Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern zu Gewerbegebiet und Entlastungsstraße

Startschuss: Vierter Bebauungsplan für den Fliegerhorst

Die Aula der Berufsbildenden Schule (BBS) Wechloy war am Dienstagabend, 3. Dezember 2019, voll besetzt. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Stadtverwaltung und besuchten die Bürgerversammlung. Dort informierten Vertreterinnen und Vertreter der Stadt über die Planung des circa zwölf Hektar großen Dienstleistungs- und Gewerbegebietes auf dem Fliegerhorst und über die geplante Entlastungsstraße. Die Straße ist zur Erschließung des Areals notwendig und verbindet die Alexanderstraße mit der Ammerländer Heerstraße.

„Die Stadt nutzt die Veranstaltung, um mit Bürgerinnen und Bürgern in einen Dialog zu treten. Ihre Hinweise und Anmerkungen nehmen wir auf und sie fließen in das Planungsverfahren ein“, sagt Dr. Sven Uhrhan, Stadtbaurat der Stadt Oldenburg. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sahen insbesondere Gesprächsbedarf bei den Themen Naturschutz, Verkehrsaufkommen und Lärmbelastung. Breite Zustimmung fand das Vorhaben, einen Busverkehr auf der Entlastungsstraße einzurichten.

Zehn Varianten werden untersucht

Um den Straßenverlauf hat es bereits intensive politische Debatten gegeben. Die Stadtverwaltung hat die Untersuchung daher auf zehn Varianten ausgeweitet und setzt aktuell ein ergebnisoffenes Bewertungsverfahren um. Ein Planungsbüro analysiert hierfür die möglichen Straßenverläufe hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte wie Mensch, Tiere und Pflanzen, Verkehr sowie Berührung privater und öffentlicher Belange.

„Einige der Verlaufsvarianten für die Entlastungsstraße durchqueren Flächen, die als Naturraum bedeutungsvoll sind. Die Stadt legt bei dem mehrstufigen Bewertungsprozess daher ein besonderes Augenmerk auf den Naturschutz“, erklärt Dr. Sven Uhrhan. Für jede Variante wurden umfangreiche Gutachten erstellt. Sie liegen erst seit wenigen Tagen vor und werden aktuell ausgewertet. Mit dem endgültigen Ergebnis wird noch im Laufe dieses Monats gerechnet.

Weitere Verfahrensschritte

Basierend auf dem Bewertungsergebnis wählt die Stadtverwaltung die am besten geeignete Straßenvariante aus und erstellt hierfür den Bebauungsplanentwurf. Er kommt zur Beratung in den zuständigen Ausschuss. Anschließend ist eine öffentliche Auslegung vorgesehen. Bürgerinnen und Bürger haben hier die Möglichkeit, die Pläne einen Monat lang einzusehen und ihre Stellungnahmen abzugeben. Alle Stellungnahmen werden geprüft und abgewogen. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat der Stadt Oldenburg durch den Satzungsbeschluss.

Notwendigkeit einer Entlastungsstraße

Bereits der für den Fliegerhorst im August 2016 vom Rat beschlossene Masterplan weist auf die Notwendigkeit einer Entlastungsstraße hin. In dem neuen Stadtteil Fliegerhorst sollen zukünftig rund 3.000 Menschen leben sowie ein attraktives Gewerbegebiet entstehen. Der hierdurch bedingte Verkehr kann nicht allein über die Alexanderstraße abgewickelt werden. Der Verwaltungsausschuss fasste im Dezember 2018 den Aufstellungsbeschluss für das Gewerbegebiet und die Entlastungsstraße und gab damit grünes Licht für die Erstellung eines entsprechenden Bebauungsplans (N-777 G, Fliegerhorst/Hallensichel-Ost/Entlastungsstraße).