Internationale Zusammenarbeit lebt von Begegnungen, gemeinsamen Ideen und dem Blick über Grenzen hinweg. Im Jahr 2025 kamen in Oldenburg Menschen aus aller Welt zusammen, um sich zu Themen wie Bildung, Nachhaltigkeit, Wissenschaft, Jugend und kommunaler Entwicklung auszutauschen. Auf dieser Seite finden Sie Berichte über Projekte, Delegationsreisen, Konferenzen und Partnerschaften, die Oldenburg mit der Welt verbinden.
International vernetzt, digital vereint: UN!TE 2025 Digitally
Zwei Tage, neun Partnerkommunen und jede Menge frischer Ideen: Am 3. und 4. Dezember 2025 fand die digitale Städtepartnerschaftskonferenz UN!TE 2025 Digitally statt. Die internationale Fachrunde traf sich erneut im virtuellen Raum, um gemeinsam Zukunftsthemen zu diskutieren und voneinander zu lernen. Eröffnet wurde die Konferenz durch ein Grußwort von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der betonte: „Der Austausch praktischer Erfahrungen ist einer der effektivsten Wege, um Fortschritte zu erzielen - insbesondere in einem so komplexen Bereich wie der Nachhaltigkeit.“
Eine besondere Freude war es für ihn, viele Repräsentanten der Partnerkommunen bei der Eröffnung begrüßen zu können. Ihre Teilnahme unterstrich die große Relevanz der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) für die Kommunen und den Leitgedanken der Konferenz, dass globale Veränderungen immer einen lokalen Ursprung haben.
Welche Partnerstädte haben teilgenommen?
In diesem Jahr nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Partnerkommunen Cholet (Frankreich), Kingston (Vereinigtes Königreich), Mateh Asher (Israel), Qingdao und Xi’an (China), Sheptyzkyi (Ukraine), des Landkreises Vorpommern-Rügen (Deutschland) sowie der Buffalo City Metropolitan Municipality (Südafrika) teil. Die Vielfalt der Teilnehmenden sorgte für einen lebendigen, mehrdimensionalen Austausch.
Welche Themen standen im Mittelpunkt?
UN!TE 2025 setzte zwei thematische Schwerpunkte: Internationale Jugendarbeit am ersten Tag der Konferenz und nachhaltige öffentliche Verwaltung am zweiten Tag.
Der erste Konferenztag widmete sich der Frage, wie junge Menschen international noch besser gefördert, eingebunden und vernetzt werden können. Die Keynote wurde von Katharina Teiting gehalten, Sozialwissenschaftlerin und Expertin für europäische Jugendarbeit bei der Europäischen Jugendarbeitsagenda (EYWA). In ihrem Vortrag wies sie auf die Notwendigkeit hin, auch benachteiligten Gruppen von jungen Menschen Zugang zu internationalen Begegnungen zu eröffnen. Die Teilnehmenden stellten eigene Projekte vor, tauschten sich über digitale Formate und interkulturelle Kooperationen aus und beleuchteten aktuelle Herausforderungen für Jugendstrukturen weltweit.
Am zweiten Tag drehte sich alles um eine zukunftsorientierte, nachhaltige Verwaltung. Ein Höhepunkt war die Keynote von Prof. Dr. Jorge Marx Gómez, Direktor des Instituts TrustOL – Center for Transformations and Sustainable Futures an der Universität Oldenburg. Er zeigte auf, wie Kommunen mittels der Kreislaufwirtschaft zu einer nachhaltigen Transformation der Gesellschaft beitragen können. Im anschließenden Workshop wurden erneut Praxisbeispiele vorgestellt und neue Lösungswege diskutiert.
Über UN!TE Digitally
Weitere Details zur zweitägigen Konferenz UN!TE 2025 Digitally finden Sie in der hier verfügbaren Dokumentation (PDF, 1,69 MB, barrierefrei).
UN!TE Digitally knüpft an das erfolgreiche UN!TE-Format an, das seit 2020 als digitale Variante der internationalen Städtepartnerschaften weitergeführt wird. Ursprünglich als Reaktion auf die Corona-Pandemie gestartet, hat sich das Format inzwischen als flexibles und starkes Netzwerkwerkzeug etabliert – und verbindet Oldenburgs Partnerkommunen seither unabhängig von Ort und Entfernung. Fest steht: Die nächste Konferenz im Zeichen der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele kommt sicher.
Weitere Informationen über das Format an sich sowie die bisherigen Treffen und Ergebnisse gibt es auf den Seiten zu UN!TE. An dieser Stelle wird auch die Dokumentation der Konferenz aus dem Jahr 2025 zu finden sein.
Moin USA: Oldenburg prüft transatlantische Städtepartnerschaft mit Des Moines
Eine vierköpfige Delegation der Stadt Oldenburg – bestehend aus Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Büroleiter Frank Hinrichs, Sina Radunski vom Fachdienst Repräsentation sowie TGO-Geschäftsführer Jürgen Bath – kehrte im Sommer 2025 mit zahlreichen Impulsen von einer einwöchigen USA-Reise zurück. Auf dem Programm standen Besuche in New York, Chicago, Des Moines und Washington, D.C. Im Mittelpunkt stand dabei die Erkundung einer potenziellen, langfristigen Städtepartnerschaft mit der 200.000 Einwohner zählenden Stadt Des Moines in Iowa. Bei Treffen mit Bürgermeisterin Connie Boesen und Vize-Gouverneurin Chris Cournoyer wurden gemeinsame Anknüpfungspunkte in den Bereichen Bildung, Kultur, Sport, Technologie, Start-up-Förderung und Stadtentwicklung identifiziert. Da etwa ein Drittel der Bevölkerung in Iowa deutsche Wurzeln hat und es vor Ort bereits eine ehrenamtliche „German Samstagsschule“ gibt, gilt die Region als geeigneter Kandidat für einen künftigen Austausch auf Augenhöhe.
Perspektiven für Bildung, Wirtschaft und Kultur
Neben den Gesprächen in Iowa nutzte die Delegation die Reise für wichtige politische und wirtschaftliche Kontakte. Ein Besuch der Deutschen Botschaft in Washington, D.C. verdeutlichte, dass die Bundesregierung die Rolle von Kommunen in der internationalen Zusammenarbeit gezielt stärken möchte, um demokratische Werte und wirtschaftliche Kooperation breiter in der Gesellschaft zu verankern. In New York und Chicago sammelte die von Dr. Andreas Eckstein (Repräsentant des Landes Niedersachsen) begleitete Gruppe zudem wertvolle Eindrücke bei Institutionen wie dem Goethe-Institut, der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer und dem Innovationszentrum mHUB. Hierbei standen zukunftsweisende Themen wie Fachkräftegewinnung, berufliche Bildung, Energie und Quantenforschung im Fokus. In den kommenden Monaten sollen weitere Gespräche zur Konkretisierung der Partnerschaft folgen, zudem wird sich der nächste Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Digitalisierung und internationale Zusammenarbeit in Oldenburg mit den Ergebnissen befassen.
Empfang für internationale Gäste des UNILEAD-Programms
Am Mittwoch, 5. März 2025, empfing Bürgermeisterin Christine Wolff internationale Gäste des UNILEAD-Programms der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Alten Rathaus.
Das UNILEAD-Programm (University Leadership and Management Training) ist ein englischsprachiges Weiterbildungsprogramm für Hochschulmanagerinnen und Hochschulmanager aus Schwellen- und Entwicklungsländern. Seit mehreren Jahren bietet die Universität Oldenburg diese besondere Fortbildung an, um junge Hochschulführungskräfte aus Südostasien, Afrika, Zentral- und Südamerika sowie dem Nahen Osten in ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen.
Rund 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung der Stadt Oldenburg und wurden im Großen Sitzungssaal des Alten Rathauses herzlich willkommen geheißen. In ihrer Ansprache betonte Bürgermeisterin Christine Wolff die Bedeutung von internationalem Austausch und Wissenstransfer für die nachhaltige Entwicklung von Hochschulen und Bildungssystemen weltweit.
Das UNILEAD-Programm zielt darauf ab, die Teilnehmenden in der Entwicklung, Konzeption und Umsetzung innovativer Projekte im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung zu unterstützen. Der Lehrgang kombiniert Online- und Präsenzphasen und legt besonderen Fokus auf die Module „Project Management“, „Strategic Management & Academic Leadership“ sowie „Human Resource Management“.
Die Veranstaltung bot eine wertvolle Gelegenheit zum interkulturellen Dialog und zur Vernetzung mit Akteurinnen und Akteuren aus der Wissenschafts- und Hochschullandschaft. Mit diesem Empfang unterstrich die Stadt Oldenburg erneut ihr Engagement für internationale Kooperationen und Bildungsinitiativen.
Newsletter als Pilotprojekt mit Schulen
Ein Verständnis für unterschiedliche Kulturen hilft nicht nur, um Mitmenschen im Alltag auf Augenhöhe zu begegnen. Es dient auch als Bindeglied, um globale Herausforderungen gemeinsam meistern zu können. Damit schon Jugendliche einen Blick über den Tellerrand erlangen, unterstützt die Stadt Oldenburg künftig Schulen noch stärker in ihrem Vorhaben, internationale Beziehungen aufzubauen und weiterzuentwickeln. So hilft sie beispielsweise Austauschprogrammen bei der Suche nach Partnerschulen und berät beim Beantragen von Fördermitteln auf Bundesebene. Mit kleineren Beträgen fördert die Stadtverwaltung außerdem selbst Schülerreisen ins Ausland. Indem sie Personalressourcen und ihre Netzwerke bereitstellt, geht die Stadt den Schulen bei internationalen Vorhaben zusätzlich zur Hand.
Berufsschulen bauen Brücken über Ländergrenzen hinweg
Das jüngste Beispiel für diese erfolgreiche Zusammenarbeit ist ein Newsletter, der als Pilotprojekt die internationalen Aktivitäten, Kooperationen und Austauschprogramme der Schulen sichtbar machte. Während die Idee von der Stadtverwaltung und der BBS Wechloy entwickelt wurde, lieferte das NERO-Netzwerk, dem überwiegend Oldenburger Berufsschulen angehören, die dazugehörigen Beiträge. Die erste Ausgabe erschien Ende Januar 2025 und stellte die globalen Projekte der Berufsbildenden Schulen vor. Ein Einsatz, der sich sehen lassen kann – findet auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann: „Die internationalen Verbindungen der Oldenburger Berufsschulen fördern den interkulturellen Austausch, erweitern den Horizont der Schülerinnen und Schüler und eröffnen ihnen berufliche Perspektiven. Die Stadt Oldenburg blickt mit Stolz auf dieses Engagement der Berufsschulen, die nachhaltig über Ländergrenzen hinweg Brücken bauen.“
Die nächste Ausgabe des Newsletters erscheint im Laufe des Jahres. Wer das nicht verpassen möchte, kann ihn auf der Website der Stadt im Bereich internationale Zusammenarbeit online abonnieren.
Zuletzt geändert am 30. Juni 2026




