Verlässliche Handlungsgrundlage

Rat verabschiedet Masterplan „Kultur in der Stadt Oldenburg“

In seiner Sitzung am 21.05.2007 verabschiedete der Rat der Stadt Oldenburg den Masterplan "Kultur in der Stadt Oldenburg" » (PDF). Damit verfügt die Stadt über eine Handlungsgrundlage, mit der sie ihr Ziel einer Modernisierung der Kulturpolitik sowie der Kulturverwaltung umsetzen kann. "Der Plan wird den Akteuren nicht nur Orientierung geben, sondern vor allem die Freiräume schaffen, die für die Kultur und die Künste unerlässlich sind", erklärte Kulturdezernent Martin Schumacher.

Der Masterplan knüpft an das Leitbild der Stadt Oldenburg an und leitet daraus drei wesentliche Elemente für die städtische Kulturpolitik, das kulturelle Leben und die Aktivitäten ab:  

  • Im Vordergrund steht eine inhaltlich-konzeptionelle Neuordnung im Sinne einer stärker an Zielen ausgerichteten Kulturpolitik. Diese Ziele orientieren sich an für unsere Gesellschaft relevanten Themen: Europäische Integration, demografische Entwicklung und die damit verbundene verstärkte Migration, Veränderungen der Lebenswelten und Sozialstrukturen durch gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel, digitale Revolution und die neuen Möglichkeiten der Gentechnologie. 
  • Sämtliche Felder städtischer Politik haben eine Berührung zu kulturellen Fragestellungen. Daraus folgt, dass die Kultur kein weicher Standortfaktor ist, sondern integraler Bestandteil von Kommunalpolitik sein muss. Von besonderer Bedeutung wird eine intelligente Arbeitsteilung sein, die die Potenziale der neuen Metropolregion Bremen–Oldenburg einbezieht. Weiter wird es darum gehen, die Besonderheiten Oldenburgs und der Region im kulturellen Bereich im Sinne von Alleinstellungsmerkmalen hervorzuheben. 
  • Aus der inhaltlich-konzeptionellen Neuorientierung ergibt sich die Notwendigkeit einer Modernisierung bestehender Strukturen. In Zeiten knapper Kassen müssen die vorhandenen Ressourcen so eingesetzt werden können, dass die kulturpolitischen Ziele optimal erreicht werden. Der wichtigste Schritt dabei ist der Übergang zu einer strategischen Steuerung, die sich an den Ergebnissen und nicht an den Prozessen orientiert. Dadurch erhalten die einzelnen Kulturakteure größere Freiräume.

Die Stadtverwaltung hatte Mitte September 2005 dem Kulturausschuss der Stadt den ersten Entwurf eines Masterplans Kultur vorgelegt. Im Oktober 2005 hatte der Kulturausschuss die Kulturverwaltung beauftragt, auf der Grundlage dieses ersten Entwurfs in Gesprächen mit den Kulturschaffenden in Oldenburg den Masterplan weiterzuentwickeln und ihn im Frühjahr 2006 dem Ausschuss zur weiteren Beratung vorzulegen.

Das Beteiligungsverfahren (Fragebogenaktion, Durchführung sog. Runder Tische) wurde im Dezember 2005 den Kulturschaffenden, Vertretern der Universität und der Fachhochschule, Unternehmen u. a. in einer Veranstaltung im Horst-Janssen-Museum vorgestellt. Der Fragebogen zum Profil der Akteure und zur Einschätzung des Masterplans wurde Ende Dezember 2005 an Kulturschaffende, Vertreter verschiedener Institutionen u. a. versandt. Die Auswertung der erfreulich hohen Anzahl an Rückläufen erfolgte im Februar 2006.

Vom 27. Februar 2006 bis zum 10. März 2006 fanden dann die Diskussionen an insgesamt neun sog. Runden Tischen statt, in welche auch die Vorschläge aus der Fragebogenaktion eingebracht wurden. Die Runden Tische waren analog der Handlungsfelder des Masterplans gebildet worden und tagten unter Mitwirkung von externen Moderatoren und Vertretern der Kulturverwaltung. Die Ergebnisse wurden am Ende der Beratungen zusammengefasst und schriftlich dokumentiert. Diese Dokumentation war Grundlage der Überarbeitung des Ursprungsentwurfs.

Die so entstandene zweite Textfassung wurde den von den Teilnehmern der einzelnen Runden Tische berufenen Sprechern im Mai 2006 erneut zugesandt und in weiteren gemeinsamen Sitzungen mit diesen besprochen und abgestimmt. Diese daraufhin überarbeitete Fassung des Masterplans wurde im Juli 2006 von der Verwaltungsführung gebilligt.

Dieser zweite Entwurf des Masterplans „Kultur in der Stadt Oldenburg“ konnte, bedingt durch die zwischenzeitliche Neuwahl des Rates, erst im Februar 2007 erneut im Kulturausschuss beraten werden. Aufgrund der zahlreichen Änderungsvorschläge aus der Politik wurde dann am 17. April 2007 eine dritte Fassung des Masterplans vom Kulturausschuss gebilligt und dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt.

In der entscheidenden Ratssitzung am 21. Mai 2007 wurde dann, nach Einarbeitung von zwei weiteren Änderungen, die endgültige Fassung des Masterplans „Kultur in der Stadt Oldenburg“ verabschiedet. Er wird nun die Grundlage für das Handeln der Kulturverwaltung bilden und als Richtschnur für die gesamte Kulturentwicklung in der Stadt Oldenburg dienen. Die Modernisierung der Oldenburger Kulturpolitik und die Errichtung einer gemeinsamen Plattform für alle Kulturschaffenden hat damit eine für mehrere Jahre geltende Handlungsgrundlage erhalten

Protokolle der Runden Tische: