Gleichstellung bedeutet, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, die gleichen Chancen und Rechte haben. So profitieren ebenfalls Männer von einer gleichberechtigten Gesellschaft. Sie gewinnen an Freiheit, wenn starre Rollenbilder aufgebrochen werden – etwa die Erwartung, immer stark, erfolgreich oder der Hauptverdiener zu sein. Eine partnerschaftliche Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit entlastet beide Geschlechter und eröffnet mehr Lebensqualität sowie neue Formen von Nähe und Familie.
Wenn Männer sich in die Gleichstellungsarbeit einbringen, setzen sie ein Zeichen für Fairness, Respekt und Solidarität. Sie werden zu Vorbildern für kommende Generationen und tragen dazu bei, dass gesellschaftliche Strukturen gerechter, vielfältiger und menschlicher werden. Gleichstellung ist kein Nullsummenspiel. Sie stärkt die Gemeinschaft als Ganzes.
Männergesundheit & Männerberatung
Ein zentrales Handlungsfeld der gleichstellungsorientierten Männerarbeit ist die Förderung der Männergesundheit. Männer haben im Durchschnitt eine um etwa fünf Jahre geringere Lebenserwartung als Frauen. Gründe hierfür sind unter anderem ein höheres Risikoverhalten, die seltenere Nutzung von Vorsorgeangeboten sowie die Zurückhaltung, bei psychischen Belastungen professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Die gesundheitsbezogene Männer-Gleichstellungsarbeit setzt deshalb auf Aufklärung und Information zu geschlechtsspezifischen Gesundheitsthemen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den häufig tabuisierten Themen Depressionen, psychische Gesundheit und Suizidprävention. Ebenso wichtig ist eine geschlechtersensible Sexualaufklärung, die emotionale Aspekte, Beziehungen und sexuelle Vielfalt berücksichtigt.
Darüber hinaus fördert die Männerarbeit den Ausbau von Beratungsangeboten für Jungen und Männer. Ziel ist es, niedrigschwellige Unterstützung bereitzustellen und die Akzeptanz von Hilfsangeboten nachhaltig zu erhöhen.
Weiterführende Informationen und Beratungsangebote
Familie & Vaterschaft
Obwohl sich Rollenbilder zunehmend verändern, übernehmen Frauen nach wie vor den größten Teil der Sorge- und Familienarbeit. Gleichzeitig wünschen sich viele Männer eine partnerschaftliche Aufteilung von Verantwortung, eine aktive Vaterrolle und mehr Zeit für ihre Kinder.
Die Männer-Gleichstellungsarbeit hat das Ziel, Väter in ihrer Verantwortung zu stärken und sich für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen – zum Beispiel mit Blick auf Elternzeit und Elterngeld. Auch die Herausforderungen pflegender Männer, alleinerziehender Väter oder von Vätern, die in Trennung oder Scheidung leben sind zentrale Themenfelder. Adressaten sind auch Männer und Väter in Regenbogenfamilien.
Weiterführende Informationen
Männlichkeit & Gewalt
Die meisten Männer und Jungen kommen in ihrem Leben mit verschiedenen Formen von Gewalt in Berührung, gerade auch weil Männlichkeit vielfach mit Gewaltausübung oder dem stillen Aushalten von Gewalt assoziiert ist. Die Männer-Gleichstellungsarbeit konzentriert sich deshalb auf geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt, sowohl im analogen als auch im digitalen Raum, aus beiden Perspektiven. Darüber hinaus setzt sich gleichstellungsorientierte Männerarbeit dafür ein, dass sich Jungen und Männer aktiv gegen männliche Gewalt aussprechen und sich mit Betroffenen geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt solidarisieren.
Jungen und Männer als Betroffene von geschlechtsspezifischer Gewalt
Traditionelle Rollenerwartungen, die Angst vor Stigmatisierung und Scham sowie die Tatsache, dass Gewalt gegen Männer vielfach tabuisiert wird, führen dazu, dass nur wenige männliche Betroffene sich Unterstützung suchen und Taten zur Anzeige bringen. Ziel von gleichstellungsorientierter Männerarbeit in diesem Bereich ist es, sich für den Ausbau bestehender Hilfs- und Beratungsangebote einzusetzen, für das Thema in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit zu sensibilisieren und traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit nachhaltig zu verändern und zu öffnen.
Jungen und Männer als Täter von geschlechtsspezifischer Gewalt
Im Bereich der häuslichen und partnerschaftlichen Gewalt liegt der Anteil der männlichen Tatverdächtigen bei fast 80 Prozent. Ziel von gleichstellungsorientierter Männerarbeit ist es, Präventionsmaßnahmen im Rahmen des Kommunalen Aktionsplans gegen Gewalt gegen Frauen und Häusliche Gewalt zu planen und umzusetzen und zum anderen sich für die Ausweitung und Etablierung von Angeboten der Täterberatung einzusetzen.
Kontakt
Mitarbeiter im Gleichstellungsbüro für Männerarbeit
Sören Koselitz
Telefon: 0441 235-4592
E-Mail: maennerarbeit[at]stadt-oldenburg.de
Zuletzt geändert am 27. Juni 2026