Blütezeit und Niedergang im 17. und 18. Jahrhundert

Mit der Regierungsübernahme Graf Anton Günthers im Jahre 1603 stieg die Grafschaft zu neuer Blüte auf. Durch geschickte Diplomatie hielt Graf Anton Günther sein Land aus dem Dreißigjährigen Krieg heraus. Den Grafen Tilly bewegte er in Wardenburg im Jahre 1623 mit einigen wertvollen Pferdegeschenken dazu, vom Marsch auf die Stadt abzusehen.
Verschont von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges entwickelte sich in Oldenburg, gefördert durch die Hof- und Residenzhaltung des Grafen, ein bescheidener Wohlstand. Anstelle der alten Wasserburg ließ Graf Anton Günther ab 1607 ein schmuckes Renaissance-Schloss errichten. Die Stadt vergrößerte sich zwar nicht in der Fläche, doch die Bebauung verdichtete sich, und die Zahl der Einwohner betrug in der Mitte des 17. Jahrhunderts bereits 4.000.

Niedergang unter dänischer Stadthalterschaft

Diese Blütezeit Oldenburgs wurde jäh unterbrochen. Graf Anton Günther starb im Jahre 1667 ohne legitimen Nachfolger. Die alten dynastischen Verflechtungen brachten Oldenburg unter dänische Herrschaft. Die ehedem so blühende kleine Residenzstadt stieg unter dänischer Statthalterschaft zum Provinzflecken ab. Katastrophen taten ein Übriges. 1667 wütete die Pest in Oldenburg. Beinahe jeder zehnte Oldenburger fiel ihr zum Opfer. Kaum erholt von dieser Heimsuchung, zerstörte ein durch Blitzschlag verursachter Brand die Stadt fast völlig.
Den Stadthaltern der dänischen Könige war der Wiederaufbau der Stadt Oldenburg kein dringendes Anliegen. Eine längere Phase der Stagnation in der Stadtentwicklung folgte. Die Zahl der Einwohner sank bis Mitte des 18. Jahrhunderts sogar auf rund 3.000.