Start der optischen „Grünen Welle“
Bremsen oder Gas geben – das ist hier die Frage: Stadtbaurätin Christine-Petra Schacht trat am 8. März 2024, bei einem Fototermin in die Pedale, um die optimale Geschwindigkeit für die neue „Grüne Welle“ für den Radverkehr an der Ammerländer Heerstraße herauszufinden. Diese sorgt bei entsprechendem Tempo auf drei Abschnitten mit einer Länge von jeweils 100 Metern für freie Rad-Fahrt. Dazu sagt die Stadtbaurätin: „Grüne Wellen für den Radverkehr gibt es in Oldenburg bisher nur auf kürzeren Abschnitten. Künftig sollen Radfahrende auf der stark frequentierten Strecke zwischen der Fahrradstraße am Haarenufer und der Universität Oldenburg von der intelligenten Schaltung profitieren. Neu sind zudem die zusätzlichen im Boden eingelassenen LED-Lichter zwischen Haarenfeld und Uhlhornsweg, die das ideale Tempo anzeigen.“
Mit der richtigen Geschwindigkeit schneller ans Ziel
An der Ammerländer Heerstraße wurden insgesamt 45 LED-Lampen verlegt, die durch Aufleuchten anzeigen, dass gerade alles im grünen Bereich und kein Abbremsen nötig ist. Die implementierten Signalprogramme sind auf die Belange und Geschwindigkeit des Radverkehrs ausgerichtet. Heißt: Bei viel Autoverkehr werden die bisherigen Programme geschaltet – wenn hingegen ein großes Radaufkommen herrscht, werden automatisch die neuen Programme aktiviert. Möglich wird dies durch den Einsatz von Radzählschleifen und Wärmebildkameras.
Gefördertes Projekt
Die Gesamtkosten des Projekts werden auf 200.000 Euro geschätzt. 65 Prozent werden vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr aus dem Förderprogramm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ bezuschusst, so dass der städtische Eigenanteil nur 70.000 Euro beträgt.
Oldenburger Besonderheit
Jan Bernath vom Amt für Verkehr und Straßenbau beschreibt die Oldenburger Besonderheit: „In Oldenburg ist die Umsetzung einer Grünen Welle für den Radverkehr kompliziert, da hier die Signalanlagen verkehrsabhängig betrieben werden und die Grünzeiten auch über die Busbeschleunigung beeinflusst werden. Aber: In einer Simulation hat sich die Prognose der Grünzeiten als ausreichend zuverlässig erwiesen.“ In der Praxis wird sich diese Prognose noch bewähren müssen. Vergleichbare Projekte sind in Deutschland in dieser Form übrigens bislang nicht bekannt. Vorbild für Oldenburg war das Kopenhagener Modell, das vor mehr als zehn Jahren in Dänemarks „Fahrrad“-Hauptstadt umgesetzt wurde.
Vandalismus bei „Grüner Welle“
Schon im Dezember 2023 waren einige der Lampen aus dem Boden gerissen worden, so dass sich der Zeitplan zur Inbetriebnahme verzögert hatte.
Kaum waren die LED-Lampen, die auf dem Radweg entlang der Ammerländer Heerstraße eine „Grüne Welle“ signalisieren, am 8. März 2024, in Betrieb gegangen, gab es schon den nächsten Fall von Vandalismus: Im ersten Leuchtstreifen-Abschnitt zwischen dem Katholischen Friedhof und der Tankstelle an der Einmündung zum Schützenweg wurden vermutlich bereits am Freitagnachmittag zwischen 14 oder 15 Uhr in den Boden eingelassenen Lampen mit weißer Farbe beschmiert. Die Stadt Oldenburg hat Anzeige erstattet.
Zuletzt geändert am 29. Juni 2026