Was passiert, wenn extreme Hitze über Wochen anhält, die Nächte keine Abkühlung bringen und gleichzeitig Trockenheit und Brandgefahr zunehmen? Mit diesen Fragen hat sich der Katastrophenschutzstab der Stadt Oldenburg in einer dreitägigen Stabsübung Ende September 2026 intensiv beschäftigt. Diese konstruierte Einsatzlage weckte Erinnerungen an die vergangenen Wochen im Sommer 2026 mit überdurchschnittlichen Temperaturen und Trockenperioden. Die Hitzelage war bewusst gewählt, um sich auf eine derartige extreme Wetterlage, die für Menschen, Umwelt und Infrastruktur weitreichende Folgen haben kann, zu wappnen.
Das Szenario war den Stabsmitgliedern vorab nicht bekannt, um unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu üben. An den drei Übungstagen wurden Lageentwicklungen bewertet, Maßnahmen abgestimmt und Entscheidungen getroffen. Zum Ende jedes Übungstages wurde die Lage eingefroren und am nächsten Tag auf dieser Grundlage fortgeführt und weiterentwickelt. Zur Übung gehörte auch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationseinheiten wie Polizei, Technisches Hilfswerk (THW) oder Bundeswehr.
Übungsszenario: Langanhaltende Hitzewelle und knappe Wasserressourcen
Das Übungsszenario ging von einer außergewöhnlich langanhaltenden Hitzewelle in Oldenburg aus: Seit Wochen herrschen extreme Temperaturen von 36 bis über 41 Grad Celsius, auch nachts kühlt es kaum ab. Die anhaltende Trockenheit erhöht zudem die Wald- und Graslandbrandgefahr und belastet die Wasserressourcen. Im weiteren Verlauf verschärft sich die Lage zunehmend: Besonders ältere, chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen leiden unter der Hitze. Gleichzeitig steigen die Belastungen für Rettungsdienst und Krankenhäuser sowie für die kritische Infrastruktur, insbesondere die Wasser- und Stromversorgung. Eine kurzfristige Wetteränderung ist nicht in Sicht.
Austausch mit der Bundeswehr
Während der laufenden Übung informierte sich auch Brigadegeneral Joachim Hoppe, Standortältester in Oldenburg, über die Arbeit des Katastrophenschutzstabes der Stadt Oldenburg. Bei seinem Besuch standen insbesondere die Strukturen und Abläufe der Stabsarbeit sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure im Mittelpunkt. Der Austausch unterstrich die Bedeutung einer engen Vernetzung der verschiedenen Partner im Bevölkerungsschutz – gerade bei komplexen und länger andauernden Schadenslagen.
Abläufe überprüfen, Zusammenarbeit stärken
„Eine solche Übung ist besonders wertvoll, weil wir Abläufe nicht erst im tatsächlichen Einsatz überprüfen wollen. Wir können gemeinsam feststellen, was bereits gut funktioniert und an welchen Stellen wir noch nachschärfen müssen“, erklärt Jens Spekker, Leiter der Berufsfeuerwehr als untere Katastrophenschutzbehörde der Stadt Oldenburg. Dabei zeigte sich erneut, wie wichtig klare Kommunikationswege, verlässliche Informationen und eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachbereichen und Einsatzorganisationen sind. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun ausgewertet und fließen in die weitere Arbeit des Katastrophenschutzes ein.
„Katastrophenschutz ist Teamarbeit. Wenn eine Lage über Tage anhält und viele Bereiche gleichzeitig betroffen sind, kommt es darauf an, dass alle Beteiligten ihre Aufgaben kennen und gut zusammenspielen. Genau dafür sind solche Stabsübungen da“, betont Spekker.
Wissenswertes über den Katastrophenschutzstab
Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oldenburg ist eine wichtige Aufgabe, die besondere Anforderungen an die Stadtverwaltung stellt. Der Katastrophenschutzstab der Stadt Oldenburg wird bei Katastrophenfällen oder anderen bedrohlichen Szenarien einberufen und befasst sich mit der Koordination der Krisenbewältigung, wie bei der Hochwasserlage im Winter 2023/2024. Geleitet wird der Stab durch den Oberbürgermeister und die Dezernentinnen und Dezernenten. Unterteilt ist er in unterschiedliche Sachgebiete, die sich um unterschiedliche Schwerpunkte, wie Personaleinsatz, Sicherung der Kommunikation, Versorgung der Einsatzkräfte oder Presse- und Medienarbeit, kümmern.
Mehr erfahren
Wer mehr über die Feuerwehr Oldenburg, das Katastrophenwarnsystem KATWARN, die bewältigte Hochwasserlage 2023/24, die Gasmangellage oder die eigene Notfallplanung und persönliche Vorsorge auf solche Szenarien erfahren möchte, findet auf den Notfallseiten zahlreiche Informationen.
Zuletzt geändert am 30. Oktober 2026
