Anlässlich des Weltmännertages am 3. November und des Internationalen Männertages am 19. November rückt das Gleichstellungsbüro das Thema Gewalt an Frauen und Häusliche Gewalt in den Fokus – und wie Männer Verantwortung übernehmen können. Neben einem Vortrag an der Volkshochschule finden ein Infostand und ein Flashmob statt, begleitet durch eine Social Media Kampagne.
Nicht wegschauen. Nicht schweigen. Grenzen respektieren. Oldenburger Männer setzen sich gegen Gewalt an Frauen und Häusliche Gewalt ein.
Häusliche Gewalt in Oldenburg
Gewalt an Frauen und Häusliche Gewalt sind keine Randphänomene, auch nicht in Oldenburg. Allein im Jahr 2025 wurden hier über 600 Anzeigen im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt registriert. Doch diese Zahlen zeigen nur einen Teil der Wirklichkeit: Vieles bleibt im Dunkelfeld, weil Betroffene aus Angst, Scham oder Abhängigkeit schweigen. Gleichzeitig stoßen Beratungsstellen und Frauenhäuser an ihre Grenzen – die Nachfrage steigt, während Kapazitäten fehlen.
Mit der Fortschreibung des „Kommunalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt“, den der Rat der Stadt Oldenburg am Montag, 28. September 2026, einstimmig beschlossen hat, setzt die Stadt ein wichtiges Zeichen. Gewalt verhindern beginnt bei Verantwortung, Reflexion und einem offenen Blick auf Männlichkeit.
Vortrag und Diskussion: „Wie befördern Rollenstereotype Gewalt?“
Ob Partnerschaftsgewalt, physische Misshandlungen im öffentlichen Raum, sexualisierte oder auch digitale Gewalt: Bei allen Gewaltformen sind Männer als Täter deutlich überrepräsentiert. Gewalthandeln ist offenkundig mit toxischen Männlichkeitskonstruktionen elementar verknüpft. In einem Vortrag erklärt der Psychologe und Männerberater Björn Süfke anhand von acht konkreten Thesen, wie genau traditionelle Männlichkeitsvorstellungen das Risiko männlichen Gewaltverhaltens gegenüber Mädchen und Frauen, aber auch gegenüber anderen Jungen und Männern, drastisch erhöhen.
Mittwoch, 11. November 2026, 18.30 Uhr, VHS Oldenburg, Karlstraße 25
kostenlos
Anmeldung zu Vortrag und Diskussion „Wie befördern Rollenstereotype Gewalt?“
Es ist fünf vor 12: Infostand und Flashmob-Aktion
Am Donnerstag, 19. November 2026, zeigt das Gleichstellungsbüro zusammen mit dem Verein Konfliktschlichtung e.V. Oldenburg am Lefferseck mit einem Info-Stand Präsenz und informiert von 11 bis 15 Uhr über Täterarbeit in Oldenburg und Unterstützungs- und Hilfsangebote für Männer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Der Stand bietet auch Raum zum Austausch und für Fragen.
Um fünf vor 12 Uhr findet zudem eine Flashmob-Aktion statt: Vor dem Cupido am Lefferseck wird um 11.45 Uhr eine orangene Bank mit dem Aufdruck „kein Platz für Gewalt an Frauen und Mädchen“ aufgestellt. Ab 11.55 Uhr positionieren sich Oldenburger Männer um die Bank – die Bank selbst bleibt frei. Für fünf Minuten protestieren alle Teilnehmer still, sichtbar und solidarisch gegen Gewalt an Frauen und Häusliche Gewalt. Mit dem Glockenschlag der Lambertikirche um 12 Uhr löst sich die Versammlung auf.
Ergänzt werden die beiden Veranstaltungen im November mit einer Social-Media-Kampagne auf dem Instagram-Kanal der Stadt Oldenburg mit dem Motto: Nicht wegschauen. Nicht schweigen. Grenzen respektieren. Oldenburger Männer zeigen Haltung – gegen Gewalt an Frauen.
Männer im November: Zwischen Stereotyp und Reflexion
Jedes Jahr am 3. November wird der Weltmännertag gefeiert. Dieser Aktionstag zur Männergesundheit wurde 2000 unter anderem von Andrologen der Universität Wien ins Leben gerufen, um Männer für ihre Gesundheit und Vorsorge zu sensibilisieren. Am 19. November folgt der Internationale Männertag, der neben Gesundheitsthemen auch die Gleichstellung der Geschlechter thematisiert und dazu einlädt, die Rolle von Männern in der Gesellschaft zu reflektieren. Der Internationale Männertag wurde 1999 in Trinidad und Tobago begründet und wird von den Vereinten Nationen unterstützt.
Kontakt
Sören Koselitz
Telefon: 0441 235-4592
E-Mail: soeren.koselitz[at]stadt-oldenburg.de
Zuletzt geändert am 30. Oktober 2026