Rat beschließt Spielleitplanung

Neues Konzept schafft Basis für kindgerechte Stadtentwicklung

Mehr Spielraum für Oldenburg

Der Rat der Stadt Oldenburg hat ein wichtiges Zeichen gesetzt: Mit der am 1. Juni 2026 beschlossenen Spielleitplanung 2026 erhält Oldenburg erstmals ein verbindliches Steuerungsinstrument für die zukunftsorientierte Entwicklung seiner Spiellandschaft. Das vom Fachdienst „Stadtgrün – Planung und Neubau“ erstellte neue Konzept beschreibt den aktuellen Bestand, definiert Ziele, benennt Maßnahmenpakete und legt fest, wie Spielflächen in den kommenden 15 bis 20 Jahren gestaltet, gesichert und weiterentwickelt werden sollen. „Spielplätze sind nicht nur Orte für Kinder, sondern auch Begegnungsstätten für Klein und Groß. Darüber hinaus leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Grünversorgung und verbessern das Stadtklima nachhaltig. Diesen wichtigen Orten bei künftigen planerischen Entwicklungen gezielt ausreichende Flächenreserven zur Verfügung zu stellen, ist das übergeordnete Ziel der Spielleitplanung“, sagt Stadtbaurätin Christine-Petra Schacht. 

Warum eine neue Leitplanung notwendig wurde

Oldenburgs bisherige Spielplatzleitplanung stammt aus dem Jahr 2007 – eine Zeit, in der sich sowohl die Stadt als auch die Anforderungen an Spielplätze deutlich von der heutigen Situation unterschieden. Zu den wichtigsten Gründen für eine umfassende Aktualisierung gehören: 

  • Starker Bevölkerungsanstieg seit 2007, insbesondere durch Zuzug junger Familien.
  • Verdichtung im Stadtgebiet und steigender Nutzungsdruck auf Freiräume.
  • Neue Anforderungen der DIN 18034-1 (2020), die höhere Standards für Flächengrößen, Erreichbarkeit und Inklusion vorsieht.
  • Veränderte qualitative Ansprüche, etwa zu Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und vielfältigen Spielwerten.
  • Fehlende planerische Sicherung von Spielflächen, die nun erstmals systematisch möglich wird.

Damit schließt die Spielleitplanung eine bisher bestehende Lücke in der städtischen Entwicklungsplanung und wird künftig – gleichberechtigt neben Masterplan Stadtgrün, ISEK und weiteren Konzepten – handlungsleitend für politische Entscheidungen.

Der aktuelle Bestand

Oldenburg verfügt Stand Juni 2026 über 166 öffentliche Spielplätze. Diese verteilen sich wie folgt: 

  • 101 öffentliche Spielplätze (inklusive Spielpunkte)
  • 44 Schulhöfe mit Spielangeboten
  • 16 Outdoorfitness-Flächen
  • fünf Ballspielflächen

Gegenüber 2007 (144 Plätze) ist die Zahl der Spielangebote gewachsen. Dennoch zeigen die Auswertungen, dass trotz dieser Zunahme in verschiedenen Stadtteilen weiterhin ein deutlicher Bedarf besteht – insbesondere in verdichteten Wohnbereichen innerhalb des Autobahnringes und im Westen der Stadt. 

Was künftig geplant ist

Die Spielleitplanung definiert klare Ziele und Maßnahmen, darunter: 

  • Neuklassifizierung aller Spielplätze in zeitgemäße Spielplatztypen (zum Beispiel Stadtteil-, Stadtviertel-, Quartiers-, Nachbarschaftsspielplätze).
  • Ein einheitliches Nummerierungssystem, das die Auffindbarkeit verbessert.
  • Umfassende Bewertung aller Plätze nach Größe, Ausstattung, Spielwert, Altersgruppen und Inklusion.
  • Identifikation von Suchräumen für neue Spielplätze in unterversorgten Gebieten.
  • Erarbeitung neuer Gestaltungs- und Ausstattungsstandards, die Qualität, Nachhaltigkeit und Inklusion ins Zentrum stellen.
  • Planung einer neuen städtischen Spielplatzbroschüre sowie eines aktualisierten digitalen Spielplatzplans.
  • Sukzessive Umsetzung der Maßnahmenpakete im Rahmen künftiger Haushalte. 

Damit soll die gesamte Spiellandschaft langfristig moderner, vielfältiger, inklusiver und besser in die Stadtentwicklung integriert werden. 

Umsetzung und Ausblick

Die im Konzept beschriebenen Maßnahmen sollen vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden finanziellen und personellen Ressourcen Schritt für Schritt umgesetzt werden. Das Amt für Umweltschutz und Bauordnung wurde beauftragt, die jeweiligen Akteurinnen und Akteure zu koordinieren, damit alle Ziele erreicht werden. Die künftigen finanziellen Bedarfe werden in den kommenden Haushaltsjahren berücksichtigt. Mit der Spielleitplanung 2026 legt die Stadt Oldenburg ein zukunftsweisendes Fundament für eine kindgerechte, inklusive und nachhaltige Stadtentwicklung.

Zuletzt geändert am 2. Juni 2026