Artothek Oldenburg präsentiert neue Grafiken der Griffelkunst

30.04.2026

Artothek Oldenburg präsentiert neue Grafiken der Griffelkunst

Oldenburg. In der Artothek Oldenburg wird vom 4. bis 30. Mai 2026 die Ausstellung mit den neuen Druckgrafiken der Griffelkunst-Vereinigung präsentiert, zu der alle Kunstinteressierten herzlich eingeladen sind. In Deutschland gehören 4.500 Mitglieder der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V. an, darunter befinden sich auch zahlreiche Grafikbegeisterte aus der Stadt Oldenburg. Jedes Jahr wählt eine hochkarätig besetzte Jury zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus, Druckgrafiken für die Griffelkunst-Vereinigung zu gestalten. Diese erscheinen im Frühjahr und im Herbst und werden an 90 Ausstellungsorten in ganz Deutschland wie der Artothek Oldenburg präsentiert.

„Nach der Feier des 100. Geburtstags des Griffelkunstvereins im letzten Jahr sind in der Frühjahrsedition nun viele junge Positionen der Druckkunst in der Artothek Oldenburg zu erleben. Zehn Künstlerinnen und Künstler aus der internationalen Kunstszene haben vielfältige Themen und experimentelle Drucktechniken in ihren Werken aufgegriffen“, sagt Artotheksleiterin Dr. Sabine Isensee.

Die Druckgrafiken
In der Ausstellung sind insgesamt 48 Druckgrafiken von zehn Künstlerinnen und Künstlern zu erleben, die sich mit der technischen Bandbreite von Hochdruck, Radierung, Lithografie, Siebdruck bis hin zu Handoffset-Drucken und C-Prints befassen.

Die britische Künstlerin Karimah Ashadu, die 2024 für ihr Werk auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet wurde, hat aus ihrem preisgekrönten Film „Machine Boys“ sechs Filmstills mit Motiven von Motorradtaxis in Lagos entnommen, um sie dann auf silberne und goldene Fonds zu drucken. Die südkoreanische Künstlerin Soyon Jung hingegen zeigt in ihren Radierungen fiktive Brücken von europäischen Banknoten, die sie künstlerisch zum Einsturz bringt, um die Brüchigkeit europäischer Zusammenarbeit zu reflektieren. In den Lithografien des in Berlin lebenden Malers Anton Henning sind sechs Variationen von leuchtenden Blumenstillleben mit Früchten zu sehen, die im Stil der Klassischen Moderne geschaffen sind. Die israelische Künstlerin Noi Fuhrer greift in ihren auf Lithostein gezeichneten Schneebildern die Flüchtigkeit des winterlichen Niederschlags auf. Die in Leipzig arbeitende Künstlerin Kristina Schuldt war Meisterschülerin von Neo Rauch. Ihre Collagen mit weiblichen Figuren erzählen von existentiellen Erfahrungen, Gefühlen und Stimmungen des alltäglichen Lebens. Die afghanische Malerin Tamina Amadyar entwickelt in ihren Lithografien landschaftliche Farbräume, die auf Erinnerungen an ihre Kindheit in Kabul beruhen. Vom Schweizer Künstler Roman Signer ist eine Fotoreihe erschienen, die eine experimentelle Versuchsanordnung mit Kerzen präsentiert. Die japanische Künstlerin Asana Fujikawa erzählt in ihren Farbradierungen märchenhafte Geschichten, die von den Mythen ihres Heimatlandes inspiriert sind. Die ukrainische Künstlerin Alisa Gots ist aus Kiew angereist, um zwei Lithografien für die Griffelkunst zu entwickeln. Unter dem Titel „Keep the Light“ hat sie zwei meisterliche Grafiken in kraftvoll, leuchtenden Farben kreiert. Und der in Leipzig lebende Künstler Claus Georg Stabe schließlich, hat zwei experimentelle Farbsiebdrucke hergestellt, die malerische Flächen mit Lichtpunkten und Schatten zeigen.

Ausstellung und Ausgabe der Grafiken
Die Ausstellung kann vom 4. bis 30. Mai 2026, montags und donnerstags von 15 bis 19 Uhr in der Artothek Oldenburg, Peterstraße 1, besucht werden. An Christi Himmelfahrt, dem 14. Mai und Pfingstmontag, 25. Mai, bleibt die Artothek geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Die Wahl und Ausgabe der Grafiken wird ehrenamtlich von Geraldine Dudek betreut und erfolgt am Samstag, 30. Mai von 13 bis 16 Uhr.

Foto: Griffelkunst
Anton Henning, Die Griffelsuite No. 206, Farblithografie, 2026. Foto: Griffelkunst