Kampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung

Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Oldenburg will Mädchen vor weiblicher Genitalverstümmelung schützen

Etwa 75.000 von Genitalverstümmelung betroffene Frauen leben in Deutschland, weitere 20.000 Mädchen sind aktuell von dieser schweren Menschenrechtsverletzung bedroht – auch in Oldenburg gibt es Betroffene. Gemeinsam mit dem Amt für Jugend und Familie startet das Gleichstellungsbüro im Februar 2022 deshalb eine Kampagne, die es insbesondere pädagogischen Fachkräften erleichtern soll, potentiell gefährdete Mädchen zu erkennen. Gleichzeitig informieren die Angebote über Handlungsmöglichkeiten im Verdachtsfall.

„Es ist unsere Pflicht, Mädchen, zu denen wir in Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen tagtäglichen Kontakt haben, zu schützen“, betont Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. „Das gelingt aber erst, wenn die Kontaktpersonen für mögliche Warnsignale sensibilisiert sind und wissen, an wen sie sich wenden können.“ Der vom Gleichstellungsbüro entwickelte Flyer fasst alle wesentlichen Informationen kompakt zusammen und benennt Ansprechpersonen in Oldenburg. Dieser wurde an Kindergärten, Grundschulen, Arztpraxen sowie Freizeit- und Beratungseinrichtungen in Oldenburg versendet und enthielt zusätzlich je ein Exemplar des „Schutzbriefes gegen weibliche Genitalverstümmelung“ der Bundesregierung zur Ansicht. Diese können in diversen Sprachen individuell nachbestellt und Familien als Unterstützung ausgehändigt werden.

Der Flyer „Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung“ steht allen Interessierten auch digital zur Verfügung »

Über den Gedenktag

Die UN Menschrechtskommission erklärte 2012 den 6. Februar zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, um auf diese geschlechtsspezifische Gewalt und Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen. Hierbei werden meist ohne Narkose und unter zweifelhaften medizinischen Bedingungen Teile des weiblichen Genitals beschnitten oder ganz entfernt und in einigen Fällen wieder bis auf Die UN Menschrechtskommission erklärte 2012 den 6. Februar zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, um auf diese geschlechtsspezifische Gewalt und Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen. Hierbei werden meist ohne Narkose und unter zweifelhaften medizinischen Bedingungen Teile des weiblichen Genitals beschnitten oder ganz entfernt und in einigen Fällen wieder bis auf ein kleines Loch zugenäht. Die meisten Betroffenen leiden ihr Leben lang unter Schmerzen, komplizierten Geburten, Traumata und anderen Folgen. Etwa ein Viertel der Betroffenen stirbt an Komplikationen oder den Folgen der Verletzungen. Zuweilen wird verharmlosend von „Beschneidung“ gesprochen, dabei gibt es weder in der Durchführung noch im Vergleich der physischen und psychischen Folgen Parallelen zur männlichen Beschneidung.

Die Kampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung ist eine von vielen Maßnahmen aus dem Kommunalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt »