Über den Weg aus der Sucht

09.04.2026

Über den Weg aus der Sucht

Oldenburg. In seinem aktuellen, von der Literaturkritik einhellig gelobten Buch widmet sich Christoph Peters einem Thema, das sein eigenes Leben von Grund auf verändert hat: dem Entzug, der Überwindung seiner Alkoholsucht, die mittlerweile über 20 Jahre zurückliegt. Dabei gelingt dem vielfach ausgezeichneten Schriftsteller eine zutiefst eindrückliche Innenschau. Zugleich zeichnet er den Weg einer Befreiung durch einen neuen unverfälschten Zugang zur Kunst. Am Dienstag, 21. April, ist Peters im Rahmen der Reihe „Konstellationen“ zu Gast im Programm des Literaturhauses. Er liest aus seinem autofiktionalen Roman und spricht darüber mit Jörg Zimmermann, Professor für Psychotherapie mit besonderer Expertise für Suchterkrankungen an der Karl-Jaspers-Klinik. Michael Sommer moderiert ihren Austausch. Die Lesung im Wilhelm13 beginnt um 19.30 Uhr. Eintrittskarten kosten 12 Euro, ermäßigt 8 Euro, und können auf der Internetseite des Literaturhauses unter www.literaturhaus-oldenburg.de » in der Rubrik Veranstaltungsprogramm reserviert werden.

Schonungslos ehrlich
Der Roman beginnt mit einer Wodkaflasche auf dem Küchentisch einer dreiköpfigen Familie an einem Montagmittag – und der Frage, wie sie da hingekommen ist. Hat der Erzähler sie allen Ernstes dort vergessen, während Frau und Kind auf dem Spielplatz waren? Am Anfang der Geschichte steht ein Schriftsteller, der trinkt, um schreiben, denken und fühlen zu können. Der irgendwann nur noch trinkt, um zu trinken, bis zu dem Punkt, an dem die Frage lautet: Trinken und sterben oder aufhören und leben? Er beschließt, sich in eine Klinik einweisen zu lassen. „Entzug“ ist ein schonungslos ehrlicher Roman. Er handelt von der komplizierten Logistik der Abhängigkeit, vom Betrug an den Menschen, die einem am wichtigsten sind, vom Betrug an sich selbst. Und er erzählt voller Hoffnung vom Weg heraus aus der Hölle der Sucht, zurück in ein Leben, das es auch nüchtern wert ist, gelebt zu werden.

Über den Autor
Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren. Er ist Autor zahlreicher Romane und Erzählungsbände und wurde für seine Bücher vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2018), dem Thomas-Valentin-Literaturpreis der Stadt Lippstadt (2021), dem Niederrheinischen Literaturpreis (1999 und 2022) sowie dem Schubart-Literaturpreis (2025). Christoph Peters lebt in Berlin. Zuletzt erschien bei Luchterhand mit „Innerstädtischer Tod“ (2025) der letzte Teil einer an Wolfgang Koeppen angelehnten Trilogie.

Die Veranstaltungsreihe „Konstellationen“ wird von der Stiftung Niedersachsen gefördert.

Foto: Peter von Felbert
Christoph Peters ist am 21. April in der Reihe „Konstellationen“ mit seinem Roman zu Gast im Programm des Literaturhauses. Foto: Peter von Felbert