Historische Wallanlagen unter Denkmalschutz
Die historischen Wallanlagen sind ein Zeugnis der Gartenkunst in der Stadtgestaltung und deshalb unter Denkmalschutz gestellt. Im Laufe der Geschichte haben die Wallanlagen aufgrund der jeweiligen Funktion ihre Gestalt verändert:
- bis 1730 Mittelalterliche Stadtbefestigung und -umgrenzung barocke Stadtbefestigung, Ausbau zum Festungsgürtel (ab 1720)
- ab 1764 „Entfestigung“ nach den Erfahrungen des Siebenjährigen Krieges und wegen der zu hohen Unterhaltskosten für Dänemark, wozu Oldenburg damals von 1667 bis 1773 gehörte.
- um 1800 Anlage der Ringallee und Promenade mit erster landschaftlicher Gestaltung der Wallgründe Gestaltung der Heiligengeist – Wallanlagen im englischen Landschaftsgartenstil (1836 bis 1844) von J. Bosse, Hofgärtner unter Großherzog Paul Friedrich August (gartenhistorischer Bezug)
- 1959 Ausbau der Straße Heiligengeistwall als Teil der Verkehrsader „Innenstadtring“
Umfangreiche Pflanz- und Sanierungsarbeiten nehmen Form an
Seit Mitte Februar 2024 setzt der Fachdienst Stadtgrün – Planung und Neubau gemeinsam mit dem Fachdienst Denkmalschutz und Bauordnung umfangreiche Sanierungsarbeiten an den Wallanlagen um. Damit der hohe Stellenwert der Wallanlagen für die Oldenburger Bürgerinnen und Bürger und die folgenden Generationen deutlich sicht- und spürbar wird, finden die Maßnahmen dabei an Orten mit einem besonderen Denkmalwert statt – wie zum Beispiel am Theater- und Heiligengeistwall, auf dem Cäcilienplatz, in der Parade- und Schleusenstraße und in der Peterstraße. Die Pflanz- und Sanierungsarbeiten sind Ende April 2024 abgeschlossen worden.
Der historische Wallring
Im Laufe der Geschichte haben die Wallanlagen häufig ihre Gestalt den historischen Gegebenheiten angepasst: Bis 1730 noch als mittelalterliche Stadtbefestigung und -umgrenzung genutzt, wurden sie nach dem Siebenjährigen Krieg entfestigt. Heute bilden sie einen grünen Ring rund um die Oldenburger Innenstadt und sind Zeugnis der Gartenkunst der Oldenburger Stadtgestaltung, welche ab 1789 von Peter Friedrich Ludwig, Herzog von Oldenburg (1755 bis 1829), angelegt und von seinem Sohn Paul Friedrich August fortgeführt wurden. Darüber hinaus haben sich im Laufe der Jahrhunderte etliche in der Fachsprache als „Überformungen“ bezeichnete Änderungen in den Anlagen ergeben, die sich unter anderem durch natürliche Alterungsprozesse der Einbauten und Rückbauten oder aber abgängige Gehölze ergeben haben. Diese Veränderungen sollen nun in wesentlichen Anlagenteilen sensibel und nachhaltig zurückgenommen werden, um das Bild der Anlagen wieder zu verfeinern.
Das wird sich durch die aktuellen Arbeiten ändern
Bei den Arbeiten werden vor allem strukturgebende Rahmenpflanzungen sowie wertvolle und raumprägende Bäume und Sträucher nachgepflanzt. Auch Sitzbänke werden saniert oder durch neue Sitzbänke im klassizistischen Stil ausgetauscht. Auf dem Cäcilienplatz kann man bereits die ersten Maßnahmen deutlich erkennen: An einer Stelle wurden die Beete vom Unterwuchs befreit, Kirschbäume erhielten einen Pflegeschnitt und der Boden wurde mit Holzhäckseln bedeckt, um das Wurzelunkraut Giersch dauerhaft und chemiefrei zu entfernen. Die Sitzbänke werden von dem Brandenburgischen Unternehmen Donner – Klassische Gartenmöbel – nach dem historischen Entwurf von Peter Behrens, von Hand nachgebaut und nach und nach in Oldenburg ausgewechselt. Zudem wird der Klinker vom Fliegerhorst recycelt und gibt den neuen Bänken als Untergrund Halt.
Zuletzt geändert am 27. Juni 2026

