Wie können Ausbildung und berufliche Bildung im Rahmen der grenzüberschreitenden Städtepartnerschaft zwischen Oldenburg und Groningen voneinander profitieren? Welche Ansätze gibt es, um junge Menschen und Fachkräfte grenzüberschreitend zu fördern? Und welche Rolle spielen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Kommunen dabei? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich eine Delegation aus Oldenburg und der Region bei einer dreitägigen Reise in die niederländische Partnerstadt Groningen vom 16. bis 18. September 2026.
Zur Delegation gehörten der Schulleiter und Mitglieder des Schulvorstands der BBS Wechloy sowie Vertreterinnen und Vertreter von Ausbildungsunternehmen – darunter die Leffers GmbH & Co. KG, die Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH, die Bad Zwischenahner Touristik GmbH, die CEWE Stiftung & Co. KGaA sowie die Popken Fashion Services GmbH. Ebenfalls vertreten waren Mitarbeitende der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg mit dem Schwerpunkt Fachkräftesicherung sowie des Fachdienstes Repräsentation und Internationale Zusammenarbeit.
Einblicke in die berufliche Bildung in Groningen
Zum Programm gehörten Gespräche mit Bildungseinrichtungen, regionalen Netzwerken und Unternehmen. Den Auftakt bildete der Austausch mit dem Rijnland-Institut am Alfa-college sowie mit der School of Hospitality des Noorderpoort College. Im Mittelpunkt standen die Strukturen der beruflichen Bildung in den Niederlanden, internationale Mobilität und Erfahrungen aus der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Beim Noorderpoort College lag ein besonderer Fokus auf dem Ausbildungsschwerpunkt Tourismus und auf der Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen.
Fachkräftesicherung und grenzüberschreitende Chancen
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs lag auf dem Thema Fachkräftesicherung. Beim Gespräch mit dem Akkoord van Groningen und Make it in the North informierte sich die Oldenburger Delegation über regionale Strategien vor Ort zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften sowie über die Zusammenarbeit von Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Kommunen und weiteren Akteuren.
Anschließend stand eine Betriebsbesichtigung der Suikerunie und des dort entstehenden Energiehubs (Energiehub 050) auf dem Programm. Die Delegation erhielt Einblicke in innovative Ansätze im Bereich Energie und Nachhaltigkeit. Zugleich wurde deutlich, welche Bedeutung die Zusammenarbeit von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und regionalen Akteuren für die Entwicklung zukunftsorientierter Arbeits- und Ausbildungsfelder hat.
Ergänzt wurde das Programm durch einen Austausch mit einer EURES/GrenzInfoPunkt EDR-Beraterin. Dabei ging es unter anderem um grenzüberschreitendes Arbeiten und Studieren, die Beratung von Grenzpendlerinnen und Grenzpendlern sowie um binationale Studiengänge. Für die Region Oldenburg und die Zusammenarbeit mit dem niederländischen Nachbarn bieten solche Angebote interessante Perspektiven, um berufliche und akademische Mobilität über die Grenze hinweg zu erleichtern.
Einblicke in die betriebliche Ausbildung
Den Abschluss der Reise bildete am 18. September 2026 eine Betriebsbesichtigung im Hof van Saksen. Die Delegation erhielt Einblicke in die Arbeits- und Ausbildungswelt des niederländischen Ferienresorts sowie in die dort angesiedelte eigene Akademie. Im Gespräch mit den Verantwortlichen ging es insbesondere um die Anforderungen an Fachkräfte, die betriebliche Ausbildung und die Verbindung von Theorie und Praxis.
Die Reise wurde von der BBS Wechloy und der Stadt Oldenburg gemeinsam vorbereitet und durchgeführt. „Der direkte Austausch mit unseren niederländischen Partnern ist besonders wertvoll, weil wir dabei nicht nur voneinander lernen, sondern auch ganz konkrete Anknüpfungspunkte für weitere Kooperationen entwickeln können. Solche Begegnungen beleben unsere Städtepartnerschaft und stärken die grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, betont Oliver Pundt, Mitglied der Schulleitung der BBS Wechloy“.
Die gewonnenen Eindrücke und Kontakte sollen nun in die weitere Zusammenarbeit zwischen Oldenburg und Groningen sowie in die internationalen Aktivitäten der BBS Wechloy einfließen.
Städtepartnerschaft als Grundlage für neue Kooperationen
Die Reise knüpft an die langjährige und vielfältige Zusammenarbeit zwischen Oldenburg und Groningen an. Die beiden Partnerstädte verbindet ein breites Netzwerk an Kontakten und Kooperationen – unter anderem in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Kultur und kommunale Zusammenarbeit. Ein besonderes Beispiel für die enge grenzüberschreitende Verbindung ist die European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS), ein binationaler Medizinstudiengang der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Rijksuniversiteit Groningen.
Mit dem Austausch im Bereich der beruflichen Bildung und Fachkräftesicherung kommt ein weiterer wichtiger Baustein hinzu. Die Reise hat gezeigt, dass die Städtepartnerschaft eine gute Grundlage dafür bietet, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und kommunale Akteure noch stärker miteinander zu vernetzen und konkrete grenzüberschreitende Kooperationen zu entwickeln.
Damit trägt die Zusammenarbeit zwischen Oldenburg und Groningen nicht nur zur Vertiefung der bestehenden Städtepartnerschaft bei, sondern eröffnet auch neue Perspektiven für junge Menschen, Auszubildende, Fachkräfte und Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze.
Zuletzt geändert am 21. September 2026




