Oldenburg. Gemeinsam neue Impulse für die inklusive und zukunftsfähige Stadt Oldenburg entwickeln – das war das Ziel des Workshops „Altersfreundliche Stadt weiterdenken“, der am 7. April im Kulturzentrum PFL stattfand. Rund 50 Teilnehmende waren dabei, darunter interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Fachpersonen aus der Verwaltung, Gesundheit und Wissenschaft. Die Veranstaltung ist Teil des Forschungsverbunds „Altersfreundliches Oldenburg“, einer Kooperation zwischen der Stadt Oldenburg und der Abteilung Präventions- und Rehabilitationsforschung der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
„Drei neue Einwohnerinnen und Einwohner in Oldenburg“
Eröffnet wurde der Workshop durch den Sozialdezernenten der Stadt Oldenburg Jan Bembennek. In seinem Grußwort stellte er die besondere Arbeitsweise des Workshops vor:
„Wir begrüßen heute drei neue Einwohnerinnen und Einwohner in Oldenburg: Martha, Klaus und Sabine.“ Die drei sind datenbasierte, fiktive Charaktere, sogenannte Personas, und stehen stellvertretend für unterschiedliche Lebensrealitäten älterer Menschen. Entwickelt wurden sie auf Basis einer Befragung von knapp 1.000 älteren Menschen aus Oldenburg, die 2025 stattgefunden hatte. Die ersten drei nun entstandenen Personas ermöglichten es den Workshop-Teilnehmenden, Perspektiven einzunehmen, die in klassischen Beteiligungsformaten oft wenig sichtbar sind.
Forschung als Grundlage für inklusive Planung
Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden von Prof. Dr. Kathrin Boerner, Dr. Milena von Kutzleben und Adele Grenz (Doktorandin) vorgestellt. „Wir sehen in unseren Daten zur Altersfreundlichkeit von Oldenburg eine insgesamt hohe Zufriedenheit – gleichzeitig aber auch deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen älterer Menschen“, so Boerner. „Diese Vielfalt muss Ausgangspunkt für zukünftige Planungen sein.“ Adele Grenz betont: „Gerade hochaltrige oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen erleben die Stadt oft anders. Mit den Personas können wir diese Perspektiven gezielt in Planungsprozesse einbringen.“
Austausch zwischen Bürgerschaft und Fachpraxis
Ein zentrales Merkmal des Workshops war die breite Beteiligung: Neben Bürgerinnen und Bürgern brachten Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen ihre Perspektiven ein.
In Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden konkrete Fragen: Was funktioniert bereits gut in Oldenburg? Wo bestehen Barrieren im Alltag älterer Menschen? Welche Lösungen sind vor Ort umsetzbar?
Wichtige Erkenntnisse
Der Workshop hat gezeigt: Die Lebenslagen älterer Menschen in Oldenburg sind vielfältig, besonders vulnerable Gruppen benötigen stärkere Berücksichtigung. Entscheidend sind zudem quartiersnahe und gut vernetzte Angebote. Und ein zentraler Erfolgsfaktor ist der Austausch zwischen Bürgerschaft, Verwaltung und Fachpraxis.
Einordnung und Ausblick
Der Workshop knüpft an die langjährige Arbeit unter anderem der kommunalen Altenhilfe und der strategischen Sozialplanung der Stadt Oldenburg an und liefert wichtige Impulse für deren Weiterentwicklung.
Carina Fugel, Koordinatorin der städtischen Altenhilfe, sagt dazu: „Die ersten drei Personas bilden zwar noch nicht unsere stadtgesellschaftliche Vielfalt ab, aber sie sind ein Anfang. Ich freue mich, wenn die Persona-Familie noch wächst. Denn: Der Dialog mit der älteren Bevölkerung ist entscheidend für die Verwirklichung der altersgerechten Stadt Oldenburg. Die Personas helfen uns, keine Blickwinkel und Bedarfe zu vergessen.“
Wie geht es nun weiter? Einen Ausblick gibt Susanne Jungkunz von der Strategischen Sozialplanung: „Perspektivisch wird eine Anbindung an das internationale Netzwerk altersfreundlicher Städte der Weltgesundheitsorganisation angestrebt, um den fachlichen Austausch zu stärken und von internationalen Erfahrungen zu profitieren. Das würde unser aller Bemühungen gut begleiten, das 2025 vom Rat verabschiedete Handlungskonzept ‚Selbstbestimmt und mittendrin – für ein altersgerechtes Oldenburg‘ umzusetzen.“
Online mehr erfahren
Ob Sport, Workshops, Beratung, Gesundheit oder Hilfen: Auf der städtischen Website sind unter www.oldenburg.de/aelter-werden » viele weitere Angebote für die ältere Generation zu finden.
Und die Sozialplanung informiert unter www.oldenburg.de/sozialplanung » über Themen und Projekte wie beispielsweise über die Agenda zu „Selbstbestimmt und mittendrin“.


