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Podcast „DenkAnstoß in Oldenburg“: Mitschrift zur Folge 1 – „Sport und Nachhaltigkeit“

Am Anfang wird eine freundliche Musik gespielt und Greta Prätsch vom Fanprojekt Oldenburg begrüßt alle ganz herzlich mit den Worten: „Hallo und herzlich Willkommen zu ‚Denkanstoß in Oldenburg‘, der Podcast über Sport und ‚Fairen Handel‘.

Ja, ich begrüße euch recht herzlich zur zweiten Podcast-Folge, im Prinzip ist es heute die erste richtige, weil wir heute inhaltlich so richtig loslegen. Bevor wir damit starten, möchte ich mich aber recht herzlich bei der Freizeitstätte Ofenerdiek bedanken, die uns das ganze Podcast-Equipment im technischen Sinne zur Verfügung gestellt hat und wir sitzen jetzt gerade auch in Ofenerdiek. Also Christoph und Markus, vielen, vielen Dank.“ Und Nils, Jannika und Canan bedanken sich ebenfalls. „Und außerdem möchten wir noch mal kurz sagen, wer wir so sind, ne. Wir hatten uns ja in der ersten Folge schon vorgestellt, trotzdem nochmal, damit ihr unsere Stimmen noch ein bisschen besser zuordnen könnt. Ich bin die Greta vom Fanprojekt.“ „Ich bin der Nils vom Fanprojekt.“ „Jannika, von ‚Oldenburg handelt fair‘.“ „Und Canan, von ‚Oldenburg handelt fair‘.“
Greta beginnt das Gespräch: „Ja, heute soll es um Sport und Nachhaltigkeit gehen und um ‚Fairen Handel‘. Wir wollen euch einen Überblick geben über die Themen und einen kleinen Einstieg. Dann wollen wir auch gar nicht lange drum rum reden, sondern ich frag gleich die erste Frage: was hat Sport mit Nachhaltigkeit zu tun?“ Jannika antwortet: „Die Frage würde ich sehr gerne zurückgeben. Was versteht ihr unter Nachhaltigkeit?“ Nils grübelt: „Oh, das ist schwer“ und Jannika ermuntert beide: „Haut mal jeder ein Stichwort raus.“ Nils fragt: „Greta, hast du schon was?“ „Ich könnte glaube ich einen Satz formulieren, aber ein Stichwort ist wirklich schwierig.“ Und Nils muntert sie auf: „Dann bring den Satz, hau den Satz raus.“ „So dass man vielleicht langfristig der Natur und der Umwelt etwas Gutes tut und die Ressourcen nicht zu krass verschwendet.“ Jannika lobt sie: „Das ist schon mal sehr gut. Nils?“

Nils brummelt so vor sich hin: „Dass man vielleicht nicht so verschwenderisch, also mit den Ressourcen besser und schonender umgeht, auch glaube ich, nicht nur neben, sondern vielleicht auch auf dem Platz. Ja, das wäre jetzt meine Sache. Vielleicht haben wir ja gemeinsam ein gutes Ergebnis.“ „Ihr habt beide bestanden.“ Und Nils und Greta bedanken sich. „Vielleicht gebt ihr uns jetzt noch die etwas bessere Aufklärung darüber“, bittet Nils und Jannika antwortet freudig: „Die philosophische Erklärung dazu? Ja also, an und für sich sind das schon sehr gute Punkte, di e in den Umweltbereich reingreifen, auch im sozialen Bereich, die Nachhaltigkeit im Sozialen und Sport ist eng miteinander verwoben. Häufig ist es so, dass tatsächlich Sport und Nachhaltigkeit im Konfliktverhältnis stehen, obwohl zumindest der Sport von Nachhaltigkeitsdingen abhängt, also sei es eben die Natur, dass wir gerne im Wald laufen gehen. Oder dass wir Ressourcen brauchen, um Sportartikel herzustellen und so weiter, aber auch die Menschen, die im Sport involviert sind oder in der Sportartikelherstellung. Also da ist es aktuell eben so, dass der Sport die Natur oder auch den Menschen eben überstrapaziert, was natürlich auch bedeutet, dass Sportler, dass Vereine, dass alle, die irgendwie mit Sport zu tun haben, großes Potential haben Gutes zu tun oder bei Nachhaltigkeit zu agieren. Das kann sein bei der Auswahl der Sportartikel oder im Stadion, was für Verpflegung man da hat, was für Energie man da benutzt, wie man zum Stadion anreist, was für Werbemittel man da benutzt, inwiefern Gleichberechtigung und Inklusion ein Thema sind im eigenen Verein, also bunt gestreut, auf jeden Fall großes Potential dabei.“

Nils pflichtet ihr bei: „Auf jeden Fall, ich glaube, wir haben auch schon einige davon ziemlich gut abgedeckt, wenn wir an unsere Auswärtsfahrten denken, fahren wir mit dem Bus und das würde ich jetzt mal als Fahrgemeinschaft sehen und von daher fahren wir nur mit einem Auto, was vielleicht etwas mehr CO²-Ausstoß hat, aber wir fahren kollektiv, und von daher ist das, glaube ich, etwas Nachhaltiges.“ Und Greta ergänzt: „Macht auf jeden Fall auch viel mehr Spaß. Mit allen zusammen“ und Nils und Jannika stimmen ihr zu. Nils fragt: „Du hattest eben das Stichwort angesprochen, Sportartikel. Gibt es da irgendwie noch Genaueres zu erläutern?“ Canan antwortet: „Ja, da spielt eine wichtige Rolle erst mal, wer hat das produziert, aus welchem Material, welcher Rohstoff wurde verwendet, aber auch welcher Mensch hat ein Trikot genäht, oder hat einen Ball genäht oder Netze geknüpft etc. Das ist so der eine Bereich, in den wir wenig Einblick haben und dann kommt es aber auch zu uns, wie lange tragen wir die Produkte, wie entsorgen wir sie, wie waschen wir sie. Genau, das spielt alles mit rein in den großen Bereich Nachhaltigkeit.“ „Also auf jeden Fall megakomplex, wenn ihr das so erzählt“, mischt Nils sich dazwischen. Und Jannika erläutert: „ Ja, um das einmal runter zu brechen, ganz grob, was wir hier gerade mit Euch im Podcast durchdeklinieren wollen. Der soziale Bereich, also der „Faire Handel“ ist ein wichtiger Punkt und dann eben alles was Umwelt betrifft, Klimaschutz, etc. Dass die Zuhörerinnen und Zuhörer so ein bisschen Klarheit bekommen, worüber wir gerade sprechen.“

Nils stimmt zu: „Ja, auf jeden Fall. Fairer Handel ist ja auch ein cooles Stichwort, was das angeht. Also wir kennen das von der sportlichen Sicht her, das „Fair Play“, was hoffentlich auch jeder von euch kennt und auch umsetzt. Was Punkte wie Ehrlichkeit beinhaltet, Aufrichtigkeit, aber auch den Sportgeist mit sich selber, der Mannschaft und den Mitspielern zeigt. Ihr habt jetzt das Faire Handeln, kann man das auch irgendwie an dem Punkt aufschlüsseln für die Hörer?“ und Jannika antwortet: „Ja, geht in die gleiche Richtung, um Fair Play, Fairness, Fairer Handel, das kommt ja alles aus der gleichen Familie, möchte ich mal sagen.“ „Ja fair halt“, schiebt Nils sich dazwischen, und Jannika fährt fort: „ Ja, fair. Der Faire Handel, um es grob zu sagen, was der sich auf die Fahne geschrieben hat, ist ein alternatives Wirtschaftssystem quasi zu fördern, Handelspartnerschaft darzustellen, die auf Dialog, Transparenz und gegenseitigem Respekt beruht, also zwischen den Einkäufern und Kunden, und eben denen, die produzieren und herstellen. Mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel wird angestrebt, bessere Handelsbedingungen, die sichere und soziale Rechte entlang von globalen Lieferketten, also heutzutage kommen ja viele Produkte, die wir hier so haben, nicht mehr aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Genau, und da ist eben häufig ein Fokus auf Nord-Südverbindungen oder wir haben jetzt hier halt Länder in Europa, aber dann eben produzierende Länder, sagen wir mal in Südostasien oder Afrika, es geht hier also wirklich um richtig große Distanzen.“

Greta fragt: „Wenn es eine feste einheitliche Definition von ‚Fairem Handel‘ geben würde, glaubt ihr denn, dass dadurch Unternehmen oder Privatpersonen die Ausübung eher begünstigen würden, d. h. also dass Leute eher den ‚Fairen Handel‘ unterstützen würden oder gibt es vielleicht sogar schon solche Labels?“ Canan antwortet: „Ja, es gibt Siegel, die einem Orientierung bringen, die für verschiedene Kriterien garantieren, dass keine Kinderarbeit drin ist, dass Biobaumwolle eingesetzt wurde, etc. Es ist aber sehr schwer auf der gesamten Lieferkette die Menschenrechte oder Arbeitsrechte und Umweltstandards einzuhalten. Ein ganz kleiner Schwenk, aktuell wird diskutiert, ein Lieferkettengesetz auf politischer Ebene, also Unternehmen die in Deutschland geschäftstätig sind, zu verpflichten, Menschenrechte einzuhalten. Das ist leider immer noch gar nicht normal, was wir uns eigentlich wünschen würden, und was uns dann auch als Konsumenten/Konsumentinnen entlasten würde, nicht selber immer zu gucken müssen, welche Marke ist da, produziert wie, ist da ein Siegel drauf, sondern zu sehen, okay durch das Rechtssystem, werden Menschenrechte der Arbeiter/Arbeiterinnen dadurch geschützt.“
Jannika sagt: „An der Stelle vielleicht gleich mal unsererseits folgendes Angebot: wenn da draußen Individuen sind oder auch Vereine, die Interesse daran haben, den ‚Fairen Handel‘ als Organisationen oder auch alleine zu unterstützen, dann wendet euch gerne an uns, wenn ihr da Hilfe braucht oder Beratung/Unterstützung, das freut uns sehr, wenn wir da helfen können, sich ein bisschen zu orientieren in dem Dschungel an Möglichkeiten, den es da gibt.“ Nils hakt ein: „Lieferketten war da auch gerade noch ein Stichwort dazu. Da höre ich immer mal wieder das Wort Klimaneutralität so in dem Kontext. Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, mein T-Shirt hat irgendwie mehr von der Welt gesehen, als ich jemals sehen werde, wenn ich mir so angucke, wo das herkommt teilweise. Ja es klingt paradox, aber es ist glaube ich so. Habt ihr dazu denn auch noch mal Infos für die Zuhörer?“ Jannika erklärt: „Vielleicht einmal zur Erklärung was klimaneutral bedeutet?“ und Nils sagt: „Oh ja, ich glaube das ist ganz gut.“ Und Jannika fährt fort: „ Ja, ich denke auch, weil da häufig wahrscheinlich auch ein Missverständnis vorliegt. Also klimaneutral bedeutet letztendlich, dass ein Gleichgewicht hergestellt wird zwischen dem, was man an zum Beispiel CO², also Kohlenstoffdioxid (Anmerkung der Redaktion: oder anderen Treibhausgasen), emittiert und zwischen dem, was quasi wieder aufgenommen werden kann durch natürliche Senken wie Wälder oder Meere. Das heißt, wir können mit dem, wie wir produzieren oder transportieren, werden Emissionen verursacht und klimaneutral bedeutet, dass wir im gleichen Maße wieder zurückschrauben, dadurch dass die eben absorbiert werden quasi. Also klimaneutral heißt nicht klimapositiv, das würde dann bedeuten, dass wir das, was wir an Schäden schon verursacht haben, und durch Klimaneutralität quasi gleichhalten würden, ins Bessere wenden. Klingt kompliziert aber letztendlich…“

Nils spricht dazwischen: „Ich glaube aber man kann das also runterbrechen wie in der Mathematik.“ „Ja top“, kommt ein Zwischenruf und Nils fährt fort: „Ja man fängt bei null an, durch meine Produktion geh ich ins Minus, also geh in den Minusbereich und wenn ich neutral wäre, gehe ich wieder auf null, wenn ich irgendwie fertig bin mit meinem Produzieren oder ich pleite bin oder was weiß ich, man will ja niemandem etwas Böses wünschen. Oder positiv wäre dann, wenn ich die Pluszahlen erreiche bzw. die grünen Zahlen, ne?“ „Ja genau, exakt das, das ist richtig“ „Ganz gut verständlich“ ergänzt Nils seine Idee. „Ja, sehr schön, cool.“ „Eine Frage haben wir aber noch, aber die beantwortet sich eigentlich schon ein Stück weit, weil ihr hier seid. Gibt es Kampagnen dazu, wo man sich Auskunft holen kann? Ihr habt ja schon gesagt, dass ihr gerne Auskunft gebt.“ Canan meldet sich mal wieder zu Wort: „Ja genau, wir geben sehr gerne Auskunft im Rahmen unserer Möglichkeiten und es gibt gerade bundesweit eine Kampagne „Sport handelt fair“ heißt die auch, unter dem Hashtag im Netz zu finden, in der sich verschiedene Akteure zusammengetan haben, auch Aktive in Vereinen, entwicklungspolitisch Engagierte. Auch von der Stadt Berlin sind einige dabei, aus der Verwaltung, die überlegen, wie kann der Sport und der ‚Faire Handel‘ noch enger zusammen gedacht werden. Da gibt es diverse Publikationen und es wird genau geguckt, welche Alternativen gibt es zu bestimmten ‚unfairen‘ und ‚unnachhaltigen‘ Themen und es soll vermittelt werden, dass es Spaß macht, sich ‚nachhaltig‘ im Sport zu verhalten und zu handeln.“

Nils sagt: „Guter Abschlusssatz von eurer Seite. Ich gucke mir jetzt gerade mal Greta an und will sie einfach mal überfallen mit einer Frage, was nimmst du jetzt mit von den Erkenntnissen?“ Und sie erwidert: „Ich hätte tatsächlich vorher noch eine Frage, die ich schon die ganze Zeit stellen wollte“ und Canan erwidert: „Oh ja, gerne.“ Sie fährt fort: „Und zwar haben wir eben über klimaneutral und klimapositiv gesprochen in Hinblick auf den Klimawandel und nach alldem, was man so in den Medien darüber mitbekommt, wäre es doch sinnvoller, wenn wir alle Individuen aber auch die Sportvereine, wenn man das auf den Sport bezieht Thema klimapositiv leben oder?“ Jannika antwortet: „Normalerweise ja.“ „Ist aber wahrscheinlich nicht so leicht oder?“ „Also es gibt einige Vereine, die sei es jetzt Klimaneutralität oder Klimapositivität, die daran sehr arbeiten, dazu kommen wir im Verlauf der Podcast-Reihe. Inwiefern das dann Neutralität ist oder die tatsächlich mehr machen als nur das, wüsste ich jetzt spontan auch nicht. Aber sagen wir so: jeder Schritt ist ein Schritt, der getan ist. Und so fängt man erst mal an und schaut, ob man im Positiven rauskommt oder ein bisschen an der Null rumkratzt.“

Canan ergänzt: „Ja und es gibt diese Rechner, CO²- oder Treibhausgasimmissionsrechner, bei denen man einfach sich berechnen lassen kann, was wie viel Treibhausgase ungefähr ausstößt, natürlich je nach Aktivität unterschiedlich hoch und auch unterschiedlich komplex zu berechnen, aber eine Busfahrt zum Beispiel, könntet ihr ganz leicht und einfach ausrechnen. Wenn da zehn Leute im Bus sitzen, wie viel ihr einspart dadurch dass ihr zu zehnt fahrt und nicht jeder individuell im eigenen Auto oder so.“ Greta antwortet: „Super, vielen Dank“ und Nils ergreift das Wort: „Ja, da fällt mir nur ein Sprichwort eines Trainers ein, der mal beim HSV war, „die Null muss stehen“ insofern sollte jeder vielleicht daran denken, die Null bei der Klimaneutralität stehen zu lassen bei sich, wenn er sich vernünftig oder gut verhält. Greta, was nimmst du heute mit aus der Folge?“ „Ich hab erst mal den Unterschied zwischen klimaneutral und klimapositiv gelernt und halt auch noch mal was Nachhaltigkeit bedeutet, weil das sind ja Begriffe, mit denen man als Laie schon mal durcheinander kommt, die vielleicht nicht so einfach zu verstehen sind, auch wenn man sich das in gewisser Weise herleiten kann und da fand ich es interessant, dass ich jetzt nochmal von Experten quasi erfahren hab, was die genau bedeuten diese Begriffe und wie die voneinander abzugrenzen sind“, beantwortet Greta die Frage.

Nils sagt: „Ja, ich glaube, ich schließe mich dem erst mal an, ne glaub ich nicht, tu ich. Außerdem finde ich noch mega interessant, dass jeder einen Teil dazu beitragen kann und jeder was Jannika gesagt hatte, jeder kann mit seinem Tun und Machen, jeder, der einen Schritt in die Richtung tut, tut einen richtigen und einen guten Schritt dafür. Ich glaub, da kann jeder mal drüber nachdenken, was er so für Schritte tut und den einen oder anderen mal überdenken und ja, ich glaube, jetzt sind wir am Ende angelangt und ich guck mal eben in die Runde hier. Ich sehe keine Fragen oder keine Richtigstellungen, insofern würde ich sagen, verabschieden wir uns an dieser Stelle. Ich sag tschüss“ und die anderen stimmen fröhlich mit ein und sagen: Ciao, adiós, tschüss bis zur nächsten Folge und es ertönt wieder die fröhliche Musik, die auch schon am Anfang gespielt wurde.