Carl-von-Ossietzky-Preis 2026 geht an Güner Yasemin Balcı

17.03.2026

Carl-von-Ossietzky-Preis 2026 geht an Güner Yasemin Balcı

Oldenburg. Die Publizistin, Dokumentarfilmerin und Integrationsbeauftragte von Berlin-Neukölln, Güner Yasemin Balcı (geboren 1975 in Berlin), erhält den mit 10.000 Euro dotierten Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg für Zeitgeschichte und Politik des Jahres 2026. Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann wird sie im Rahmen eines Festaktes am Donnerstag, 21. Mai, auszeichnen. Der Carl-von-Ossietzky-Preis wird alle zwei Jahre in Erinnerung an Leben und Werk des Friedensnobelpreisträgers verliehen und erfolgt aufgrund des Votums einer unabhängigen Jury.

Durchsetzen von Menschenrechten, Freiheit, Selbstbestimmung 
Die Jury des Carl-von-Ossietzky-Preises begründet ihre Auswahl folgendermaßen: „Balcıs Plädoyer für Freiheit und gegen Fundamentalismen und Rassismen jeglicher Art ist ein Plädoyer für ein Deutschland, ihr ‚bestes Heimatland‘, das sich auszeichnet durch ein klares Bekenntnis zur Demokratie, Freiheit, Frauenrechten, Selbstbestimmung, Toleranz und universellen Menschenrechten. Mit dieser Grundhaltung steht sie in der Tradition von Carl von Ossietzky, der sich für ein demokratisches, freies und sozial gerechtes Deutschland einsetzte und sich gegen einen autokratischen Nationalismus wandte.“

Weiter führt die Jury aus: „Güner Balcı weiß, wovon sie spricht und schreibt. Sie ist klar, authentisch und empathisch im Engagement für die Freiheit und Selbstbestimmung vor allem von Frauen aus patriarchalen Gemeinschaften. Dass sie sich seit 2020 als Integrationsbeauftragte in ‚ihrem‘ Stadtteil Berlin-Neukölln gegen die unterschiedlichsten Widerstände und unter persönlichen Gefahren auch gegen islamistische Tendenzen und kulturelle Dominanzansprüche in den migrantischen Communities engagiert, macht sie zum Role Model einer konstruktiven Integrationspolitik, die niemanden ausgrenzt und auf einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, den Werten der Menschenrechte und einer offenen Gesellschaft beruht.“

Der Jury gehören an: die Historikerin Prof. Dr. Dagmar Freist, die Frauenrechtlerin Dr. Necla Kelek, der Staatsrechtler Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler, der Journalist, Blogger und Autor Stefan Schulz sowie die Moderatorin und Autorin Shelly Kupferberg. Weitere Informationen zu den Jury-Mitgliedern finden Interessierte im Internet unter www.ossietzky-preis.de ».

Zur Person Güner Yasemin Balcı
Die Preisträgerin Güner Yasemin Balcı, 1975 in Berlin-Neukölln geboren, ist eine renommierte Journalistin, Autorin und Filmemacherin. Nach ihrem Studium der Erziehungs- und Literaturwissenschaft arbeitete sie in sozialen Brennpunkten und war als Redakteurin für das ZDF-Magazin Frontal 21 tätig. Seit 2020 setzt sie ihre Expertise als Integrationsbeauftragte des Bezirks Berlin-Neukölln ein.

Bekanntheit erlangte Balcı durch ihre gesellschaftskritischen Werke, darunter der Bestseller „Arabboy“ (2008) und „Almanya“ (2010). In ihren Büchern, wie zuletzt im 2025 erschienenen „Heimatland“, thematisiert sie pointiert die Herausforderungen der Integration, Clankriminalität und religiösen Extremismus. Für ihre engagierte Arbeit wurde sie unter anderem mit dem Civis-Fernsehpreis und dem Tolerantia Award 2024 ausgezeichnet.

Der Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik
Der Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik wird seit 1984 alle zwei Jahre von der Stadt Oldenburg verliehen. Ausgezeichnet werden Personen, die sich mit dem Leben und Werk Ossietzkys auseinandersetzen oder sich im Geiste Carl von Ossietzkys mit der demokratischen Tradition und Gegenwart in Deutschland sowie mit Themen der Politik und Zeitgeschichte befassen. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger waren unter anderem Anne Applebaum (2024), Igor Levit (2022) oder Irina Scherbakowa (2014).

Die ausführliche Jury-Begründung sowie weitere Informationen zum Preis gibt es im Internet unter www.ossietzky-preis.de ».

Foto: Jesco Denzel
Güner Yasemin Balcı – Publizistin, Dokumentarfilmerin und die Integrationsbeauftragte von Berlin-Neukölln – ist die Preisträgerin des Carl-von-Ossietzky-Preises für Zeitgeschichte und Politik 2026. Foto: Jesco Denzel