Stadt gibt Hinweise zum Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner (ESP)
Der Fachdienst Stadtgrünpflege und Friedhöfe hat einige Informationen zum Erkennen der ESP-Raupe, zur Gefährdung und zu Verhaltenstipps zusammengestellt:
- Ab Juni bauen Eichenprozessionsspinner-Raupen ihre typischen Gespinstnester in Astgabeln und an Eichenstämmen. Aus den Gespinstnestern wandern die Eichenprozessionsspinner nachts in mehreren Reihen (15 bis 30 Raupen) von bis zu zehn Metern Gesamtlänge kolonnenartig in die Baumkrone zur Nahrungsaufnahme und kehren im Morgengrauen in die Nester zurück. In diesem Larvenstadium ist der Eichenprozessionsspinner auch für den Laien erkennbar. Die Bekämpfung beziehungsweise das Absaugen der Nester wird bei städtischen Bäumen durch die Stadt beauftragt. Für nicht im Eigentum der Stadt stehende Bäume ist der jeweilige Baumeigentümer oder die für den Baum verantwortliche Person zuständig. Meldungen von Verdachtsfällen bei Bäumen im Eigentum der Stadt Oldenburg werden telefonisch unter 0441 235-4444 (ServiceCenter) oder 0441 235-2514 (Fachdienst Stadtgrünpflege und Friedhöfe) entgegen genommen. Um uns bei der schnellen Bearbeitung zu unterstützen, wäre es sehr hilfreich, wenn Sie direkt ein Foto an baumpflege[at]stadt-oldenburg.de senden würden.
- Die Härchen der Raupen enthalten ein Nesselgift. Es kann bei Hautkontakt bei Menschen und anderen Warmblütern (zum Beispiel Hund, Pferd, Katze, Vogel) gesundheitliche Beschwerden beziehungsweise Hautentzündungen (starker Juckreiz, Hautrötung, Quaddeln und Bläschen) auslösen. In Einzelfällen können auch allergische Reaktionen der Haut, Augenbinde- und Augenhornhautentzündung sowie (beim Einatmen von Gifthaaren) Entzündungen im Rachenbereich und in den oberen Luftwegen auftreten.
- An den Larvenhäuten in den Nestern bleiben nach dem Schlüpfen Brennhaare zurück und können bis zu einem Jahr lang giftig bleiben. Gespinstnester an Bäumen und auf dem Boden bleiben somit eine Gefahrenquelle. Daher ist jeder Kontakt mit den Gespinsten zu vermeiden.
- Bei Auftreten stärkerer gesundheitlicher Beschwerden sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden.
- Wer auf seinem Grundstück ein Gespinst entdeckt, sollte es auf gar keinen Fall selbst entfernen, sondern eine Fachfirma damit beauftragen. Für die Beseitigung der Gespinste ist die Eigentümerin oder der Eigentümer des betroffenen Baumes zuständig.
Fragen und Antworten rund um den Eichenprozessionsspinner
Warum breitet sich der Schmetterling aus?
Der Klimawandel und die damit einhergehenden wärmeren Perioden begünstigen die Entwicklung und Verbreitung des ursprünglich in Mitteleuropa beheimateten, wärmeliebenden Falters. May erklärt: „Normalerweise schlüpfen ab Ende Juli bis Anfang September aus den Puppen die fertigen Nachtfalter, die im Umkreis von bis zu zwei Kilometern ihre Eier an mehreren Eichen ablegen. Für die Entfernung der einzelnen Nester steht daher nur noch ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Deshalb müssen wir schnell reagieren und priorisieren.“
Was wird gegen die Ausbreitung getan?
Die städtischen Mitarbeitenden begutachten selbst intensiv die städtischen, straßenbegleitenden Eichenbestände, gehen Hinweisen aus der Bevölkerung nach und können so mögliche Vorkommen direkt feststellen. Die mechanische Bekämpfung, das so genannte Absaugen, erfolgt dann wie in den vorherigen Jahren durch einen Fachbetrieb. Bei der in der Vergangenheit aufgetretenen Menge des Eichenprozessionsspinners sind weitere Methoden bisher nicht wirtschaftlich.
Ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?
Thaumetopoea processionea lautet der offizielle Name des braun-grauen Nachtfalters. Gesundheitsgefährdend sind die feinen Brennhaare der Raupe: Diese können bei Menschen eine Raupendermatitis auslösen. Dann juckt und brennt die Haut. Besonders Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Joggerinnen und Jogger, die gerne in Parks, Wäldern und Straßen mit vielen Eichen unterwegs sind, werden zur Zielscheibe. Halten Sie deshalb unbedingt Abstand, wenn Sie Nester entdecken und berühren sie diese nicht. Klären Sie auch ihre Kinder auf, dass nicht alle Raupen süß und harmlos sind. Ebenso sollten Hunde von befallenen Bäumen fernbleiben.
Was, wenn ich versehentlich Nester oder Raupen berührt habe?
Wer Kontakt mit den Raupen hatte, sollte keinesfalls die Augen berühren. Gehen Sie direkt duschen, die Kleidung sollte bei 60 Grad gewaschen werden. Nur so wird das Nesselgift zerstört. Falls starke allergische Reaktionen auftreten sollten, ist ein Besuch in einer Arztpraxis ratsam.
Besteht eine Verwechslungsgefahr mit anderen Tieren?
Es kommt häufiger vor, dass der Eichenprozessionsspinner mit der harmlosen Gespinstmotte verwechselt wird. Der Unterschied: Die Gespinste von Eichenprozessionsspinnern sind oft nur an einer oder wenigen Stellen in Eichen zu finden, sie spinnen also eher einzelne Nester in einem Baum. Gespinstmotten hingegen spinnen bereits von Frühjahr bis Frühsommer ganze Büsche und Bäume ein.
Wo kann ich Nester melden?
So oder so: Sobald Sie Nester in Bäumen im Stadtgebiet entdecken, melden Sie diese unbedingt bei der Stadtverwaltung. Denn nur so können die schädlichen Eichenprozessionsspinner zeitnah bekämpft und deren weitere Ausbreitung eingedämmt werden. Die Bekämpfung beziehungsweise das Absaugen der Nester wird bei städtischen Bäumen durch die Stadt beauftragt. Für nicht im Eigentum der Stadt stehende Bäume sind die jeweiligen Baumeigentümerinnen und Baumeigentümer oder die für den Baum verantwortliche Person zuständig.
Meldungen von Verdachtsfällen nimmt das ServiceCenter telefonisch unter 0441 235-4444 entgegen. Begleitend können gerne Fotos eingesponnener Bäume, Nester oder Raupen mit Ortsangabe an baumpflege[at]stadt-oldenburg.de gemailt werden.
Wo gibt es weitere Informationen
Weitere Informationen zu den gesundheitlichen Auswirkungen und Gefahren sind im Internet auf folgenden Seiten zu finden:
- Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat darüber hinaus das Merkblatt „Achten Sie auf den Eichenprozessionsspinner“ (PDF, 2,31 MB) und das Poster „Achten Sie auf den Eichenprozessionsspinner“ (PDF, 1,47 MB) herausgegeben. - Julius Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Zuletzt geändert am 27. Juni 2026