Komfortables Vorankommen mit dem Rad
Unter „Vorankommen mit dem Rad“ versteht die Stadt Oldenburg, dass alle Menschen, unabhängig von Fähigkeiten oder Lebensumständen, sicher und komfortabel mit dem Fahrrad oder Lastenrad mobil sein können. Dazu gehören barrierearme Zugänge, passende Hilfsmittel (z. B. Treppenhilfen), benutzerfreundliche Fahrradtypen, inklusive Infrastruktur und Lösungen, die Hindernisse abbauen und Teilhabe ermöglichen.
Neue Straßenmarkierungen und Verkehrszeichen priorisieren Radfahrende
Im Stadtteil Osternburg lässt es sich jetzt noch komfortabler Rad fahren: Seit Ende August 2025 können Oldenburgerinnen und Oldenburger auf ihrem Drahtesel in der Einmündung der Schulstraße in die Stedinger Straße im Bereich einer neu aufgetragenen Markierung an dem wartenden KFZ-Verkehr vorbeifahren und sich an der Ampel direkt vor den Fahrzeugen aufstellen. Um die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmenden auf die Radfahrenden zu erhöhen, wurde die entsprechende Fläche rot eingefärbt. Über eine Leitmarkierung können die Fahrradfahrerinnen und -fahrer sie sicher anfahren.
An den Ampeln der Kreuzung wurden außerdem Grünpfeile für den Radverkehr angebracht – diese erlauben, nach einem kurzen Halt, auch bei Rot von der Schulstraße nach rechts in die Stedinger Straße abzubiegen sowie von der Stedinger Straße nach rechts in die Schulstraße einzufahren. Nach dem Infanterieweg ist dies die zweite Kreuzung, für die das Verkehrszeichen im Oldenburger Stadtgebiet verwendet wird.
Komfortabel die Treppen überwinden

Das Schienensystem VeloComfort® erleichtert das Treppensteigen mit Fahrrädern an bestimmten Treppenanlagen. Es umfasst eine Bürstenschiene, die beim Treppab Wegrollen verhindert, sowie eine rutschfeste Beschichtung, die treppauf bei Feuchtigkeit vor Ausrutschen schützt.
Bisher im Einsatz kam das System an der Brücke über die Bahnlinie zwischen Krusenbusch und Bümmerstede sowie am S-Bahn-Haltepunkt Wechloy. Als Zwischenlösung lässt sich die Querung mit dem Fahrrad einfacher passieren. Kosten: 31.500 Euro.
Das Lastenrad in Oldenburg
In Oldenburg ergab eine Erhebung 2012, dass über 400 Fahrzeuge als Lieferverkehr täglich die Geschäfte in der Fußgängerzone beliefern mit all den bekannten Nachteilen. In einer umfangreichen Studie zu Fahrrädern im Wirtschaftsverkehr (Kurztitel WIV-RAD) (PDF, 3 MB) konnte belegt werden, dass bis zu einer Nutzlast von 3,5 Tonnen, diese auf Lastenräder umverlegt werden kann. Bisher haben die Unternehmen OldenBoten, UPS und Citipost Nordwest eine Ausnahmegenehmigung in Bezug auf die erlaubten Zustellzeiten in der Fußgängerzone sowie einer Nutzung öffentlicher Fläche als Umladestation erhalten, weil diese das Lastenrad für die Zustellung nutzen.
Grundsätzlich steht die Stadtverwaltung dem Einsatz von Lastenrädern und Lastenpedelecs sehr positiv gegenüber, da diese einen Beitrag unter anderem zur Senkung verkehrsbedingter Emissionen leisten können. Dafür unterstützt die Stadt Oldenburg den Verein „Rädchen für alle(s) e.V.“. Dieser verleiht kostenlos Lastenräder für den privaten Gebrauch.
Fahrräder für Flüchtlinge
Die Stadtverwaltung unterstützt durch eine stetige finanzielle Förderung ehrenamtliche Helfende, welche in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge den Bewohnern und Bewohnerinnen beim Erwerb und der Reparatur der Räder behilflich sind. Davon werden Ersatzteile besorgt oder Werkzeuge beschafft. Da die eingesammelten Räder aus den Aufräumaktionen nur bedingt wieder fahrtüchtig hergerichtet werden können, werden sie außerdem in Teilen wiederverwertet, um noch möglichst viele Ersatzteile zum Wiedereinbau zu gewinnen.
Zuletzt geändert am 29. Juni 2026


