Oldenburg. Unterhaltsam und humorvoll schreibt Jakob Hein in seinem Roman „Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste“ über einen historischen Versuch, die DDR zu retten. Am Dienstag, 17. Februar, um 19.30 Uhr ist er im Rahmen der Reihe Konstellationen zu Gast im Programm des Literaturhauses. Er liest aus dem Buch und spricht mit dem Historiker Michael Sommer darüber, wie viel Realhistorie in seinen Schelmenroman über eins der größten deutschen Geheimnisse eingeflossen ist. Die Lesung findet im Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, statt. Eintrittskarten kosten 12 Euro, ermäßigt 8 Euro, und können auf der Internetseite des Literaturhauses www.literaturhaus-oldenburg.de » in der Rubrik Veranstaltungsprogramm reserviert werden.
Wie ein schüchterner Assistent alle überraschte
Nicht im Traum wäre sein Chef darauf gekommen, dass ausgerechnet Grischa, der schüchterne Assistent der Staatlichen Plankommission in Ostberlin, einen ziemlich genialen Plan ausheckt, wie in der Mitte der Achtzigerjahre die marode DDR saniert werden könnte. Vielleicht war sein eigenwilliger Filmgeschmack dafür verantwortlich, in dem sich amerikanische Drogenmafia-Thriller mit sozialistischen Heldenepen kreuzen? Mit seinem Chef staunen viele greise Minister im Zentralkomitee. Am meisten staunt allerdings kurz darauf der Polizeichef von Westberlin, als sich am Grenzübergang Invalidenstraße tumultartige Szenen abspielen, und zwar auf der falschen Seite. Hunderte junge Leute wollen nach drüben, in den Osten, als wäre Magie im Spiel. Ihr Ziel: ein Kiosk an der deutsch-deutschen Grenze. Als die Regierung in Bonn Wind davon bekommt, wird die Lage brenzlig. Doch dann macht der Osten dem Westen ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.
Über den Autor
Jakob Hein, 1971 in Leipzig geboren, ist Schriftsteller und arbeitet als Psychiater. Sein Buch „Hypochonder leben länger und andere gute Nachrichten aus meiner psychiatrischen Praxis“ (2020) stand nach Erscheinen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Zuletzt erschien sein Roman „Der Hypnotiseur oder Nie so glücklich wie im Reich der Gedanken“ (2022).
Die Veranstaltungsreihe Konstellationen wird von der Stiftung Niedersachsen gefördert.

