Projekt präsentiert sich am Stand der Metropolregion beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen
Reallabor Urban Mining: Was alte Bauteile wertvoll macht
25.09.2026
Oldenburg. Wenn sich die Bundesländer, Regionen und Unternehmen rund um den Tag der Deutschen Einheit bei den zentralen Feierlichkeiten in Bremen präsentieren, ist auch ein Projekt aus Oldenburg dabei: Am Stand der Metropolregion Nordwest informieren Judith Ottich und Sandra Wentzler am Freitag, 2. Oktober, über das „Reallabor Urban Mining“, kurz RUM, und machen spielerisch erfahrbar, wie durch die Wiederverwendung von Baumaterialien die CO2-Emissionen und der Ressourcenverbrauch sinken können. Zu finden ist der Stand zwischen Innenstadt und Wallanlagen in Höhe der Adresse Am Wall 187/188.
Wie umweltfreundlich sind Baustoffe?
Warum ist es sinnvoll, Materialien aus alten Gebäuden zu bergen, damit sie Ressourcen für die Zukunft werden? Wie viel Energie steckt in einer Tür oder in einem Ziegelstein? Häuser sind in puncto Energie nicht vergleichbar mit Kühlschränken oder anderen Haushaltsgeräten – und das ist für die meisten Menschen erst einmal nicht intuitiv und weit weg vom Alltag.
„Energieeffizienz ist bei Gebäuden für den Betrieb wichtig, aber viel Energie wird schon für das Bauen und die Herstellung von Baustoffen gebraucht. Dabei entstehen in der Bauphase mit einem Mal eine Menge Emissionen, die bei den heutigen energieeffizienten Gebäuden oft die Betriebsemissionen der ersten 50 Jahre übertreffen“, so Judith Ottich, Projektleiterin von RUM. Fachleute sprechen von „grauen Emissionen“: Sie sind nach der Bauphase in den Materialien eines Gebäudes, einer Brücke oder Straße gebunden. „Wenn wir uns in der Stadt umgucken, dann sind wir also umgeben von Bauten, in denen historische Emissionen schlummern“, so Ottich weiter.
Heliumballons stehen sinnbildlich für Emissionen
An den am Stand gezeigten Rückbau-Materialien hängen dafür symbolisch Heliumballons. Die Erklärung dazu lautet: „Wenn wir abreißen und neu bauen, lassen wir die Luftballons los und Klimagase für weitere Baustoffherstellung und Bautätigkeiten entweichen in die Atmosphäre. Wir können sie auch festhalten, indem wir das bereits Hergestellte und Gebaute bewahren oder an anderer Stelle wieder benutzen, denn dann können wir uns viele der grauen Emissionen sparen.” Bau-circle, das Bündnis Kreislaufwirtschaft Bauwesen der Metropolregion Nordwest, hat zudem ein Ratespiel beigesteuert, bei dem es Fachbücher zum Thema Wiederverwendung von Bauteilen zu gewinnen gibt.
Materialien aus alten Gebäuden sinnvoll wiederverwenden
Thema des Projektes, das bis 2028 gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen aus der Region umgesetzt wird, sind technische, rechtliche und wirtschaftliche Fragen bei der Umstellung von linearen auf kreislaufgerechte Prozesse. Das Ziel ist, konkrete und praxisnahe Lösungen für eine Wiederverwendung ohne Downcycling zu erproben. Dafür wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung über den Rückbau bis zur Wiederverwendung in den Blick genommen. Akteure aus unterschiedlichen Bereichen arbeiten Hand in Hand, gehen gemeinsam über eingespielte Prozesse hinaus und wirken an einem nachhaltigen Wandel der gesamten Baubranche mit.
Kontakt
Das Projekt wird aus dem Förderfonds der Länder Niedersachsen und Bremen gefördert und ist beim Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau der Stadt Oldenburg angesiedelt. Es wird von einer Arbeitsgruppe aus Wirtschaftsförderung und Klimaschutz begleitet. Die Projektleitung hat Judith Ottich inne, erreichbar per E-Mail an ReallaborUrbanMining[at]stadt-oldenburg.de.
Zuletzt geändert am 25. September 2026
Zuletzt geändert am 1. September 2026