Oldenburgs neuer Oberbürgermeister Jascha Rohr (parteilos) ist in der konstituierenden Sitzung des Rates der Stadt am Montag, 2. November 2026, in sein Amt eingeführt worden. Dabei sprach er die offizielle Vereidigungsformel. „Ich schwöre, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Niedersächsische Verfassung und die in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen, so wahr mir Gott helfe“, erklärte Rohr.
Annabelle Jandrich, Nicole Piechotta und Mousa Mazidi übernehmen Bürgermeisterposten
Die Vereidigung nahm die neue Bürgermeisterin Annabelle Jandrich (Bündnis 90/Die Grünen) vor. Sie war zuvor ebenso wie Nicole Piechotta (SPD) und Mousa Mazidi (Die Linke) in geheimer Wahl zur ehrenamtlichen und gleichberechtigten Stellvertretung des Oberbürgermeisters gewählt worden. Die Amtszeit der Bürgermeisterinnen und des Bürgermeisters beträgt fünf Jahre. Nicole Piechotta hatte das Amt bereits in der zurückliegenden Ratsperiode inne, Annabelle Jandrich und Mousa Mazidi gehören erstmals dem Rat an.
Kurt Bernhardt zum Ratsvorsitzenden gewählt
In der konstituierenden Ratssitzung sind auch die 52 Mitglieder des neu gewählten Rates verpflichtet worden. Zum neuen Ratsvorsitzenden wurde Kurt Bernhardt (Bündnis 90/Die Grünen) einstimmig gewählt. Seine Stellvertretung übernehmen Bernd Ellberg (SPD) und Heike Boldt (Die Linke). Bis zur Wahl des neuen Ratsvorsitzenden hatte Germaid Eilers-Dörfler (SPD) als dienstältestes Ratsmitglied die Sitzung geleitet.
Viel Beifall für Jascha Rohrs Antrittsrede
Zum Auftakt der Sitzung hielt Oberbürgermeister Jascha Rohr seine Antrittsrede, die zwischendurch immer wieder Beifall und am Ende lang anhaltenden Applaus erhielt. „Ich trete dieses Amt sowohl mit Demut, Dankbarkeit und Freude an, als auch mit dem festen Willen, diese Stadt mit Ihnen zum besten Oldenburg zu machen, das wir uns vorstellen können“, sagte Rohr. Er rief die demokratischen Kräfte im Rat zur Zusammenarbeit auf, um zu zeigen, „dass wir die Probleme der Menschen vor Ort lösen können und dabei unsere Werte nicht preisgeben: Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte.“
Neuem Rat gehören elf Parteien und Wählergemeinschaften sowie ein Einzelmitglied an
Oldenburgs oberstem politischen Organ gehören in der neuen Wahlperiode elf Parteien und Wählergemeinschaften sowie ein Einzelmitglied an. Die Grünen sind mit 13 Sitzen stärkste Kraft, dicht gefolgt von der SPD mit zwölf Sitzen. Die Linke und die CDU erhielten bei der Wahl jeweils sieben Mandate. Allerdings tritt Christoph Baak, der für die CDU in den Rat gewählt wurde, als Einzelmitglied unter der Bezeichnung „OBM – Oldenburgs Bürgerliche Mitte“ auf. Die CDU-Fraktion umfasst damit sechs Mitglieder. Bürger Bündnis Oldenburg (BB-OL), Echt Oldenburg und Piratenpartei, die jeweils einen Sitz innehaben, bilden im Rat eine Gruppe mit dem Titel „Zukunft Oldenburg“.
Die Sitzverteilung sieht demnach wie folgt aus:
- Bündnis 90/Die Grünen: 13 Sitze
- SPD: 12 Sitze
- Die Linke: 7 Sitze
- CDU: 6 Sitze
- AfD: 5 Sitze
- Gruppe „Zukunft Oldenburg“ (BB-OL, Echt Oldenburg und Piraten): 3 Sitze
- FDP: 2 Sitze
- Volt: 2 Sitze
- BSW: 1 Sitz
- OBM – Oldenburgs Bürgerliche Mitte: 1 Sitz
Oberbürgermeister Jascha Rohr gehört dem Rat kraft Amtes ebenfalls an und verfügt über eine eigene Stimme. Damit umfasst der Rat einschließlich des Oberbürgermeisters insgesamt 53 Stimmen.
Ausschussvorsitze verteilt
Außerdem wurden in der konstituierenden Sitzung die Ausschüsse des Rates neu gebildet. Dabei griffen die Fraktionen in der Reihenfolge ihrer Sitzstärke im neu gewählten Rat auf die Ausschussvorsitze zu. Die Grünen sicherten sich die Vorsitze im Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen (Nicolai Beerheide), Verkehrsausschuss (Susanne Menge) sowie im Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima (Ruth Drügemöller). Die SPD griff auf die Vorsitze im Schulausschuss (Bernd Ellberg), Kulturausschuss (Mareike Wittkowski) und Allgemeinen Ausschuss (Nicole Piechotta) zu. Die Linke führt den Vorsitz im Sozialausschuss (Leylan Düman) sowie im Ausschuss für Stadtplanung und Bauen (Sebastian Rodowski). Die CDU wählte den Sportausschuss (Petra Averbeck), während sich die AfD für den Vorsitz im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Digitalisierung und internationale Zusammenarbeit (Eberhard Peusch) entschied. Die Gruppe „Zukunft Oldenburg“ sicherte sich den Vorsitz im Ausschuss für Integration und Migration (Ralf Butzin).
Für die Zuteilung der drei übrigen Ausschussvorsitze verzichtete der Rat auf das eigentlich erforderliche Losverfahren, nachdem sich die zugriffsberechtigten Fraktionen untereinander verständigt hatten: Neele Dembski-Minssen (Volt) übernimmt den Vorsitz im Jugendhilfeausschuss, Gero Büsselmann (FDP) sitzt dem Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb vor, und Olaf Klaukien (CDU) leitet künftig den Betriebsausschuss Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau. Den Vorsitz im Verwaltungsausschuss führt standardmäßig der Hauptverwaltungsbeamte, also Oberbürgermeister Jascha Rohr.
Zuletzt geändert am 3. November 2026
