41 neue Elektrobusse und Ladeinfrastruktur sichern die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben
Der öffentliche Nahverkehr in Oldenburg fährt künftig auf Elektroantrieb ab: Der Rat der Stadt Oldenburg hat in seiner Sitzung am 29. Juni 2026 einem Beschluss des Aufsichtsrats der Verkehr und Wasser GmbH (VWG) zugestimmt, auf batterieelektrische Busse als zentrale Antriebstechnologie zu setzen. Im ersten Ausbauschritt bis Ende 2030 werden 41 batterieelektrische Fahrzeuge beschafft sowie die dafür erforderliche Lade- und Betriebsinfrastruktur errichtet.
Die Entscheidung ist eine unmittelbare Folge der europäischen Clean Vehicles Directive (CVD) und ihrer Umsetzung in deutsches Recht. Die Vorgaben verpflichten öffentliche Auftraggeber, verbindliche Mindestquoten für emissionsfreie Fahrzeuge zu erfüllen. Für die Stadt Oldenburg bedeutet dies, bis Ende 2030 insgesamt 45 emissionsfreie Busse im Linienverkehr einzusetzen. Vier bereits beschaffte Wasserstoffbusse werden auf diese Quote angerechnet, sodass weitere 41 emissionsfreie Fahrzeuge erforderlich sind.
Klimafreundlicher Nahverkehr
„Mit diesem Beschluss schaffen wir Planungssicherheit für den öffentlichen Nahverkehr in Oldenburg und erfüllen gleichzeitig unsere gesetzlichen Verpflichtungen. Wir investieren in eine moderne und zukunftsfähige Busflotte, die den Menschen in unserer Stadt langfristig einen verlässlichen, leistungsfähigen und klimafreundlichen Nahverkehr bietet“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.
Die VWG verfolgt bereits seit vielen Jahren eine konsequente Strategie zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und betreibt den Großteil ihrer Busflotte mit Biomethan. Diese Technologie hat wesentlich zur Verbesserung der Klimabilanz des ÖPNV beigetragen und erfüllt die Anforderungen an sogenannte saubere Fahrzeuge. Da Biomethanbusse jedoch weiterhin lokale Emissionen verursachen, gelten sie nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben nicht als emissionsfrei. Zugleich verändert sich der Fahrzeugmarkt grundlegend: Hersteller konzentrieren ihre Entwicklungen zunehmend auf emissionsfreie Antriebssysteme. Mit der Einführung der europäischen Abgasnorm Euro 7 ab 2029 ist davon auszugehen, dass Busse mit Gasantrieb perspektivisch nicht mehr verfügbar sein werden.
Antriebsoptionen untersucht
Um die geeignete Zukunftstechnologie zu bestimmen, hat die VWG verschiedene Antriebsoptionen umfassend untersuchen lassen. Unterstützt wurde sie dabei durch externe Gutachten. Bewertet wurden technische, betriebliche und wirtschaftliche Aspekte batterieelektrischer und wasserstoffbetriebener Busse. Die Analysen kommen zu dem Ergebnis, dass beide Technologien grundsätzlich für den Einsatz im Oldenburger Stadtverkehr geeignet sind. Das batterieelektrische Konzept bietet jedoch deutliche Vorteile hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Marktreife und Umsetzbarkeit. Zudem entfallen inzwischen rund 85 Prozent aller Neubeschaffungen von Linienbussen in Deutschland auf batterieelektrische Fahrzeuge.
Elektrobusse bieten bestes Gesamtpaket
„Wir haben die verschiedenen Technologien intensiv geprüft und die Entscheidung auf Basis belastbarer Daten getroffen. Batterieelektrische Busse bieten derzeit das beste Gesamtpaket aus Wirtschaftlichkeit, technischer Reife und Verfügbarkeit. Mit dem schrittweisen Aufbau der Fahrzeuge und der Ladeinfrastruktur schaffen wir die Voraussetzungen für einen zuverlässigen Betrieb und stellen die VWG langfristig zukunftssicher auf“, sagt Torsten Reh, Geschäftsführer der Verkehr und Wasser GmbH.
Mit der nun beschlossenen ersten Ausbauphase schafft die VWG die Grundlage, die gesetzlichen Anforderungen bis 2030 zu erfüllen und den öffentlichen Nahverkehr in Oldenburg schrittweise auf einen emissionsfreien Betrieb umzustellen. Durch die damit verbundenen Mehrkosten geht die Stadt in den kommenden Jahren von einem deutlichen Anstieg des VWG-Defizitausgleichs aus.
Zuletzt geändert am 6. Juli 2026