Oldenburg. Es wird zu Einsätzen im Stadtgebiet gerufen, die nicht lebensbedrohlich sind und ambulant versorgt werden können: Das Akut-Einsatzfahrzeug (AEF) ist mit einem Gemeindenotfallsanitäter besetzt – und entlastet spürbar die regulären Rettungswagen. Alleine im Jahr 2025 wurde das Akut-Einsatzfahrzeug in Oldenburg 2.910 Mal alarmiert. Die beeindruckende Zahl zeigt, wie sehr sich das Einsatzmittel mittlerweile bewährt hat und die bestehenden Strukturen sinnvoll ergänzt.
Wieso gibt es das AEF und wer beteiligt sich daran?
Das Akut-Einsatzfahrzeug ist Teil eines interkommunalen Pilotprojekts zur Weiterentwicklung des Rettungsdienstes. Beteiligt sind neben der Stadt Oldenburg der Landkreis Cloppenburg, der Landkreis Vechta und der Landkreis Goslar. Begleitet wird das Projekt vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung.
Wann wird das AEF alarmiert und wann kommt ein anderes Rettungsmittel?
Das AEF kommt vor allem bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen und Verletzungen zum Einsatz, die direkt vor Ort ambulant versorgt werden können. Zudem übernimmt es die Lageerkundung bei unklaren Hilfeersuchen und wird bei zeitkritischen Notfällen in unmittelbarer Nähe als erste Einheit eingesetzt. Die Rettungswagen stehen weiterhin uneingeschränkt für akute und lebensbedrohliche Notfälle bereit.
Wie sind die Einsatzfahrzeuge vernetzt?
Seit dem 1. Dezember 2025 ist der Rettungsdienst der Stadt Oldenburg zudem an die Telenotfallmedizin angebunden. Notarzteinsatzfahrzeug, Rettungswagen, Notfallkrankentransportwagen und Akut-Einsatzfahrzeug können so über moderne Technik datenschutzkonform Vitaldaten und Videobilder direkt an die Telenotärztin beziehungsweise den Telenotarzt übermitteln. So ist eine ärztliche Einschätzung bereits am Einsatzort möglich, was die Versorgungsqualität weiter verbessert.
Wie wird weitere Unterstützung angefordert?
Darüber hinaus können die Einsatzkräfte bei Bedarf ein digitales Meldesystem nutzen, um zum Beispiel Kontakt zum Sozialdienst herzustellen. Wenn sich vor Ort soziale Problemlagen zeigen, kann nach Rücksprache mit der betroffenen Person eine strukturierte digitale Meldung übermittelt werden. Auf diese Weise wird frühzeitig weitere Unterstützung organisiert und Betroffene erhalten Hilfe über die medizinische Akutversorgung hinaus.
Bis wann läuft das Pilotprojekt?
Die Stadt Oldenburg sieht in der engen Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen und der Vernetzung mit weiteren Hilfesystemen einen wichtigen Schritt für einen zukunftsfähigen Rettungsdienst. Das Pilotprojekt des AEF läuft bis Ende 2026 und wird anschließend durch das Oldenburger Forschungsnetzwerk für Notfall- und interdisziplinäre Versorgung (OFNI) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wissenschaftlich ausgewertet.

