fachaustausch und die Projektkooperation in allen fünf Kernbereichen entwickeln sich sehr positiv. Dass die Zusammenarbeit bereits in den ersten acht Monaten nach der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung deutlich intensiviert werden konnte, freut mich besonders“, sagt Präsident Prof. Dr. Manfred Weisensee.
- Kernbereich 1: Fachkräfte gewinnen, entwickeln und an den Studienort Oldenburg binden
- Kernbereich 2: Wissens- und Technologietransfer und Gründungsförderung
- Kernbereich 3: Klimaschutz und Klimaanpassung
- Kernbereich 4: Die Jade Hochschule in der Stadt Oldenburg
- Kernbereich 5: Internationales
Klimaanpassung am Campus
Die Stadt Oldenburg hat in ihrem Klimaanpassungskonzept die Identifizierung, Qualifizierung und Schaffung kühler Aufenthaltsorte im Freien als prioritäre Maßnahme ausgewählt. Die Stadtklimaanalyse zeigt, dass das unmittelbare Umfeld des Campus der Jade Hochschule überwiegend einer mittleren bis hohen Hitzebelastung ausgesetzt ist. Besonders der nordöstliche Teil des Campus ist von einer hohen Hitzebelastung betroffen.
Dort sollen naturbasierte Verschattungs- und Kühlungsmöglichkeiten geschaffen und ein möglichst geringer Versiegelungsgrad angestrebt werden. Auch ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen könnte die Aufenthaltsqualität verbessern und zur Versorgung mit Trinkwasser beitragen. Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten werden in der kommenden Woche bei einer gemeinsamen Vor-Ort-Besichtigung erörtert.
Mehr Sichtbarkeit in der Innenstadt
Darüber hinaus wollen beide Partnerinnen die Präsenz der Hochschule im öffentlichen Raum weiter stärken. Die Hochschule möchte hochschulspezifische Themen sichtbarer machen und ihre Projekte stärker in die Stadtgesellschaft tragen. Neben den bereits angemieteten Flächen am Julius-Mosen-Platz und im Sartoriusgang ist deshalb ein dritter Standort in der Fußgängerzone im Gespräch. Dieser soll möglichst in einer hochfrequentierten Lage entstehen, projektbezogene Bedarfe abdecken und nach Möglichkeit über entsprechende Fördermittel finanziert werden. Zudem werden Optionen zu einer Erweiterung der Flächen in Campusnähe geprüft.
Zuletzt geändert am 14. August 2026
