Oldenburg. Mit den ersten „Oldenburger Wochen gegen Rassismus“ setzte die Stadt Oldenburg von Mittwoch, 18. März, bis Freitag, 27. März, ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und für eine offene, vielfältige Stadtgesellschaft. Rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März beteiligte sich Oldenburg erstmals mit einem gebündelten Programm an den bundesweiten Aktionswochen. Organisiert wurden diese vom Amt für Zuwanderung und Integration, Fachdienst Integration, sowie dem Kulturbüro der Stadt Oldenburg. In enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern entstand so ein vielfältiges Programm, an dem sich insgesamt 27 Initiativen, Vereine und Institutionen beteiligten. Sie engagierten sich gemeinsam in 26 Veranstaltungen – darunter Lesungen, Workshops, Filmvorführungen, Gesprächsformate und Ausstellungen.
Die Aktionswochen haben gezeigt, wie stark der Einsatz für eine offene und solidarische Stadtgesellschaft in Oldenburg ist. Sie boten zahlreiche Möglichkeiten für Begegnung und Austausch, bei denen Menschen miteinander ins Gespräch treten, neue Perspektiven kennenlernen und einander zuhören konnten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, Erfahrungen von Betroffenen sichtbar zu machen und ihnen Gehör zu verschaffen. Auch das Publikum würdigte insbesondere die große thematische Vielfalt des Programms, die breite Beteiligung engagierter Akteurinnen und Akteure sowie die klare und konsequente Haltung der Stadt.
Bestehende Initiativen sichtbarer machen
Anknüpfend an die langjährige Arbeit der Stadt gegen Rassismus und menschenfeindliche Einstellungen verfolgten die Aktionswochen das Ziel, bestehende Initiativen stärker zu vernetzen, ihre Arbeit sichtbarer zu machen und gemeinsam ein breites Angebot zur Sensibilisierung und Aufklärung zu schaffen. Gleichzeitig entstanden Räume für Austausch, Begegnung und Bestärkung sowie Impulse für langfristige strukturelle Veränderungen.
Vielfältiges Programm
Die Veranstaltungen thematisierten verschiedene Erscheinungsformen von Rassismus und ermöglichten den Teilnehmenden, sich mit Antisemitismus, Antiziganismus und Rechtsextremismus auseinanderzusetzen. Dazu boten Formate wie das Speak-Dating im Stadtteiltreff Kreyenbrück, die „Lebendige Bibliothek“ mit Integrationslotsinnen und Integrationslotsen, Argumentationstrainings sowie Filmabende im Cine k unterschiedliche Zugänge und sprachen vielfältige Zielgruppen in der Stadt an.
Starker Auftakt
Die Eröffnung am Mittwoch, 18. März, im Kulturzentrum PFL setzte einen starken Auftakt: Die Referentin Josephine Apraku machte dabei deutlich, dass Rassismus alle gesellschaftlichen Ebenen durchzieht und seine Bekämpfung eine gemeinsame Aufgabe ist. Anschließend zeigten Schülerinnen und Schüler der IGS Flötenteich Szenen aus ihrem Theaterprojekt „Digga – denk mal nach“ und machten sichtbar, wie Diskriminierung den Alltag junger Menschen prägt.
Perspektiven von Sinti und Roma
Im Rahmen der „Oldenburger Wochen gegen Rassismus“ richtete sich der Blick auch auf die Minderheit der Sinti und Roma sowie auf ihre Perspektiven und Erfahrungen. In einem Vortrag im Jugendkulturzentrum Cadillac gab Referentin Sara Paßquali einen Einblick in die Geschichte der Sinti und Roma, ihre Ausgrenzung und Verfolgung, insbesondere während des Nationalsozialismus, und ihre Bedeutung in der Gegenwart. Besonders berührend war die persönliche Familiengeschichte der Referentin während des Holocausts, die das Publikum tief bewegte. Auch die Veranstaltung „Kaj zas Manuš?“ von Ankommen e. V. in der Freizeitstätte Bürgerfelde machte Identitätsfragen, Diskriminierungserfahrungen und kulturelle Ausdrucksformen junger Roma und Romnja erlebbar.
Zum Abschluss: Verleihung des 16. Oldenburger Integrationspreises
Der Abschluss der „Oldenburger Wochen gegen Rassismus“ wurde am Freitag, 27. März, mit einem vielfältigen Programm in der Kulturetage in der Bahnhofstraße 11 gefeiert: Der Abend begann mit der Verleihung des 16. Oldenburger Integrationspreises und wurde anschließend durch ein Antirassismus-Musikfestival des Vereins Global Music Player bereichert. Ergänzt wurde das Programm durch Poetry Slams und Kurzfilmvorführungen im Cine k. Die enge Zusammenarbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure trug zu einem lebendigen und gemeinschaftlichen Ausklang der Aktionswochen bei.