Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Oldenburg
Kunst im öffentlichen Raum auf einen Klick
Das Oldenburger Stadtgebiet ist reich an Werken der Kunst im öffentlichen Raum.
Wer seinen nächsten Spaziergang plant und diesen mit einer KulTour verbinden möchte, kann mithilfe der speziellen Angebote auf der Homepage der Stadt Oldenburg per Mausklick seine Route festlegen. Ebenso wird online fündig, wer unterwegs mehr über ein Kunstwerk an der Route erfahren will.
Neben der Anzeige im interaktiven Stadtplan » des GeoPortals sind diese Informationen nun auch direkt über die Web-Applikation „Kunst im öffentlichen Raum“ aufzurufen.
Verschiedenfarbige Icons kennzeichnen die Standorte unterschiedlichster Objekte aus den Bereichen
- Fassadenkunst
- Mahn-/Gedenk-/Ehrenmale
- Personen-Denkmäler
- Skulpturen/Plastiken
- Wappen/Embleme
Hinter jedem Symbol verbergen sich die Angaben zum Kunstwerk: Titel, Künstlerin oder Künstler, Entstehungsjahr, Material, Maße, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie eine Bildansicht des Kunstwerks.
Hier geht's zur genannten Web-Applikation ».
Inschriften am denkmalgeschützten Mahnmal am Friedensplatz von 1878 restauriert
Friedenssäule besitzt wieder goldene Buchstaben
Die Schrifttafeln der Friedenssäule auf dem Friedensplatz an der Oldenburger Peterstraße präsentieren sich seit Herbst 2025 in neuem Glanz: Da die Inschriften stark verschmutzt und nur noch schwer lesbar waren, wurden die steinernen Schriftflächen gereinigt und neu eingefärbt. Ein Oldenburger Steinmetzbetrieb hat die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Mahnmal ausgeführt.
„Uns hatten zuletzt immer wieder Klagen über die schlecht zu entziffernde Beschriftung erreicht“, berichtet Paula von Sydow, Fachdienstleiterin des Kulturbüros der Stadt Oldenburg. „Besonders bei Stadtführungen trat das Problem auf, dass der Inhalt sich beim Betrachten nicht erschloss.“ Nach der Reinigung und Trocknung wurden die einzelnen Buchstaben mit Schriftfarbe für Naturstein ausgefärbt. Gemäß einer Vorgabe durch den Denkmalschutz und in Annäherung ans historische Original wurde hier goldene Farbe genutzt. Die aktuellen Arbeiten an der Säule kosteten rund 8.000 Euro.
Geschichte der Friedenssäule als Anlass zur Diskussion über Kriegsführung
1878 von Baurat Jansen geschaffen, besaß die Säule einst als Bekrönung die Bronzefigur einer sich bekränzenden Siegesgöttin Victoria mit Palmenzweig. 1942 wurde diese eingeschmolzen, um das Material kriegerisch zu nutzen. Heroisierende Redewendungen wie „Sich errangen sie den Lorbeerkranz, / Dem Vaterlande die Palme des Friedens“ scheinen aus heutiger Sicht zwar befremdlich, sind vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeit aber plausibel. „Die Geschichte der Friedenssäule gibt Anlass und Möglichkeit, sich mit historischen – wie aktuellen – Aspekten von Kriegsführung auseinanderzusetzen und die nun wieder lesbaren Inschriften tragen dazu bei“, so von Sydow.
Kunstwerk im Innenhof des Fachdienstes Jugend und Gemeinwesenarbeit zu bestaunen
Skulptur „Kinderreigen“ zu neuem Standort umgezogen
Auch Kunstwerke ziehen manchmal um: Die Skulptur „Kinderreigen“ der Künstlerin Dorothee Helling-Sohmen steht seit Ende August 2025 nicht mehr auf dem Gelände der alten Jugendherberge an der Alexanderstraße/Von-Finckh-Straße, sondern im Innenhof des Fachdienstes Jugend und Gemeinwesenarbeit (Eßkamp 126). Da das Schulzentrum Alexanderstraße den bisherigen Standort für Schulcontainer benötigt, wurde die ehemalige Brunnenfigur aus gelbem russischem Marmor von einer Fachfirma auf ihre neue Position versetzt. Im Innenhof des Fachdienstes präsentiert sie sich auf einem eigens angefertigten Sockel. Künstlerin Helling-Sohmen ist Deutschlands erste Bildhauermeisterin.
Zuständigkeit für Unterhaltungsmaßnahmen bis vor kurzem ungeklärt – Stadt beauftragt Reinigung
Skulptur an der Moslestraße erstrahlt in neuem Glanz
Das Kunstwerk an der Moslestraße/Ecke Raiffeisenstraße ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht: Die Arbeit des im August 2023 verstorbenen Künstlers Udo Reimann wurde Mitte Juni 2024 professionell gereinigt. Reimann hatte die Skulptur ohne Titel 1986 geschaffen – sie besteht aus einem wolkenähnlichen Gebilde aus Bronze, das von einer imposanten Granitsäule und vier Pfeilern getragen wird.
Zuständigkeit unklar
Wer Eigentümer und somit für die Unterhaltungsmaßnahmen verantwortlich ist, war lange Zeit unklar. Beauftragt worden war das Kunstwerk durch die Norddeutsche Genossenschaftsbank AG, die Mitte der 80er-Jahre einen Wettbewerb zur Gestaltung des Platzes ausrichten ließ. Neue Erkenntnisse lieferten nun eindeutige Belege dafür, dass die Stadt Oldenburg zwar nicht Eigentümerin, durch eine Widmungsvereinbarung von November 1986 jedoch für die Unterhaltung zuständig ist. Mit dem ungestörten Nagen des Zahns der Zeit ist es deshalb vorbei: Kaum war der Sachverhalt geklärt, beauftragte das Kulturbüro der Stadt Oldenburg mit Unterstützung des Fachdienstes Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau eine Fachfirma mit der Reinigung und Wartung.
Das Team des Kulturbüros bedauert, dem Künstler die veränderte Einsicht nicht mehr direkt mitteilen zu können. „Udo Reimann hatte wohl schon vor anderthalb Jahrzehnten darauf hingewiesen, dass das Werk der Stadt gehöre. Dies konnte unsererseits jedoch nicht nachvollzogen werden, sodass seinerzeit keine Einigung stattfand und das Kunstwerk aus dem Blick geraten ist. Schön, dass sich das nun ändert“, so die Fachdienstleiterin Paula von Sydow.
Wiederherstellung des ursprünglichen Konzepts wird geprüft
Entsprechend der künstlerischen Konzeption sollte das auf der bronzenen Fläche gesammelte Regenwasser als Wasserspiel dienen. Inwiefern diese Funktionalität wiederhergestellt werden kann, wird derzeit geprüft.
Mehr erfahren?
Fragen zu den im Stadtgebiet verteilten Objekten der „Kunst im öffentlichen Raum“ beantwortet Tanja Niebisch telefonisch unter 0441 235-2409 oder per E-Mail an kulturbuero[at]stadt-oldenburg.de.
Vermehrt Kunstobjekte in Oldenburg beschmiert – „Missachtung von Kunst und Gedenkkultur“
Schmierereien im öffentlichen Raum: Ist das Kunst oder kann das weg?
Warum das Ganze? Und was genau soll damit bezweckt werden? Diese Fragen stellen sich beim Anblick von Schmierereien an Kunstobjekten in Oldenburg nicht nur Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, sondern auch die Mitarbeitenden im Kulturbüro. Leider ist es in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass die Kunst im öffentlichen Raum verunstaltet wurde. Darunter zum Beispiel der Sockel des Peter-Friedrich-Ludwigs-Denkmals auf dem Schlossplatz, die Gedenkwand in der Peterstraße, die Skulptur „Unser Planet“ in der Pistolenstraße oder das Graf-Christopher-Wappen in der Poststraße.
Für die Beseitigung der Schmierereien an diesen Objekten musste allein das Kulturbüro der Stadt im Jahr 2022 ungefähr 4.500 Euro aufbringen – Gelder, die letztlich die Allgemeinheit bezahlt, denn die Unterhaltung der Kunstwerke wird aus Steuermitteln finanziert.
Unverständnis und Ratlosigkeit im Kulturbüro
Viele Einwohnerinnen und Einwohner Oldenburgs sowie zahlreiche Gäste von außerhalb erfreuen sich an den Kunstobjekten, die an zahlreichen Orten in der Stadt aufgestellt sind und das Stadtbild prägen. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern stört sich auch die städtische Verwaltung sehr an diesen unsinnigen und unansehnlichen Beschädigungen. Im städtischen Kulturbüro ist man ratlos. „Das Verunstalten von Kunstwerken im öffentlichen Raum ist ärgerlich und eine uns unverständliche Missachtung von Kunst und Gedenkkultur“, sagt Paula von Sydow, Leiterin des Kulturbüros der Stadt Oldenburg.
Weitere Informationen und Schmierereien melden
Sie haben Schmierereien an Kunst im öffentlichen Raum entdeckt? Dann melden Sie diese gerne über den Stadtverbesserer » oder im ServiceCenter unter der Telefonnummer 0441 235-4444.
Sie möchten mehr über die Werke im öffentlichen Raum erfahren? Darüber gibt Tanja Niebisch unter der E-Mail-Adresse kulturbuero[at]stadt-oldenburg.de oder der Telefonnummer 0441 235-2409 gerne Auskunft.
Kunstreicher öffentlicher Raum
Aus dem Schatten von Schlosshöfen, Bäumen und der häufig wechselnden Nutzung des Platzes durch verschiedene kommerzielle Aktionen herausgetreten, kann das Kunstwerk fortan auf der Fläche zwischen den Straßen Schloßplatz und Paradewall seine Wirkung entfalten. Dabei steht es in einer Sichtachse mit den „Drei Bären“ von Paul Halbhuber sowie der „Reliefmauer“ von Georg Schmidt-Westerstede. Zusammen mit der, nur wenige Meter entfernt auf der Grünfläche zwischen Paradewall und Huntestraße stehenden, Plastik „Laokoon“ von Volkmar Haase unterstreicht das Ensemble der Skulpturen den Reichtum Oldenburgs auf dem Gebiet der Kunst im öffentlichen Raum.
Massiv und doch beweglich
Entstanden ist das „Kissen“ aus Marmor im Rahmen des Bildhauersymposions 1979, welches seinerzeit auf dem Schlossplatz stattfand. Trotz seiner Massivität hat es in der Vergangenheit schon einige Beweglichkeit bewiesen: Versetzt vom früheren Berliner Platz auf den Rathausmarkt, zwischenzeitlich eingelagert auf dem Fliegerhorst, wurde es 2012 auf dem Schlossplatz und damit in unmittelbarer Nähe zum ursprünglichen Schaffensort installiert. Selbst die Kollision mit einem Lieferwagen im Dezember 2022 konnte es nicht vom Sockel stürzen.
Nun lädt es also, dem Schlossplatz gewissermaßen vorgelagert, zwischen vielbefahrener Straße und Flanierzone zum Betrachten und Verweilen ein. „Das Kissen darf ‚besessen‘ werden“, verrät die im Kulturbüro zuständige Mitarbeiterin Tanja Niebisch augenzwinkernd, „beispielsweise beim Beobachten des Treibens auf dem Spielplatz.“
Frisch geputzt!
Einigen Stadtspaziergängerinnen und Spaziergängern wird es vielleicht schon aufgefallen sein: Viele Objekte der Kunst im öffentlichen Raum der Stadt wurden gereinigt und zum Teil auch restauriert.
Über 160 Objekte der im gesamten Stadtgebiet platzierten „Kunst im öffentlichen Raum“ befinden sich in städtischem Besitz. „Diese Kunstwerke gehören uns allen“, sagt Paula von Sydow, Fachdienstleiterin im Kulturbüro der Stadt Oldenburg, und unterstreicht damit die Notwendigkeit zu ihrer Unterhaltung und Pflege. Die Skulpturen und Plastiken können Betrachterinnen und Betrachter zum Innehalten und Nachdenken, zur Unterhaltung, Identifikation oder auch Verwunderung anregen. Damit dies auch weiterhin so bleibt, wurden einige Werke ordentlich herausgeputzt, denn viele von ihnen hatten über die Jahre durch Verunreinigungen – witterungsbedingter oder mutwilliger Natur – einen Teil ihrer Strahlkraft eingebüßt.
Im zweiten Halbjahr des Jahres 2022 setzte das Kulturbüro in Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau externe Fachleute darauf an, dem Zahn der Zeit die Kraft von frischem Putzgerät entgegenzusetzen und, wenn nötig, Reparaturen vorzunehmen.
In den Genuss von Pflegemaßnahmen kamen
- in der Baumgartenstraße: „Unser Planet“
- in der Bremer Straße: „Bürgerdenkmal“
- auf dem Cäcilienplatz: „Helene Lange“ und „Karl Jaspers“
- am Flötenteich: „Cachaya Condor“, „Körperlandschaft“, „Große Frucht/Meeresfrucht“, „Gedenkstein Flötenteich“
- am Friedhofsweg: Gedenkstele für Sinti und Roma
- auf dem Herbartplatz: „Herbart-Büste“
- auf dem Kasinoplatz: „Menschensäule“
- in der Leo-Trepp-Straße: Leo-Trepp-Büste
- am Paradewall: „Laokoon“
- in der Peterstraße: „Schutz des Lebens“, „Athanatos“, Synagogen-Gedenkstein, Gedenkstein Leobschütz
- auf dem Pferdemarkt: „Vier Pferde“
- in der Roonstraße: „Flussgott mit Haaren und Hausbäke“
- auf dem Schloßplatz: „Herzog Peter Friedrich Ludwig“ und „Blickpunktvase“
- am Stau: „Solarplastik Uhr“
- am Theaterwall: „Skulptur o. T.“, „Rudolf-Bultmann-Büste“, „Carl-von-Ossietzky-Mahnmal“
- im Wunderburgpark: „Kinetische Skulptur“
Hier sehen Sie eine Vorher-Nachher-Darstellung von einer Auswahl der gereinigten Kunstwerke:
Es folgt eine Bildergalerie mit 10 Bildern.
Zuletzt geändert am 13. November 2025
























