Stadtgeschichte neu erzählt
Wie erzählt man die Geschichte einer Stadt so, dass sie nicht nur Vergangenheit vermittelt, sondern auch zum Nachdenken über die Gegenwart und Zukunft anregt? Die neue stadtgeschichtliche Dauerausstellung des Stadtmuseums Oldenburg gibt darauf eine eigene Antwort – und wird dafür im Oktober 2026 mit dem German Design Award 2027 ausgezeichnet. In der Kategorie „Excellent Architecture – Fair and Exhibition“ erhält sie die Auszeichnung „Winner“. Gemeinsam mit der Agentur GfG – Gruppe für Gestaltung aus Bremen hat das Museum einen Ausstellungsraum geschaffen, der Geschichte auf neue Weise erfahrbar macht und unterschiedliche Perspektiven auf Oldenburg eröffnet.
Über die Dauerausstellung
Auf rund 800 Quadratmetern und zwei Ebenen begegnen die Besuchenden rund 350 Objekten, großformatigen Grafiken, Medienstationen und interaktiven Formaten. Doch die Ausstellung will mehr, als historische Ereignisse aneinanderzureihen. Unter den Leitfragen „Was ist Stadt?“, „Wer macht Stadt?“ und „Oldenburg ist …“ geht sie der Frage nach, wie Stadt entsteht, wer sie prägt und wessen Geschichten erzählt werden. Szenografische Elemente schaffen überraschende Zugänge, partizipative Module laden zum Mitmachen ein. Bewusst gelassene Leerstellen eröffnen Raum für weitere Stimmen und neue Perspektiven. So wird die Ausstellung zu einem offenen Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Stadtgesellschaft.
„Die Auszeichnung bestätigt unseren Anspruch, Stadtgeschichte nicht einfach abzubilden, sondern sie als etwas Lebendiges und Vielstimmiges im Dialog mit der Stadtgesellschaft zu vermitteln“, sagt Dr. Steffen Wiegmann, Leiter des Stadtmuseums Oldenburg. „Uns war es wichtig, unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven sichtbar zu machen und die Besuchenden dazu einzuladen, ihre eigenen Fragen an Oldenburg zu stellen. Denn Stadtgeschichte ist nicht nur das, was war – sie erzählt auch davon, wie wir heute zusammenleben und unsere Stadt in Zukunft gestalten.“
Über den Preis
Der German Design Award zählt zu den renommierten internationalen Designauszeichnungen und wird vom German Design Council ausgelobt. Für die Ausgabe 2027 wurden insgesamt 3.159 Projekte aus 51 Ländern eingereicht. Eine internationale Jury aus 43 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Lehre und Industrie bewertete die nominierten Projekte in einem mehrstufigen Verfahren. Die Auszeichnung „Winner“ würdigt Designleistungen, die innerhalb ihrer Kategorie als wegweisend gelten.
Für die Agentur GfG steht die Auszeichnung ebenfalls für die besondere Qualität des Projekts. „Unser Leitmotiv war das eines offenen und einladenden Ateliers. Wir wollten Räume gestalten, die zugänglich sind, Aufenthalt ermöglichen und jedem Thema einen assoziativen Raum bieten. So ist eine abwechslungsreiche und lebendige Ausstellung entstanden, in der die Inhalte sich aus der Szenografie heraus selbst anmoderieren.“, sagt Geschäftsführer Carsten Dempewolf.
Mehr erfahren
Die Dauerausstellung wurde im Juni 2026 mit der Wiedereröffnung des Stadtmuseums eröffnet. Sie führt von den ersten Siedlungsspuren bis in die Gegenwart und nimmt dabei auch Themen wie jüdisches Leben, Migration, soziale Bewegungen und koloniale Kontinuitäten in den Blick. Mit der Verbindung von historischen Objekten, zeitgemäßer Gestaltung und Beteiligungsmöglichkeiten zeigt sie: Stadtgeschichte ist keine abgeschlossene Erzählung. Sie verändert sich mit den Menschen, die sie prägen – und mit den Fragen, die sie an ihre Stadt stellen.
Die Seiten des Stadtmuseums geben weitere Informationen zur Dauerausstellung.
Zuletzt geändert am 29. Oktober 2026