An jüdische Mitmenschen Oldenburgs erinnern
Die Gedenkwand soll die Erinnerung an jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger Oldenburgs wachhalten, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Engagierte und an der Geschichte ihrer Stadt interessierte Bürgerinnen und Bürger haben den Arbeitskreis „Erinnerung gestalten“ gegründet und maßgeblich an der Realisierung der Gedenkwand gearbeitet. Es war der Wunsch der Beteiligten, die Namen der ermordeten Jüdinnen und Juden im Stadtleben wieder sichtbar zu machen. Die Gedenkwand steht vor dem Oldenburger Kulturzentrum PFL in der Peterstraße und wurde am 10. November 2013 durch den damaligen Oberbürgermeister Gerd Schwandner und Vertreter der Stadtverwaltung, des Rates, des Landtags, der Jüdischen Gemeinde Oldenburgs sowie durch Mitglieder des Arbeitskreises „Erinnerung gestalten“ und des Arbeitskreises „Erinnerungsgang“ der Öffentlichkeit übergeben.
Erinnern an 175 jüdische Oldenburgerinnen und Oldenburger
Die Gedenkwand war 2013 auf Initiative des Arbeitskreises „Erinnerung gestalten“ aufgestellt worden. Sie erinnert an jüdische Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Oldenburg, die durch die Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Verzeichnet sind auf Aluminiumtafeln 175 Namen, Geburtsdaten, die Oldenburger Wohnadressen sowie das jeweilige Todesdatum beziehungsweise Datum der Deportation. Auf weiteren Tafeln finden sich eine Stadtplanansicht mit markierten Standorten der einstigen Wohnungen sowie eine Erklärung des Arbeitskreises. Der Aufstellung vorausgegangen war seinerzeit ein lebhafter Diskussionsprozess über die adäquate Beschriftung dieses Oldenburger Mahnmals
Risse und Kratzer in Tafeln behoben
Im Laufe der Zeit machten oberflächliche Risse und Kratzspuren die an der Gedenkwand aufgebrachten Tafeln zunehmend unansehnlich, sodass der Fachdienst Kulturbüro der Stadt Oldenburg die Restaurierungsmaßnahmen anstieß, für die 20.000 Euro eingeplant sind. „Ich bin froh, für diesen Auftrag die Expertinnen und Experten von damals gewonnen zu haben“, erklärt Paula von Sydow, Leiterin des Kulturbüros, „denn sie wissen über die verwendeten Materialien und Details der Fertigung genauestens Bescheid.“ Schon im vorbereitenden Austausch mit jener in Baden-Württemberg ansässigen Firma wurde deutlich, dass die – recht großen und schweren – Aluminiumtafeln nicht vor Ort ausgebessert werden könnten, sondern abtransportiert und nach originalgetreuer Wiederherstellung neu montiert werden müssten. Die Montage der fertiggestellten Namenstafeln ist Ende Mai 2026 durchgeführt worden.
Zuletzt geändert am 27. Juni 2026
