Mehr Einfluss auf die Kommunalpolitik: Junge Menschen in Oldenburg erhalten künftig ein eigenes Jugendparlament. Der Rat der Stadt hat am Montag, 28. September 2026, die dafür notwendige Satzung einstimmig beschlossen und zugleich ein dreijähriges Handlungskonzept zur Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung verabschiedet. Mit der Umsetzung soll im Jahr 2027 begonnen werden.
Interessenvertretung der 12- bis unter 18-Jährigen
Das Jugendparlament wird künftig die gewählte Interessenvertretung der 12- bis unter 18-Jährigen in Oldenburg und eine feste Form der Mitwirkung an kommunalen Willensbildungsprozessen. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Vorgesehen sind Wahlen an zwei Wahltagen und an mindestens vier Standorten, um die Beteiligung möglichst wohnortnah und niedrigschwellig zu ermöglichen. Das Gremium soll die Anliegen junger Menschen gegenüber der Stadt vertreten, Verwaltung und Fachausschüsse zu Themen beraten, die Kinder und Jugendliche betreffen, und die Vernetzung mit Organisationen der Jugend- und Jugendverbandsarbeit fördern. Das Jugendparlament wird aus zwei Organen bestehen – einem aus bis zu 20 Mitgliedern bestehenden Plenum und einem vierköpfigen Vorstand, der nach einem Jahr neu gewählt wird.
Kinder und Jugendliche können sich mit eigenen Anliegen und Anträgen direkt an das Jugendparlament wenden. Das Jugendparlament arbeitet überparteilich und überkonfessionell; die Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich. Es soll zudem geschlechterdivers besetzt sein. Eine beim Fachdienst Jugend und Gemeinwesenarbeit des Amtes für Jugend und Familie angesiedelte Geschäftsstelle soll das Jugendparlament organisatorisch unterstützen.
Handlungskonzept gibt Rahmen vor
Das vom Rat beschlossene Handlungskonzept umfasst insgesamt acht Handlungsfelder. Neben dem Jugendparlament geht es unter anderem um Beteiligung in Schulen, Kindertagesstätten und der Jugendarbeit, neue stadtteilbezogene Formate für Kinder, digitale Beteiligungsmöglichkeiten sowie die Einbindung junger Menschen bei Grünflächenplanungen und Sanierungsprojekten. Bestehende Strukturen wie Stadtjugendring, Stadtschülerrat, Jugendforen und Jugendfreizeitstätten sollen gestärkt und enger mit dem Jugendparlament verknüpft werden.
Ein neues Format für die Beteiligung von Kindern in den Stadtteilen soll zunächst in ein oder zwei Stadtteilen erprobt und anschließend evaluiert werden. Über eine Ausweitung auf weitere Stadtteile soll danach entschieden werden.
Konzept ist unter breiter Beteiligung entstanden
Das Konzept ist unter breiter Beteiligung entstanden. Eine Projektgruppe mit rund 30 Beteiligten aus Jugendvertretungen, Verbänden, Schulen, Politik, Verwaltung und Fachstellen hat es in neun Sitzungen erarbeitet. Zusätzlich wurden bei einer einwöchigen Veranstaltung im Alten Landtag mehr als 400 Jugendliche und junge Erwachsene zu ihren Vorstellungen befragt. Auch die Ergebnisse eines Jugendforums flossen ein.
Für die Umsetzung des Handlungskonzepts, die Geschäftsstelle des Jugendparlaments sowie den Aufbau digitaler und stadtteilbezogener Beteiligungsangebote wird zum 1. Januar 2027 laut Ratsbeschluss eine zusätzliche Stelle geschaffen. Nach drei Jahren soll die Umsetzung evaluiert und gemeinsam mit jungen Menschen weiterentwickelt werden.
Zuletzt geändert am 29. September 2026