Oldenburg. Die Autorin Volha Hapeyeva, 1982 in Minsk geboren, lebt in Österreich und Deutschland im Exil und schreibt seit 2020 auch auf Deutsch. Ihre Nomadenjahre zwischen Belarus, Deutschland, Kreta und Japan machte sie zum Ausgangspunkt eines ebenso poetischen wie persönlichen und politischen Wörterbuchs, in dem einzelne, vermeintlich unscheinbare Wörter ganze Denk- und Erfahrungswelten öffnen. Am Dienstag, 12. Mai, um 19.30 Uhr ist die Schriftstellerin mit ihrem „Wörterbuch einer Nomadin“ zu Gast im Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, und spricht mit der Oldenburger Slavistin Gun-Britt Kohler. Eintrittskarten kosten 12 Euro, ermäßigt 8 Euro, und können auf der Internetseite des Literaturhauses unter www.literaturhaus-oldenburg.de » in der Rubrik Veranstaltungsprogramm reserviert werden. Für Studierende der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist der Eintritt kostenlos.
Wie frei sind wir?
Hapeyevas Buch ist ein poetisches Nachdenken über Sprache, Identität und Zugehörigkeit. Über die Möglichkeit, Zuschreibungen zu entkommen. So ist der gedankliche Weg von „sad“ (Ziergarten) und „harod“ (Nutz- oder Gemüsegarten) zum Garten Eden, zu Stadt- und Staatsgrenzen nicht weit – und schon stehen wir vor der Frage, wie frei wir wirklich sind in der globalisierten Welt und wie sehr der richtige oder falsche Pass über einen Teil unseres Lebens entscheidet.
Über die Autorin
Für ihr literarisches Werk erhielt Hapeyeva, die auch Übersetzerin, Künstlerin und promovierte Sprachwissenschaftlerin ist, zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Rotahorn-Preis 2021, den Wortmeldungen-Literaturpreis 2022 und den manuskripte-Preis 2025. Von 2019 bis 2024 war sie Stadtschreiberin von Graz, Writer-in-Exile der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland, Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und Inhaberin des „Clara-und-Eduard-Rosenthal-Stipendiums für Literatur & Stadtschreibung“ in Jena.
Die Veranstaltung wird vom Oldenburger Literaturhaus in Kooperation mit dem Institut für Slavistik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg präsentiert.

